Manuskripte

Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Ich weiß nicht mehr allzu viel aus meiner Schulzeit. Aber mein Englischlehrer erzählte manchmal von den Problemen mit seinen Kindern zu Hause. Ein anderer von seiner Zeit als junger Soldat im 2. Weltkrieg und wie ihn das geprägt hat. Und in Religion hatten wir einen, der war komplett unerlöst, cholerisch, immer in Abwehrhaltung und absolut nikotinsüchtig.

Was wir bei ihm an Unterrichtsstoff durchgenommen haben, habe ich erst da wieder staunend festgestellt, als ich in meiner alten Schulbibel Pfuschzettel gefunden habe. Hatte ich alles total vergessen. Es sind die Menschen, die mich und mein Leben berührt oder eben nicht berührt haben.

Eltern, Verwandte, Lehrer, Freunde, Gruppenleiter, Jugendpfarrer oder wer auch immer. Und nicht der Unterrichtsstoff der Schule oder der Katechismus der Kirche. Unser Pfarrer zu Hause, ja, der hat auch Angebote gemacht für uns Jugendliche damals. Aber in erster Linie war er ein Mensch, der uns Raum gegeben hat. Da konnten wir uns austoben und bewähren. Und vor allem: er war da, mit seiner Geduld und wahrscheinlich auch mit seinem Vertrauen. Viel mehr brauchte er gar nicht machen.

Wie wichtig das war, habe ich erst viel später kapiert. Seitdem ist mir eines völlig klar: Es sind immer Menschen, die zeigen, wie das Leben geht, nicht Programme oder Weltanschauungen. Es sind Menschen, an denen ich mich orientiere, die mir Beispiel und Hoffnung geben. Eben, weil sie so leben, wie sie leben. Weil sie so handeln, wie sie handeln, weil sie Raum geben oder nicht, weil sie lieben oder hassen. Auch der Glaube kommt immer auf zwei Beinen daher, so hat das mal ein Kollege treffend beschrieben. Wir sind es, Sie und ich, die denen um uns herum Hoffnung, Vertrauen und Zukunft geben. Und das jeden Tag, auch heute wieder.

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