Manuskripte

SWR4 Abendgedanken

Als Kind habe ich gern das Lied gesungen: Froh zu sein bedarf es wenig und wer froh ist, ist ein König. Heute meine ich oft, ich bräuchte mehr Freizeit und viele andere Sachen, um endlich froh zu sein. Da gefällt mir die Geschichte vom armen Flickschuster. 

Vor langer Zeit will ein König wissen, was seine Untertanen so treiben. Darum verkleidet er sich als einfacher Bürger und geht abends durch die Stadt. Er klopft an die nächstbeste Tür und landet bei einem Flickschuster. Der Flickschuster teilt gern mit ihm sein einfaches Essen. Neugierig fragt ihn der König, was er von der Zukunft erwartet. Da sagt der Flickschuster: Jeder Tag ist ein Geschenk Gottes. Ich freue mich über jeden Tag, den ich erleben darf!

Am nächsten Tag hängen überall Schilder in der Stadt: Flickschusterei verboten – Befehl des Königs. Der arme Flickschuster zuckt nur mit den Schultern. Am Abend kommt wieder der König vorbei. Das Essen steht schon auf dem Tisch. Der Flickschuster erzählt, er hat heute einfach Brennholz gesammelt und verkauft.

Doch der König geht noch weiter: Am nächsten Morgen lässt er den Flickschuster von zwei Soldaten abholen. Sie geben ihm ein Schwert und er muss vor dem Schloss Wache halten. Geld bekommt er nicht, dafür soll er morgen gleich wieder antreten. Der Flickschuster ist müde und hungrig. In seiner Not verpfändet er sein Schwert und kauft Essen für sich und seinen Gast. Für den nächsten Tag schnitzt er sich ein Schwert aus Holz.

Als der Flickschuster morgens zum Schloss läuft, befehlen ihm die Soldaten: Richte mit deinem Schwert diesen Mörder hin. Da ruft der Flickschuster so laut er kann: Gott helfe mir: Wenn dieser Mensch unschuldig ist, soll Gott mein Schwert in Holz verwandeln. Dann zieht er sein Holzschwert aus der Scheide und reckt es in die Höhe. Der König hat alles beobachtet und ist beeindruckt. Er stellt den Flickschuster sofort als seinen Berater ein.

Mir gefällt an dieser Geschichte, wie sich der Flickschuster nicht unterkriegen lässt. Er bleibt großzügig und dankbar. Wenn ihm andere Steine in den Weg legen, baut er sich aus diesen Steinen etwas Neues. Der Flickschuster ist für mich ein Vorbild, wenn es darum geht, Chancen zu entdecken und schlau zu nutzen. Er zeigt mir: Froh zu sein, bedarf es wenig.

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