Manuskripte

SWR4 Abendgedanken

Adventsdekoration ist eigentlich nicht meine Sache. Und zum Plätzchenbacken habe ich vor Weihnachten meistens keine Zeit. Aber ein Brauchtum im Advent ist mir lieb und wichtig: Die Barbarazweige. Die schneidet man heute, am 4. Dezember, am Barbaratag.

Heute sind es noch drei Wochen bis Weihnachten. Und da habe ich einen Strauß Forsythienzweige in eine Vase gestellt. Man kann auch Kirschzweige nehmen oder Quitte oder Ginster. Mit etwas Glück und der richtigen Behandlung  blühen sie dann genau zu Weihnachten.

Man erzählt sich dazu die Geschichte der Heiligen Barbara, der ein blühender Kirschzweig Kraft gegeben haben soll. Sie ist eine christliche Märtyrerin und soll im 4. Jahrhundert gelebt haben, als der christliche Glaube noch nicht sehr verbreitet gewesen ist.

Ihr Vater verlangte von seiner Tochter Barbara, den christlichen Glauben  aufzugeben. Aber sie hat sich geweigert. Daraufhin hat ihr Vater sie ins Gefängnis werfen lassen und hat befohlen, dass sie hingerichtet werden soll. Auf dem Weg ins Gefängnis hat sich ihr Kleid in einem Kirschzweig verfangen. Und sie hat den Zweig mit in ihre Gefängniszelle genommen. An dem Tag, als Barbara hingerichtet wurde, stand der Kirschzweig in voller Blüte. Folgende Worte werden dazu überliefert: „Du schienst wie tot. Aber du bist aufgeblüht zu schönerem Leben. So wird es auch mit meinem Tod sein. Ich werde zu neuem, ewigen Leben aufblühen.“

Sich Zweige ins Zimmer zu stellen, die im Winter blühen, das kann für jeden Menschen ein gutes Zeichen sein. Ein Zeichen dafür, dass die kalten Tage auch bald wieder überstanden sind. Ein Zeichen dafür, dass das, was jetzt aussieht wie totes Holz, auch wieder lebendig wird. „Geheimnis des Glaubens, im Tod ist das Leben“ so klingt mir eine Liedzeile im Ohr. In dem Lied „Das Weizenkorn muss sterben“ wird der  Kreislauf von Sterben und Leben in der Natur beschrieben. Daran glauben wir Christen ja  in allen Erfahrungen, die wir mit dem Tod machen: Dass Gott dem Tod nicht das letzte Wort lässt, sondern dass das Leben den Tod besiegt.

Barbarazweige sind für manche Menschen ein heiterer Brauch im Winter. Ich wünsche mir, dass sie allen guttun, die an kalten und dunklen Tagen ein Lebens-Zeichen von Gott brauchen.

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