Manuskripte

Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Selten hat mich eine Nachricht so erschüttert: Jedes sechste Kind weltweit wächst in Krisengebieten auf. So steht es in einem Bericht der Organisation Save the children. Die großen deutschen Zeitungen und das Fernsehen haben jüngst darüber berichtet. Besonders schlimm finde ich: Die Zahlen sind in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Es sind fast doppelt so viele wie noch Anfang der 90er Jahre. „Aus ihren Elternhäusern, Schulen und Spielplätzen sind Schlachtfelder geworden.“ So formuliert Helle Thorning-Schmidt, die Leiterin der Organisation und frühere Regierungschefin in Dänemark. 

Ich frage mich: In welcher Welt leben wir!? So oft ist davon die Rede, dass die Menschheit aus der Geschichte lernen kann. Aber die Realität spricht dem Hohn. Ich und viele meiner Generation haben geglaubt: Die Zeit des Wettrüstens ist vorbei. Inzwischen stehen die Zeichen wieder auf Abschreckung. Verträge, die die Menge an Waffen begrenzen, werden gekündigt. Ein neuer Rüstungswettlauf hat begonnen. Manche Politiker verkaufen das auch noch als Heilmittel und glauben wirklich: Wer möglichst viel droht, wer mit dem Säbel rasselt, gewinnt am Ende. 

Aber war es nicht oft anders? Die Waffen bleiben meistens nicht in den Arsenalen, sondern werden eingesetzt. Irgendwann, aber mit tödlicher Sicherheit. Ich kann jedenfalls der Logik nichts abgewinnen, dass man Sicherheit durch Waffen erzwingen kann. Mag sein, dass ich in dieser Hinsicht naiv bin. Ich bin trotzdem fest davon überzeugt, dass einer aus der Spirale von Rüstung und Gewalt aussteigen muss. Nicht mehr mit gleicher Münze antworten. Einer muss sagen: Ich mach’ da nicht mehr mit. Ich verspreche, nicht als erster einen Stein zu werfen. Ich stecke mein Schwert in die Scheide. 

Für mich haben Christentum und Gewaltlosigkeit immer zusammen gehört. Wer sich Christ nennt, kann keinen anderen bedrohen, oder gar seinen Tod in Kauf nehmen. Für mich ist das so etwas wie der rote Faden, der das Denken und Handeln von Jesus durchzieht. Ich weiß, dass Christen sich nicht immer daran gehalten haben, und halte das für eine schwere Sünde. Ich glaube, es ist an der Zeit, dass die Christen sich in diesem Punkt zusammenschließen: gegen Waffenexporte, gegen Säbelrasseln, gegen Krieg.

Die Zahl der Kinder, die in Kriegen verletzt oder getötet worden ist, hat sich seit 2010 verdreifacht. Wie kann jemand die Schuld am Tod auch nur eines der Kinder auf sein Gewissen laden?

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