Manuskripte

SWR2 Lied zum Sonntag

Ein Geist ist nicht richtig zu fassen – auch nicht der Hl. Geist. Und so wurde immer wieder versucht, sich ihm in Symbolen anzunähern.

Da ist zum Beispiel das Symbol des Windes. Bereits vor der Schöpfung der Welt schwebt die Ruach über dem Urchaos. Ruach ist der hebräische Ausdruck für den Windhauch Gottes. Von Anfang an ist der Geist Gottes dabei. Auch im Neuen Testament hören wir vom Heiligen Geist als Wind: an Pfingsten kommt ein gewaltiges Brausen vom Himmel und sorgt für Veränderung. 

Auch das Symbol des Feuers steht für den Heiligen Geist. Für mich ist Feuer etwas Kraftvolles, es hat Energie, es erhitzt und erleuchtet, und es steht für Begeisterung. Man sagt ja auch: für etwas Feuer und Flamme sein. Beim Pfingstereignis ist davon die Rede, dass sich Feuerzungen auf den Jüngern niederlassen, das ist wie eine Extraportion Überzeugungskraft. 

Und diese Extraportion hat es auch gebraucht. Denn zunächst sitzen die Freundinnen und Freunde Jesu völlig verängstigt und depressiv in ihrem Hauptquartier. Ihre große Zeit scheint vorüber zu sein, denn Jesus ist nicht mehr da. Und da kommt auf einmal vom Himmel her dieses Brausen, ein heftiger Sturm jagt durchs Haus und reißt sie von den Stühlen. Sie werden alle vom Heiligen Geist erfüllt, sie rennen nach draußen in die Straßen und auf die Plätze Jerusalems und fangen an, von Jesus zu erzählen. 

Unser heutiges Lied zum Sonntag spricht davon, wie der Hl. Geist bei den Jüngern damals gewirkt hat, und wie er heute noch wirken kann. 

Die Sache mit dem Heiligen Geist ist gar nicht so leicht zu verstehen. Und noch kniffliger wird es, wenn man erklären soll, wie er mit Gott Vater und seinem Sohn Jesus in Verbindung steht. Um das Zueinander dieser drei besser verstehen zu können, benutzen manche die Metapher vom Wasser und seinen Aggregat-Zuständen, also flüssig, fest oder gasförmig. Ein Element in drei verschiedenen  Formen: Gott Vater wird mit der festen Form des Wassers verglichen, mit Eis. Es ist fest und trägt. Und aus ihm geht das Wasser hervor, wenn es schmilzt. Jesus selbst hat sich als das lebendige Wasser bezeichnet – Wasser, das Leben  schenkt. 

Und schließlich der Heilige Geist. Er wird in dieser Metapher mit dem gasförmigen Zustand des Wassers verglichen – mit dem Wasserdampf. Er ist nicht greifbar, man sieht ihn nicht, aber er wirkt und kann eine unglaubliche Energie entfalten, man denke nur an Dampfloks oder Dampfmaschinen. 

Auch ich meine ihn manchmal zu spüren. Dann wenn mir ein frischer Wind um die Nase weht und meinen Kopf frei macht. Wenn ich inspiriert werde zu einem neuen Projekt. Wenn ich von etwas begeistert bin: im Fußballstadion, oder wenn mein kleiner Sohn die ersten Meter alleine auf dem Fahrrad fährt. Ich spüre ihn, wenn ich mich in einer Runde von Kumpels total gut aufgehoben fühle. Oder wenn ich in einer Sache voll aufgehe, die Zeit und alles um mich herum vergesse. 

Das Pfingstereignis ist zwar schon sehr lange her, aber der Heilige Geist, er wirkt auch heute noch.

 

Komponisten: T: 1. Str.: Berthold von Regensburg im 13. Jht., 2. – 4. Str.: Maria Luise Thurmair 1972 / 1994, 5. Str. nach Michael Vehe 1537 M: 14. Jht./Neufassung 1970

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