Manuskripte

SWR2 Wort zum Tag

Wohnst du noch, möchte man fragen wie das große schwedische Möbelhaus, wohnst du noch, oder spendest du schon… So viel wie den blau-gelben Jahres-Umsatz haben die Deutschen 2018 gespendet. Oder so viel wie die Großstadt Köln am Rhein im gleichen Jahr laut Stadthaushalt ausgeben konnte. Über fünf oder sogar sechs Milliarden Euro. Je nach Forschungsinstitut.

Beeindruckende Zahlen, finde ich. Sie widerlegen – ansatzweise zumindest – das Gerede von der Egoismus-Republik Deutschland. Zumal die Zahlen auch weiter steigen, im Jahresvergleich. Und weil sich zeigt, dass die Spenderinnen und Spender auch auf akute Not reagieren. Das wird jetzt auch wieder so sein, denke ich, wenn Caritas International und Brot für die Welt und Rotes Kreuz und andere um Spenden bitten für die vielen tausend Opfer des Tsunami in Sumatra und Java.

Also alles gut? Nun ja – jedenfalls wäre da noch viel Luft nach oben. Denn nur ein eher kleiner Teil aller Deutschen macht da überhaupt mit. 25 Prozent, gerade mal ein Viertel. Und die mit eher überschaubaren Summen – pro Nase, meine ich. Zwischen vierunddreißig und sechsunddreißig Euro – also rund zehn Cent am Tag. Schon klar: Für viele ist auch das viel Geld. Aber für so viele andere, wenigstens Mittelverdiener oder sogar Reiche doch eher ein Klacks, oder?

Vielleicht hat Papst Franziskus ja doch Recht, wenn er zu Weihnachten die Gier beklagt, die sich weltweit gierig ausbreite. Das Mehr-Haben-Wollen – aber auch das Festhalten-Wollen. Die mangelnde Bereitschaft, zu teilen, was die Menschen haben.

Schade ist das – und ein Schaden für die Armen – denen es oft genug ja am Lebensnotwendigen fehlt. Und schade auch für die Reichen und Mittelreichen und alle anderen, die lieber festhalten als zu teilen. Denn auch ihre Welt wird ja nur vordergründig schöner und lebenswerter, je mehr sie haben und besitzen und sich leisten können. In Wirklichkeit bleibt die Welt so lange ein Jammertal für alle, solange Reichtum und Sicherheit und Friede so ungleich verteilt bleiben wie das immer noch ist.

Als Werbe-Texter würde ich das vielleicht mal für eine Spendenaktion von Diakonie oder Caritas vorschlagen. (Das Honorar für den Spruch würde ich natürlich spenden – komplett!) Also: Lebst du noch für dich selbst oder teilst du schon mit den fernen Nächsten

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