Manuskripte

SWR4 Abendgedanken

Meine Mutter hat viele Jahre unseren Vater gepflegt. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Ich habe hohe Achtung vor dem, was sie getan hat und was viele andere Menschen jeden Tag tun: Sie sind für einen Angehörigen da: Sie kochen, waschen, helfen beim Essen. Sie halten Hände, tragen Schmerz und Leid. Dabei geraten sie oft selbst an den Rand der eigenen Kräfte, manchmal auch darüber hinaus. Zwischendurch setzen sie sich mit Pflegegraden, Betreuungs-und Entlastungsleistungen auseinander.

Von anderen, außerhalb der Familie, werden pflegende Angehörige kaum wahrgenommen. Kein Wunder, denn ihre Arbeit geschieht ja im Verborgenen und sie machen kein großes Aufheben darum. Schätzungen sagen, dass es rund 4,7 Mio Menschen sind, vor allen Dingen Frauen, manchmal auch Männer. Sie sind sozusagen der größte Pflegedienst Deutschlands. Sie ermöglichen ihren Angehörigen, in der vertrauten Umgebung bleiben zu können. Wer möchte im Alter nicht gern zu Hause bleiben?

Warum tun Menschen wie meine Mutter das? Aus liebevoller Verbundenheit, sie haben oft viele Jahre mit ihrem Partner das Leben geteilt. Manche aber ganz einfach auch aus einem Pflichtgefühl heraus. Für meine Mutter gab es keine Alternative. Sie wollte ganz bewusst für ihren Mann da sein.

In der Bibel werden Christen erinnert: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet“. Das sagt sich so leicht, denken Sie jetzt vielleicht. Fröhlich zu sein, geduldig zu bleiben. Wer einen pflegebedürftigen Menschen dauerhaft begleitet weiß, dass es enorm viel Kraft kostet. Wie soll man da fröhlich und geduldig bleiben? Ich verstehe es gut, wenn man es nicht schafft.

Aber da ist ja noch ein dritter Teil, an dem ich hängen bleibe: „Seid beharrlich im Gebet“. Das gefällt mir. Ich kann für die Kranken und für die Angehörigen beten. Es tut ihnen gut zu wissen, dass man an sie denkt. Ich glaube, das gibt ihnen Kraft für ihre Aufgabe. Das gilt übrigens auch für die Mitarbeiter der Pflegedienste.

Das Beten liegt vielleicht nicht jedem. Wer das nicht mag, der kann vielleicht einfach an sie denken, sich erkundigen, nachfragen. Auch wenn es nicht den eigenen Angehörigen betrifft.

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