Manuskripte

SWR4 Abendgedanken

Ja, Schüler können selbstverständlich auch außerhalb des Unterrichts demonstrieren. Für den Klimaschutz. Das ist richtig. Sie können immer und zu jeder Zeit sagen, dass sie unzufrieden damit sind, wie die sich engagieren, die jetzt an der Macht sind. Dass ihnen das zu wenig ist. Dass sie Angst haben um ihre Zukunft. Das geht auch samstags oder am Mittwoch Abend um 19 Uhr. Aber ist es nicht genau die Tatsache, dass sie es während der Schulzeit tun, die auf die jungen Leute aufmerksam macht?! Das irritiert viele Erwachsene, dass Schüler auf einmal so politisch sind. Es ärgert manche Politiker, wenn sie jetzt aus der Reihe tanzen und sagen: „Es geht um uns, mehr als um Euch Ältere.“

Fridays for future heißt die Aktion. Freitags für die Zukunft. Greta Thunberg hat es vorgemacht. Eine 16-jährige Schülerin aus Schweden. Sie hat sich schon vor Monaten vor das Parlament in Stockholm gesetzt, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Erst allein, dann kamen immer mehr junge Leute dazu. Inzwischen ist die Aktion auch bei uns bekannt geworden. Nicht zuletzt weil es beeindruckend ist, wie ernst Greta das nimmt, was ihr so wichtig ist.

Die jungen Leute sagen: „Passt auf, es ist uns ernst mit unserem Protest. Er ist wichtiger als der Unterricht. Wir sprechen von einer Sache, in der’s ums nackte Überleben geht. Nicht mehr für die, die jetzt das Sagen haben. Im Augenblick noch nicht für uns. Aber für Menschen andernorts. Wie man in Mosambik sehen kann. Wo Tausende gestorben sind und Hundertausende alles verloren haben, weil ein riesiges Gebiet überflutet worden ist. Nicht ohne Grund, sondern weil der Klimawandel dort zu nie dagewesenen Regenfällen geführt hat. Und weil wir dafür Verantwortung tragen und die auch übernehmen wollen.“

Ich habe auch freitags meinen Religionsunterricht in der Schule. Und ich habe den Schülern gerne diese Zeit geschenkt, damit sie sich gemeinsam auf den Weg durch die Stadt machen konnten.

Ich weiß, etliche Politiker quer durch die Parteien lehnen den Schülerstreik ab. Ich verstehe ihre Argumente. Wenn sie auf die Schulpflicht hinweisen. Ich erwarte dann aber im gleichen Atemzug, dass sie endlich klare Signale setzen. Wie in Norwegen, wo ab 2030 keine neuen Verbrennungsmotoren in Autos mehr zugelassen sein werden. Solange bei uns taktiert wird, spüren die Schüler: „Denen ist es nicht ernst. Uns aber schon. Wir lassen uns nicht mundtot machen!“

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