Manuskripte

SWR2 Lied zum Sonntag

Heute ist alles grün. Grüne Haare, grüne Hüte und grünes Bier. Aber nicht nur das: seit einigen Jahren werden auch Gebäude auf der ganzen Welt grün angestrahlt; zum Beispiel das London Eye in Großbritannien, ein Teil der Chinesischen Mauer oder das Hofbräuhaus in München. Heute ist nämlich St. Patricks Day, der Gedenktag des Hl. Patrick – und das nicht nur in Irland, sondern weltweit. Jedes Jahr ein richtiges Fest mit Paraden und Volksfesten und eben mit viel grüner Farbe.

Gelebt hat der Hl. Patrick im 5. Jahrhundert und viele Legenden berichten, wie er das Christentum nach Irland gebracht hat. Eine davon erzählt, wie Patrick die Dreifaltigkeit erklärt hat, also den Glauben an einen Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Dafür hat Patrick ein kleines Hilfsmittel gebraucht: ein Kleeblatt. So ein ganz Klassisches mit drei Blättern. Das wächst auf der Insel ja überall. Und weil die Menschen wissen wollten, wie das mit Gott jetzt genau ist, hat er ihnen das Kleeblatt gezeigt und gesagt: „Dieses Kleeblatt besteht aus drei einzelnen Blättern und ist doch eine Pflanze. So ähnlich ist es auch mit Gott. Es gibt einen Gott, der das Leben geschaffen hat, der sich in Jesus den Menschen gezeigt hat und der im Heiligen Geist bis heute in unserer Welt wirkt.“ Das war genial. Denn das Bild vom Kleeblatt hat den Leuten geholfen, das mit dem einen Gott und den drei Personen irgendwie zu verstehen.

Das heutige Lied zum Sonntag versucht das auch. Es spricht von dem einen Gott, der den Menschen aber auf mehr als auf eine Weise begegnet. Hans Niklaus hat im Lied dafür diese Worte gefunden:

„Wir glauben an den einen Gott, in dem wir sind und leben.
An Christus, der aus Grab und Tod erstand zu neuem Leben,
und an den Beistand, seinen Geist, auf den wir fest vertrauen,
der uns den Weg des Heiles weist, bis Gott wir ewig schauen“.

Das Lied ist ein sogenanntes Glaubenslied. Im Gotteslob gibt es ein paar davon. Es sind Lieder, die mit den Worten aus der jeweiligen Entstehungszeit das Glaubensbekenntnis auf ihre Weise ausdrücken. Und damit den Glauben neu zum Klingen bringen. Ich finde, es lohnt sich, eigene Worte und eigene Bilder für den Glauben zu suchen. Denn dadurch wird er nicht bedeutungslos und das Credo, das traditionelle Glaubensbekenntnis, keine Floskel.

Der Glaube an einen Gott bereichert auch mein Leben. Macht es leicht und bunt. Denn ich glaube daran, dass Gott mich gewollt hat. Dass er mit mir auf dieser Welt etwas vorhat. Und Gott hat sich nicht gescheut, in Jesus selbst Mensch zu werden und sich mit großer Leidenschaft für uns Menschen einzusetzen. Er weiß, wie sich Leben anfühlt – mit all den wunderschönen Momenten, aber auch den richtig miesen Tagen. Und weil er auferstanden ist, hoffe ich, dass ich nach dem Tod bei Gott sein werde. Dass dann alles gut ist. Wie auch immer das genau sein wird. Und ich habe erfahren, dass Gott auch jetzt da ist. Dass es Gottes Geist ist, den man im Herzen spürt und der mich tröstet, verändert oder antreibt.

Das Kleeblatt ist durch den Heiligen Patrick zum Nationalsymbol Irlands geworden und findet sich heute nicht nur auf Irlands Wiesen, sondern auch auf Butterverpackungen und einer irischen Fluggesellschaft. Und ich muss bei jedem Kleeblatt nun immer auch an den Heiligen Patrick und an Gott in drei Personen denken.

GL 834 (Eigenteil Bistum Mainz)

-------

Musikangaben:

Musik 1

St. Patrick´s Polka

Musik 2

Musik: Heinrich Rohr 1959

Text: Hans Niklaus 1959

CD »Singt Gott den neuen Lobgesang «

Hrsg. vom Institut für Kirchenmusik des Bistums Mainz; CD 2, Track 25

Vokalensemble am Wormser Dom, Ltg. Dan Zerfaß

Musik 3

Irische Volksweise

https://www.kirche-im-swr.de/?m=28306

Netiquette

Anregungen, Lob, Kritik - hier können Sie sich zu unseren Sendungen im SWR äußern.

Ihre Kommentare werden moderiert und dann so bald wie möglich freigeschaltet.

Wir bitten Sie aber, bei Ihren Beiträgen folgendes zu beachten:
Ein Anspruch auf Veröffentlichung eines Kommentars besteht grundsätzlich nicht.
Ihre Kommentare sollten fair und sachlich gehalten sein. Wir bitten Sie die folgende Richtlinien bei Ihren Kommentaren zu kirche-im-SWR.de zu beachten.

Kommentare dürfen nicht

  • strafbar oder die Rechte Dritter verletzend
  • gegen die guten Sitten verstoßend
  • beleidigend oder ehrverletzend
  • politisch oder religiös extrem
  • Religionen, Weltanschauungen, Menschen pauschal verurteilend
  • fremdsprachlich
  • pornographisch, obszön oder jugendgefährdend
  • unsinnig oder anderweitig inakzeptabel sein.
  • Kommentare sollen sich auf Sendungen der Kirchen im SWR Programm beziehen.
  • Es dürfen keine Beiträge mit gewerblichem und/oder werbendem Charakter eingestellt werden.
  • Eine kommerzielle Nutzung durch z.B. das Anbieten von Waren oder Dienstleistungen ist nicht erlaubt.
  • Die Beiträge dürfen keine Links enthalten.
  • Zitate müssen durch die Angabe einer Quelle bzw. des Urhebers belegt sein.
  • offensichtlichen Missbrauch von Klarnamen enthalten

Wir behalten uns vor, Beiträge nicht zu veröffentlichen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir anonyme Beiträge nicht freischalten, melden Sie sich daher bitte mit Ihrem Namen an. Geben Sie am besten auch Ihre E-Mail- Adresse an, damit wir Ihnen gegebenenfalls individuell antworten können.

Durch das Abschicken Ihres Beitrags räumen Sie kirche-im-SWR.de das Recht ein, Ihre Beiträge dauerhaft zu präsentieren, in Beiträge einzuarbeiten (ohne Namensnennung) oder sie nach redaktionellem Ermessen zu löschen. Wir behalten uns vor, diese Richtlinien ggf. zu ändern bzw. zu ergänzen.

Wenn Sie Anmerkungen haben, die Sie uns direkt zukommen lassen möchten, die aber nicht veröffentlicht werden sollen, schicken Sie uns bitte eine Mail an: ev.rundfunkpfarramt.bw@kirche-im-swr.de

Schließen