Manuskripte

SWR3 Worte

Mit einem stumpfen Werkzeug lässt sich schlecht arbeiten. Der Geigenbauer Martin Schleske weiß wovon er spricht. Er sagt:

Mit einem stumpfen Eisen verliere ich mehr und mehr das Gefühl für das Holz. [...] Mit einem stumpfen Herzen verlieren wir das Gefühl für das, was mit uns und um uns geschieht. Unser Herz ist ein Empfangsorgan [...]  [wir] verlieren das Gefühl dafür, ob das, was wir tun, eigentlich stimmig ist. [...] [wir] arbeiten [...], ohne es zu merken, gegen die Fasern des Lebens an. [...] Und doch muss man sagen: Wenn wir nicht stumpf werden, haben wir auch nicht gearbeitet. [...] Nur ein unbenutztes Werkzeug bleibt scharf. [...] Es ist nicht schlimm, dass wir stumpf werden. Aber fatal ist es, wenn wir uns nicht wieder schärfen lassen.

 

Quelle: Martin Schleske: Herztöne – Lauschen auf den Klang des Lebens. Verlagsgruppe Random House München 2016. S. 15ff.

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