Manuskripte

SWR4 Abendgedanken

Sind Sie schon oder noch beim Abendbrot? Abendbrot, das ist, glaube ich, etwas typisch Deutsches. Ein reich gedeckter Tisch mit Brot, Butter, Käse und Wurst, vielleicht noch ein paar Gurken, nicht mehr und nicht weniger. Ich mag das Abendbrot von allen Mahlzeiten am liebsten. Wenn es irgendwie geht, sitzen wir dabei als Familie nach dem Arbeits- und Schultag zusammen und lassen den Tag Revue passieren. Bei uns geht es am Tisch immer munter zu. Kinder wie Erwachsene berichten von dem, was sie bewegt. Wir teilen das Brot und das Leben.

„Unser tägliches Brot gib uns heute“ heißt es im Vater Unser. Schon Martin Luther hat darüber nachgedacht, was zum täglichen Brot dazu gehört. Er wusste gut: Brot allein ist zu wenig. Davon kann man nicht leben. Mir gefallen seine Gedanken dazu. Denn der Reformator kommt schnell darauf, dass das tägliche Brot weitaus mehr ist als das, was auf dem Tisch steht und uns Menschen satt macht. Das tägliche Brot ist für ihn alles, was wir für ein gutes Leben benötigen. Er erweitert den Begriff des täglichen Brotes: Tägliches Brot ist zum Beispiel auch ein Zuhause, in dem man sich wohl und geborgen fühlt. Oder die Arbeit, von der man leben kann. Und vor allen Dingen ist es das, was man sich für alles Geld der Welt nicht kaufen kann: Menschen in meiner Umgebung, die ich liebe und von denen ich mich geliebt weiß: Neben der eigenen Familie auch Freunde und Nachbarn, die es gut mit mir meinen und das Leben mit mir teilen.

Luther lenkt meinen Blick über meinen eigenen Abendbrottellerrand hinaus. Er sagt mir: Sei Gott dankbar für das, was Dir an manchen Tag in Deinem Leben so selbstverständlich scheint. Es ist nicht wahrhaftig nicht selbstverständlich, es ist kostbar. Ich genieße diese gemeinsame Zeit am Abendbrottisch mit meiner Familie sehr. Oft haben wir viel zu lachen. Wir fragen nach, um die Anliegen des anderen besser zu verstehen und manchmal regen wir uns gemeinsam auf. Gegessen wird eigentlich nur nebenbei. Und wenn es einem von uns zu Beginn des Abendbrots nicht gut ging:  Er oder sie kann sich darauf verlassen, dass es hinterher auf jeden Fall ein wenig besser geht.

 

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