Manuskripte

SWR4 Abendgedanken

Meine Erfahrungen mit der Kirche. Das ist ein Thema in der Vorbereitung auf die Firmung. Ein schwieriges Thema. Gerade zur Zeit. Es kommt so viel Böses an Tageslicht, was vor allem Priester Kindern und Jugendlichen angetan haben. So viel Gewalt, so viel Ich-Sucht; so viel, was nicht zur Liebe passt, die Jesus das Wichtigste gewesen ist. Zur Liebe zu Gott, die nie den Nächsten aus dem Blick verliert.

Ich war mit dreißig jungen Leuten auf einem Wochenende und wir haben über ihre Erfahrungen mit der Kirche gesprochen. Erstaunlich war für mich: Die meisten sind ganz zufrieden mit dem, was sie unter Kirche verstehen und erleben. Sie erzählen davon, dass es ihnen gut tut, mit anderen zusammen zu sein, die auch über Gott nachdenken. Sie sprechen davon, wie wichtig ihnen der Ort ist, wo man zum Beten hingehen kann.  Und dann sagt einer den folgenden Satz: „In der Kirche spüre ich, dass ich nicht umsonst auf der Welt bin.“ Es dauert einen Augenblick, bis ich kapiere, was der Junge da ausgesprochen hat: „In der Kirche spüre ich, dass ich nicht umsonst auf der Welt bin.“ Ja, das trifft es. Das ist für mich ein Spitzensatz des Glaubens. So müsste es sein, überall, wo Kirche ist. Jeder Mensch, der mit Kirche zu tun hat, sollte spüren: Ich bin hier gern gesehen. Egal, wie ich aussehe; egal, wie stark oder schwach mein Glaube an Gott gerade ist. Ich bin willkommen, egal was sich in meinem Leben schon abgespielt hat. Ich bin gerade dann gern gesehen, wenn bei mir nicht alles glatt gelaufen ist, wenn ich schon mal auf die schiefe Bahn geraten bin. Hier werde ich nicht weggeschickt, weil ich nicht die Erwartungen erfülle, die sonst überall eine so große Rolle spielen. Ich bin in Ordnung. Ja, ich bin wertvoll.

Ich habe den jungen Mann gefragt, woher er diesen Gedanken hat und weshalb er ihn mit der Kirche verbindet. Seine Antwort: „Meine Eltern haben mich immer in die Kirche mitgenommen. Bei ihnen habe ich das gelernt. Es hat für mich immer zusammen gehört.“ Wie schön! Wie berührend schön, dass es das auch gibt. Ich wünsche dem Jungen, dass er diesen Glauben behält und keine allzu großen Enttäuschungen erfahren muss, die ihn zerstören könnten. Und ich wünsche mir, dass ich solche Erfahrungen in der Kirche nicht übersehe, wo Menschen einen guten Platz finden. Und dass ich meinen Teil dazu beitrage.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=28500

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