Manuskripte

SWR2 Lied zum Sonntag

 (GL 413)

Heute Morgen geht es im Lied zum Sonntag um ein großes Gefühl: um die Ehre. Franz Schubert hat es 1827 komponiert, im Rahmen seiner Deutschen Messe. Der Text stammt von Johann Philipp Neumann. Schuberts Messe war ein Meilenstein dafür, dass auch in der katholischen Messe endlich mehr Deutsch gesungen wurde und nicht nur Latein. Mit dem Lied von heute Morgen kommt viel Gefühl in den Gottesdienst.

 

  1. Chor a capella (Südfunk)

             „Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe!“ singet der Himmlischen selige Schar.

             „Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe!“ stammeln auch wir, die die Erde gebar.   

             Staunen nur kann ich und staunend mich freun,

             Vater der Welten, doch stimm ich mit ein:

             „Ehre sei Gott in der Höhe!“         

Wenn ich das Lied höre, dann drängt sich mir das Wort „Ehre“ auf. Aber was bedeutet „Ehre“ eigentlich? Ich muss an eine Beerdigung denken, bei der ich vor kurzem war. Da ist ein alter Feuerwehrmann aus unserem Dorf gestorben und vier seiner Kameraden standen während der ganzen Feier neben seinem Sarg. Sie haben ihm die letzte Ehre erwiesen. Mir hat gefallen wie die vier Feuerwehrleute dastanden. Wie sie ihren toten Freund bei seiner Beerdigung nicht allein gelassen haben. Und mir hat auch gefallen, wie der Kommandant in seiner Rede über den Toten gesprochen hat. Dass es eine große Ehre war, den Kameraden im Verein zu haben. Und dass der Verstorbene das selbst auch so empfunden hat. Und dann sagt der Redner am Schluss eben auch diesen einen Satz: „Wir erweisen ihm heute die letzte Ehre.“

Das klingt feierlich. Vielleicht weil es den, der da gerade „Ehre“ erfährt, irgendwie größer werden lässt. Für mich hat das viel mit Achtung und Respekt vor dem Menschen zu tun, wenn jemand so geehrt wird.

Im Lied von heute Morgen wird Gott geehrt. Wenn ich Gott ehre, dann sage ich damit: Gott, du bist mir wichtig. Ich sehe dich. Ich verstehe dich als Schöpfer und lasse dich groß sein. Ich kann nur noch darüber staunen, wie ich dich in meinem Leben erfahre.

In der zweiten Strophe von unserem Lied wird die Ehre der Schöpfung in den Mund gelegt. Nicht nur ein einzelner Mensch, sondern die ganze Schöpfung singt: Gott, du bist wichtig und du bist unendlich groß. Im Liedtext heißt es so:

„Ehre sei Gott in der Höhe!“, kündet der Sterne strahlendes Heer.

„Ehre sei Gott in der Höhe!“ säuseln die Lüfte, brauset das Meer.

Feiernder Wesen unendlicher Chor jubelt im ewigen Danklied empor.“

 

                      2) Chor a capella (Südfunk)

                      „Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe!“,

                      kündet der Sterne strahlendes Heer.

                     „Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe!“

                     säuseln die Lüfte, brauset das Meer.

                    Feiernder Wesen unendlicher Chor

                    jubelt im ewigen Danklied empor.

                   „Ehre sei Gott in der Höhe!“

 

Wenn ich Gott ehre, dann spornt mich das auch dazu an, die Menschen um mich herum zu ehren. Denn im Lied wird Gott der „Vater der Welten“ genannt und die Menschen sind die, „die die Erde gebar“. Sie sind die Erdenkinder.

Ehre tut jedem gut. Ich kann zum Beispiel jemanden ehren, wenn ich ihn so richtig lobe. Und ich selbst empfinde es zum Beispiel als besondere Ehre, wenn mich jemand mit etwas Schönem überrascht. Dann merke ich: Ich bin wichtig und ich werde gesehen.

Jedem Erdenkind steht Ehre zu, weil auch der Vater der Welten geehrt wird. Und weil wir als seine Geschöpfe so eine enge Beziehung zu Gott als Schöpfer haben, ist jeder einzelne Mensch es wert, geehrt zu werden.

        

3) Chor Bayrischer Rundfunk mit Bläsernachspiel

Ehre sei Gott in der Höhe.

Bläsernachspiel

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