Manuskripte

SWR4 Abendgedanken

Vor 2000 Jahren am Rande der Wüste in Israel. Ein Mann steht am Ufer eines Flusses. Wild sieht er aus. Er heißt Johannes, genannt der Täufer. Sein Gewand ist aus Kamelhaaren, wie bei den Nomaden aus der Wüste. Wie sie ernährt er sich von wildem Honig und Heuschrecken. 

 

Johannes predigt in klaren Worten: „Lasst uns reinen Tisch machen. Es gibt zu viel Ungerechtigkeit bei uns. Das gefällt Gott nicht. Kommt zu mir in die Wüste, lasst uns noch mal von vorne anfangen.“

Manchmal frage ich mich, ob wir heute auch wieder so einen Johannes bräuchten. Bei all den Problemen in unserer Gesellschaft. Da werden die einen immer reicher, die anderen können kaum ihren Strom bezahlen. Da tricksen die großen Unternehmen, und die Politik soll es richten, wenn der Schwindel auffliegt. Wer glaubt noch daran, dass sich diese Dinge grundlegend ändern lassen? Viele wenden sich deshalb enttäuscht ab, sind unzufrieden und schimpfen auf die Politiker oder die Medien.

Johannes, der Täufer beschönigt nichts. Er vertröstet nicht und hält keine langen Reden. Stattdessen will er sein ganzes Volk in die Wüste schicken. Die Wüste ist der Ort, wo alles auf Null gesetzt wird. Da lässt es sich nicht gut leben. Aber dort erkenne ich, was ich ändern muss. Weil es nichts anderes gibt als mich selbst.

So viele Menschen haben sich damals von Johannes rufen lassen, dass die Mächtigen unruhig wurden. Irgendwann haben sie seinen Kopf gefordert. Doch sein Beispiel hat Geschichte geschrieben. Selbst Jesus ließ sich von Johannes im Jordan taufen.

Zu Beginn des Neuen Jahres denke ich besonders an diesen Johannes: Er sagt klar, was schiefläuft. Dabei bezieht er alle mit ein. Keiner soll einfach nur mit dem Finger auf andere zeigen und sich dann zurücklehnen. Wenn sich wirklich etwas ändern soll, heißt es für alle: Komm in die Wüste, um zu erkennen, was bei Dir schief läuft. Mach dich ehrlich, dann kann etwas Neues beginnen.

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