Manuskripte

SWR3 Gedanken

Ein kleiner grüner Gnom mit Straßenkreide auf den Asphalt gemalt. Das Figürchen sieht lustig aus, so als ob es gerade aus einem Kinderbuch gesprungen ist. Besonders witzig sind die Haare. Die sind nicht gemalt, sondern echt. Der Haarschopf ist ein Unkrautbüschel, der sich genau an der richtigen Stelle durch den Asphalt drückt.

Der Straßenkünstler David Zinn hat die kleine Figur gemalt. Er lebt in einer amerikanischen Kleinstadt in Michigan. Mit seinen Bildern aus Straßenkreide will David Zinn seine Stadt verschönern, vor allem in den grauen und besonders hässlichen Ecken. Und er will die Leute mit seinen Motiven überraschen und sie zum Lächeln bringen. Das Besondere bei David Zinn ist: er bezieht immer das, was er am Straßenrand vorfindet, in seine Bilder mit ein: unter einem losen Pflasterstein lässt er zum Beispiel einen kleinen Drachen hervorschauen und einen hässlichen Gulli-Deckel funktioniert er zu einem Grillrost um, auf dem die Würstchen braten.

Ich finde es genial, was der Straßenkünstler macht: er nimmt das, was da ist und macht was draus. Und wenn es erstmal noch so schäbig aussieht. David Zinn malt einfach seine bunten, gutgelaunten Figürchen dazu.

Dass man es schafft an den unansehnlichen und grauen Stellen, ein bisschen Farbe und Humor reinzubringen, das ist gar nicht so einfach. Nicht nur in der Straßenkunst. Aber ich kenne Leute, die können das. Meine Tante ist so ein Typ. Als ihr Mann gestorben ist und es immer wieder Tränen gegeben hat, hat sie seine Witze und Sprüche nacherzählt. Das hat die Trauer ein bisschen leichter gemacht. Und mir fällt auch mein Physiklehrer ein. Das Fach Physik war für mich grauenhaft, aber die gute Laune von meinem Lehrer, die hat mich die blöden Unterrichtsstunden irgendwie leichter ertragen lassen.

Genial, wenn das jemand schafft: dass es in den grauen und tristen Situationen, irgendwie leichter und fröhlicher wird. Für mich ist so jemand auf jeden Fall ein Künstler.

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