Manuskripte

SWR2 Wort zum Tag

Wahrscheinlich treffen Sie heute am Nikolaustag auf rote Nikoläuse –als Schokonikolaus oder in echt – also als Nikolaus Verkleidet  - vor Kaufhäusern, in Fußgängerzonen. Der mit dem roten Gewand und dem weißen Fell an Saum und Zipfelmütze, mit einem Sack voller Geschenke und manchmal mit Rute – der ist bei uns weit verbreitet. Mal ist er alleine, mal mit Rentier und Schlitten unterwegs, manchmal auch in Begleitung von „Knecht Ruprecht“. Er füllt über Nacht die Stiefel mit Süßigkeiten und sammelt – in Personalunion als Weihnachtsmann – Wunschzettel. Er ist wie ein unermüdlicher Geschenkservice.

Vielleicht begegnet Ihnen aber auch einer im weißen Gewand - mit Bischofsstab und Bischofsmütze. Irritiert Sie das? Der mit dem weißen Gewand ist so etwas wie eine deutliche Alternative. Er ist kein Fabelwesen – sondern historisch bezeugt. Er stammt aus der heutigen Türkei. Südwestlich von der Touristenhochburg Antalya hat er gelebt. Das ist nun 1.700 Jahre her. Dieser Nikolaus war ein Wohltäter durch und durch. Man erzählt von ihm, wie er Seefahrer dazu bewegen konnte, der hungernden Bevölkerung von ihrer Schiffsladung genug Korn zu überlassen. Und - Wunder über Wunder - bei der Weiterfahrt kamen die Schiffe ohne einen Verlust an Korn im Zielhafen an.

Auch einem Geschäftsmann half er. Als der in seiner Not dachte, er müsse nun seine Töchter als Sklavinnen verkaufen, da warf dieser Nikolaus dreimal bei Nacht Goldklumpen durchs Fenster. Gerettet. Und ohne es zu ahnen, so wird erzählt, wurde Nikolaus zum Bischof ausersehen. Das war in Myra – dem heutigen Demre – in der Türkei - weswegen er bis heute auch Nikolaus von Myra heißt. Heute am 6. Dezember ist sein Todestag.

Ich mag diesen Asiaten im weißen Dress, der sich für Menschen in Not einsetzt und der offenbar ohne jedes Schaulaufen in eine Spitzenposition gekommen ist. Der Nikolaus – mit Bischofsstab und Bischofsmütze hat Konjunktur. Nicht nur in kirchlichen Kreisen. Auch im Schokoregal im Supermarkt habe ich ihn schon gesehen. Ein gutes Zeichen, finde ich.

Ein Wohltäter und alles andere als ein Karrierehengst – der ist ein guter Wegbereiter auf das Christfest hin. Ich freue mich darauf, wenn heute Abend - zur ökumenischen Nikolausfeier - der im weißen Gewand kommt und seine Geschichten erzählt.

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