Manuskripte

SWR3 Gedanken

Ein blauer Plastiksack am Straßenrand. Vermutlich aus einem Auto geworfen. Das Zugband ist aufgegangen, der Müll quillt heraus. Ein paar Plastikteile liegen bereits vom Wind oder von Tieren verteilt im Umkreis von ein paar Metern verstreut. Ein Anblick, der mir richtig weh tut. Weil das, was da liegt mehr ist, als ein weggeworfenes Kaugummipapier. Es ist eine so bequeme wie skrupellose Vermüllung der Landschaft. Das Wort „Umweltsünder“ fällt mir ein und ich finde da passt dieses schwierige alte Wort. 

Sünde hört sich zunächst einmal religiös an, moralisch oder nach Kirche. Ist es auch, denn der Verstoß gegen göttliche Gebote gilt als Sünde. Weil man damit bewusst gegen das Gute handelt, das Gott für die Menschen will. Und auch bewusst der Gemeinschaft schadet. Wer also Müll aus einem Auto wirft, der tut genau das: Er missachtet die Regeln der Gemeinschaft, nach denen man Müll auf der Deponie oder im Abfalleimer entsorgt. Er fügt der Umwelt bewusst Schaden zu. Weil, er sie vergiftet und weil Tiere, die den Müll fressen, daran verenden. Und schließlich fügt er – nach meinem Glauben - auch der Schöpfung Gottes Schaden zu.

Umweltsünder ist also ein sehr passendes Wort. Denn mit dem Müll wird anscheinend auch die Moral aus dem Auto geworfen. Werden die Regeln der Gesellschaft, die Achtung vor der Natur und den Mitmenschen einfach am Straßenrand zurückgelassen.

Der Duden liefert noch eine weitere Erklärung für das Wort Sünde: Demnach ist Sünde auch eine „Handlung der Unvernunft, die nicht zu verantworten ist.“[1]

Unvernunft, die nicht zu ver-antworten ist. Ja, darauf, dass jemand seinen Müll aus dem Auto wirft, fällt mir wirklich keine Antwort ein. Nur immer wieder dieselbe Frage: Was soll das?



[1]

        [1]https://www.duden.de/rechtschreibung/Suende

https://www.kirche-im-swr.de/?m=28650

Netiquette

Anregungen, Lob, Kritik - hier können Sie sich zu unseren Sendungen im SWR äußern.

Ihre Kommentare werden moderiert und dann so bald wie möglich freigeschaltet.

Wir bitten Sie aber, bei Ihren Beiträgen folgendes zu beachten:
Ein Anspruch auf Veröffentlichung eines Kommentars besteht grundsätzlich nicht.
Ihre Kommentare sollten fair und sachlich gehalten sein. Wir bitten Sie die folgende Richtlinien bei Ihren Kommentaren zu kirche-im-SWR.de zu beachten.

Kommentare dürfen nicht

  • strafbar oder die Rechte Dritter verletzend
  • gegen die guten Sitten verstoßend
  • beleidigend oder ehrverletzend
  • politisch oder religiös extrem
  • Religionen, Weltanschauungen, Menschen pauschal verurteilend
  • fremdsprachlich
  • pornographisch, obszön oder jugendgefährdend
  • unsinnig oder anderweitig inakzeptabel sein.
  • Kommentare sollen sich auf Sendungen der Kirchen im SWR Programm beziehen.
  • Es dürfen keine Beiträge mit gewerblichem und/oder werbendem Charakter eingestellt werden.
  • Eine kommerzielle Nutzung durch z.B. das Anbieten von Waren oder Dienstleistungen ist nicht erlaubt.
  • Die Beiträge dürfen keine Links enthalten.
  • Zitate müssen durch die Angabe einer Quelle bzw. des Urhebers belegt sein.
  • offensichtlichen Missbrauch von Klarnamen enthalten

Wir behalten uns vor, Beiträge nicht zu veröffentlichen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir anonyme Beiträge nicht freischalten, melden Sie sich daher bitte mit Ihrem Namen an. Geben Sie am besten auch Ihre E-Mail- Adresse an, damit wir Ihnen gegebenenfalls individuell antworten können.

Durch das Abschicken Ihres Beitrags räumen Sie kirche-im-SWR.de das Recht ein, Ihre Beiträge dauerhaft zu präsentieren, in Beiträge einzuarbeiten (ohne Namensnennung) oder sie nach redaktionellem Ermessen zu löschen. Wir behalten uns vor, diese Richtlinien ggf. zu ändern bzw. zu ergänzen.

Wenn Sie Anmerkungen haben, die Sie uns direkt zukommen lassen möchten, die aber nicht veröffentlicht werden sollen, schicken Sie uns bitte eine Mail an: ev.rundfunkpfarramt.bw@kirche-im-swr.de

Schließen