Manuskripte

Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Jeder bekommt, was er verdient. Ich weiß nicht, ob das eine Binsenweisheit, alter Volksglaube oder eher die Hoffnung auf Gerechtigkeit ist. Aber ich frage mich: Will ich wirklich, dass es so ist?

„Das hast du dir verdient“ – das hat Christian einmal grinsend zu mir gesagt. Er ist mein Begleitsoldat im ersten Auslandseinsatz in Bosnien gewesen. Wir sind oft unterwegs zu den verschiedenen Feldlagern. An einem heißen Sommertag sitze ich neben ihm auf dem Beifahrersitz und stöhne, weil ich die Sonnenseite erwischt habe. „Womit denn? Was hab ich falsch gemacht?“, gebe ich kläglich zurück.

Christian hat mich nur ärgern wollen. Aber es entspinnt sich ein interessantes Gespräch über Ursache und Wirkung, über Schuld und Strafe. Und welche Rolle Gott dabei spielt.

„Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort…“ - ist es wirklich Gott, der uns zuteilt, was wir verdienen? Und der uns bestraft, wenn wir eine Schuld auf uns laden?

Natürlich wünsche ich mir, dass es in der Welt gerecht zu geht. Ich wünsche mir, dass Gewalttäter gerecht bestraft werden. Und ich verstehe, dass ein gerechter Gott die einzige Hoffnung bleibt für die vielen Opfer, die zusehen müssen, wie die Täter ungestraft davon kommen.

Trotzdem hat Jesus immer wieder von dem Gott erzählt, der verzeiht. In einem alten Gebet hat schon Jesus gelernt: „Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat. So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten.“

Ich hoffe zwar, dass ich vieles richtig mache. Aber wer weiß, was mir alles schiefgeht. Oder wie mich kommende Generationen beurteilen, z.B. weil ich so viel Energie verschwende. Ich will gar nicht wissen, was ich verdient hätte!

Zum Glück kann ich auf einen Gott vertrauen, der mir verzeiht, wenn ich meinen Fehler bereue. Der mir die Last meiner Schulden abnimmt. Und mir eine zweite Chance gibt.

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