Manuskripte

Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Kleider machen Leute. Machen Leute groß, bedeutsam, erhaben. Oder machen Leute klein, armselig, unterlegen. So kann man den Bettler vom König unterscheiden, den Sträfling vom gemachten Mann.

Ganz bitter wird es, wenn Kleider dazu benutzt werden, zu verspotten. Dann zieht man einem Menschen etwas an und ihn damit auf. Dann umhüllt man ihn scheinbar mit Insignien der Macht, stellt ihn aber damit bloß.

Die Dornenkrone ist so ein Zeichen der Verachtung. Aber auch der Purpurmantel. Beides, so erzählt die Bibel, ziehen sie Jesus an, nachdem klar ist, dass er ans Kreuz muss. Nur hohe Würdenträger tragen Purpur. Bei dieser Krönung aber, die man Jesus antut, wird das Hoheitszeichen zum Ausdruck für das Leid.

Und sie haben einen Heidenspass dabei, ihn vor allen damit zu verhöhnen. „Gegrüßet seist Du, Judenkönig!“ rufen sie ihm zu und schlagen ihn dabei. Wer mit Lust grausam ist, wird zum Unmenschen. Und niemand widerspricht, niemand protestiert, gebietet Einhalt, verhindert Schlimmeres.

In den Folterkammern dieser Welt hat sich seit damals nichts geändert. Da sitzt Jesus noch immer und immer wieder in Gestalt derer, die seine geschundenen Schwestern und Brüder sind und unsagbares Leid ertragen müssen, mit Dornenkrone und Purpurmantel in allen Variationen. Die Passion passiert bis heute. Die Leidensgeschichte Jesu ist unendlich, wie es scheint.

Obwohl das Verbot der Folter seit 1948 gilt, Verschonung vor Folter also ein unveräußerliches Menschenrecht ist, findet sie dennoch statt in unzähligen Ländern dieser Welt. Im Verborgenen geschieht das meist, um einzuschüchtern und zu demütigen. Daran werden Opfer und Täter krank.

Die Passionszeit sollte auch zur Zeit des Protestes werden. Gegen Demütigungen und Folter. Das können wir überall beginnen, wo wir miteinander leben. Respektvoll und fürsorglich werden wir untereinander einüben, wie Hohn und Spott unter uns  verschwinden.

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