Manuskripte

SWR3 Gedanken

„Ein goldenes Silbernixel und ein silbernes Warteinweilchen“. Den Satz habe ich noch im Ohr, wobei über den Ohren damals Zöpfe schwingen. Und ich habe die Szene noch vor Augen: Die Hände klebrig vom Plätzchenteig, die Nase voller Zimtgeruch, frage ich immer wieder naseweis: „Wann gibt’s endlich, endlich Bescherung und was krieg ich denn?“

„Ein goldenes Silbernixel und ein silbernes Warteinweilchen.“ Meine Großmutter, selbst silberhaarig, mit diesem einst typischen Lilaschimmer, strahlt mich über beide Ohren an, wischt sich das Gesicht mit der Kittelschürze und sagt diesen Satz. Wie hab ich sie dafür gehasst, meine allerliebste Oma. Denn: Was sollte das heißen? „Silbernixel“, also nix - oder doch irgendwas Wertvolles? Und besonders „Wart ein Weilchen“. Boah. Wer will schon warten. Als Kind. Und heute als Erwachsene erst recht nicht. Worauf auch?

Plätzchenbacken, okay. Wenn man´s schafft in all der Adventshektik. Warten auf Geschenke? Das Warten auf´s Christkind verliert ja auch - je älter je mehr - an Zauber. „Wir schenken uns nix“. Oder „Ich hab ja diese Online-Liste. Da kannst du fix was abklicken, musst nicht durch Läden und weißt genau, was gewünscht ist.“ Dann doch lieber ein Silbernixel. Als ich aus Trotz dieser Tage ganz analog beim Geschenkekaufen anstehe – lange ungeduldige Menschenschlange – sagt eine lilasilbergelockte Dame zu mir: „Gehen Sie ruhig vor, ich kann warten“. Beinahe will ich fragen: „Wo haben Sie das bloß gelernt?“, da ist mir, als höre ich es wieder. „Ein goldenes Silbernixel und ein silbernes…“ „Warteinweilchen“, sage ich laut und grinse wie ein Honigkuchenpferd.

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