Manuskripte

SWR2 Wort zum Tag

Seit dem letzten Mai ist sie in aller Munde – naja: beinahe jedenfalls. Die DSGVO – die europäische DatenschutzGrundverordnung regelt unter anderem noch mal deutlicher und schärfer das so genannte „Recht am eigenen Bild“. Na gut – vielleicht ja nur noch mal deutlicher als früher; niemand darf ohne ausdrückliche Zustimmung niemand fotografieren oder gar das Bild irgendwo öffentlich machen. Und für Kinder und Jugendliche unter sechzehn müssen auch die Eltern zustimmen, schriftlich am besten.

Keine Frage: Es ist einfach viel zu viel Schindluder getrieben worden; da haben Leute Fotos geschossen und oft genug die Menschen selbst getroffen, die sie angeblich nur abbilden wollten. Am liebsten in den nur so genannten „Sozialen Netzwerken“. Und mit Fotos, die den Getroffenen oder die Betroffene in einer irgendwie albernen Haltung oder Pose zeigen oder mit Menschen um sich herum, die Hörner zeigen oder Zähne oder einen Vogel oder schlimmeres. Ganz zu schweigen von verfälschten Fotos, Gesichtern auf nackte Figuren montiert und solchem Dreck mehr.

Wer Menschen so vorführt, gehört verwarnt oder bestraft. Weil es gibt ein paar ziemlich rücksichtslose Typen, die mit ihrer Kamera und online machen, was sie wollen, ohne große Rücksicht zu nehmen. Und weil es Kinder und Jugendliche besonders übel treffen kann – längst vor jedem Porno-Verdacht übrigens: richtig, dass ihre Rechte noch mal besonders geschützt sein sollen. Falsche Fotos von dir online auf Fakebook oder Instagram – und deine Bewerbungsunterlagen für die neue Stelle fallen gleich hinten runter; egal, ob die Bilder uralt sind.

Der Fotograf meines Vertrauens erzählt, allerdings, noch mal was anderes: Die VierzehnJährige rastet schier aus, als sie am Bildschirm ein Porträtfoto  auswählen soll: Oh mein Gott – wie sieht die denn aus – neue Bilder machen – ist ja furchtbar! Und das etwas ältere Semester: macht den Fotografen gleich aufmerksam, dass er mit Photoshop ja sicher dafür sorgen kann, dass Falten oder sowas auf meinem Foto verschwinden. Nur ganz selten hört er „Bingo das bin ich, bloß nichts mehr verändern“. Fotografie liefert eben ein reales Abbild; das kann mich gern auch mit mir selbst konfrontieren. Das ist doch gut!

Denn natürlich hat jeder Mensch das Recht auf das eigene Bild. Aber wie das aussieht, beeinflussen wir schon auch selbst – ein kleines Lächeln, eine nachdenkliche Stirnfalte, ein offener Blick: so kann mich ruhig jedes Foto zeigen – in beinah jeder Umgebung. Und ich stehe zu mir selbst, auch wenn mein Bild Falten zeigt und graues Haar.Darf gern auch öffentlich werden. Wobei: ich würde auch am liebsten gefragt werden und zustimmen. Weniger wegen DSGVO – einfach, weil es sich so gehören würde!

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