Manuskripte

SWR4 Abendgedanken

„Ich künde die Liebe“,  das ist die Inschrift einer Glocke in der Oppenheimer katholischen Kirche St. Bartholomäus. Die älteste Glocke der evangelischen Katharinenkirche stammt aus dem Jahr 1856 und trägt die Inschrift „Concordia“. Das bedeutet „Eintracht“.

Aber: Liebe und Eintracht kann man nicht herbeiläuten. Und manchmal denke ich: - je mehr davon geredet und geläutet wird, -  umso mehr kommt es uns abhanden: das liebevolle, das friedvolle und einträchtige Miteinander.

In unserer Stadt hat in den vergangenen Monaten in politischen Auseinandersetzungen oft ein ziemlich rauer Ton geherrscht. So ist das ja inzwischen leider in vielen Städten und Gemeinden. Zu den Problemen, die die Leute sowieso schon hatten, kamen auch noch Verletzungen, böse Briefe und vieles andere Ruppige hinzu. Wenn doch da eine laute Glocke dazwischen gebimmelt hätte, wenn der Umgangston wieder einmal getränkt war von Häme, Misstrauen oder Wut!

Vor ein paar Wochen haben die Glocken zu einem Friedensgebet geläutet, so wie in vielen anderen Gemeinden auch. Das hat mich sehr berührt. Es hat gut getan, mit Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen zusammen für den Frieden auch in unserem Oppenheimer Miteinander zu beten und so den Ein-Klang zu üben. Vielleicht müssten wir das öfter machen, habe ich gedacht. Damit die Leute merken, wie gut uns der Frieden tut und wie sehr er uns fehlt.

In vielen Städten und Dörfern gibt es ja auch das: Menschen treffen sich einmal in der Woche und beten für den Frieden. Man kann das naiv finden: Was kann beten da schon helfen! Aber viele sagen auch: Jede Woche erinnere ich mich, dass Gott Frieden will.

Und es tut mir gut, dass ich erlebe: So wie ich wünschen auch andere nichts mehr als Frieden. Sie beten dafür. Und sie tun, was sie können, dass es wieder friedlicher wird unter uns.

Und wenn in unserer Stadt und anderswo in der Advents- und Weihnachtszeit die Glocken sogar noch häufiger läuten als sonst, dann wünsche ich mir, dass Liebe und Eintracht als gemeinsames Programm angesagt sind. Und dass alle Leute einstimmen in diesen Umgangs-Ton der Glocken: Liebe und Eintracht.

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