Manuskripte

SWR3 Gedanken

Ich bin in einem Zirkus-Gottesdienst. Das ist ein Gottesdienst in einem Zirkuszelt. Mit Artisten, Pfarrer und einem Riesenpublikum. Vorne in der Manege steht ein Pfarrer und betet: „Gott, bei dir bin ich geborgen wie in einem Zirkuszelt. Hilf mir, dass ich dieses Gefühl auch an andere weitergebe. Damit sie sich geborgen fühlen, dadurch wie ich zu ihnen bin.“  Dann kommt gleich darauf eine Artistennummer.

Es ist ein Jongleur. Er macht eine Art Kopfstand und jongliert dann mit seinen Füßen silbrig glänzende Rollen. Erst eine, dann zwei, dann drei… immer so weiter. Am Ende wird es richtig knifflig und dann… macht der Jongleur einen Fehler und alle Rollen fallen auf den Boden. Erst geht ein Raunen durch die Reihen, aber dann gibt es trotzdem Beifall. Der Artist bleibt cool. Er sucht alles zusammen und zeigt das gleiche Kunststück nochmal, so als wäre nichts gewesen. Dieses Mal schafft er es und bekommt tosenden Applaus.

Ich denke an das, was der Pfarrer kurz vorher gebetet hat. „Gott, hilf mir, dass ich Geborgenheit an andere weitergebe.“ Da ging es zwar nicht um ein Artistenkunststück, aber trotzdem irgendwie auch um eine große Leistung. Nämlich darum, was meine Aufgabe als Christin ist: nämlich bei allem, was ich sonst noch so im Alltag jonglieren muss, auch noch anderen ein gutes Gefühl weiterzugeben.

Der Artist hat sein Kunststück ja nicht gleich geschafft, so wie ich meine Aufgabe auch nicht immer schaffe. Obwohl ich weiß, wie einfach das gehen kann, dass ich jemandem ein bisschen Geborgenheit weitergebe. Zum Beispiel wenn ich meiner Freundin einfach so eine kurze Nachricht schicke oder wenn ich meine Tochter in den Arm nehme, obwohl wir gerade heftig Ärger miteinander hatten. Ich bin oft mit tausend Dingen beschäftigt, die ich jonglieren muss. Tausend Kleinigkeiten, die ich alle unter einen Hut bringen will. Dann noch an andere denken, ihnen ein gutes Gefühl geben, das klappt dann nicht auf Anhieb. Der Jongleur macht mir vor wie es gehen kann: es in aller Ruhe noch einmal versuchen.

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