Manuskripte

Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Gestern war der Erste Advent. Am Anfang der Adventszeit steht ein Bild: Eine geschlossene Tür, die geöffnet werden soll. Es ist keine Tür, die nach außen aufgeht, wie in einem großen öffentlichen Gebäude. Die Tür, die hier gemeint ist, öffnet sich nach innen. Sie führt in die eigene Wohnung; an einen Ort, wo man Gäste empfängt, sich niedersetzt und eine vertraute Stimmung entstehen kann. Nicht ich mache mich also auf und trete nach draußen, sondern umgekehrt: Ich empfange Besuch. Ich muss dazu aber die Türe öffnen.

Auch wer nicht religiös ist, kann dieses Bild verstehen und in die Tat umsetzen. Die Wochen vor Weihnachten könnten dann eine Gelegenheit sein, die eigene Wohnungstüre etwas mehr zu öffnen, und Gäste zu empfangen: zum Beispiel zu einer Tasse Tee am Nachmittag. Wo es doch gerade so schnell dunkel wird und viele froh sind, wenn sie nicht alleine sein müssen. Weil sie sonst nicht wissen, wie sie den langen Abend hinter sich bringen. Sie könnten andere einladen, um ein Glas Wein zu trinken, zum Schwätzen und sich Zuhören, einander einfach ein bisschen Zeit schenken. Mir tut es immer gut zu wissen, bei wem eine Tür offen steht, damit ich im Fall aller Fälle anklopfen kann und weiß: Ich bin willkommen.

Zu dem, was das mit Gott zu tun hat, mit dem Advent, ist’s jetzt nicht mehr weit. Gott kommt zu uns in die Welt, er kommt bei uns an. Das heißt Advent. Ankunft. Gott kommt ausdrücklich als Mensch. Er kommt in einem, der unter allen Menschen, die je gelebt haben, herausragt: Jesus, dem Sohn der Maria aus Nazareth, den Christen den Christus nennen, den Messias, den Gesandten Gottes. Als Christ glaube ich, dass er mein wichtigster Gast ist. Dass er meine Sorgen mit mir trägt, wenn er mich besucht. Und: Ich glaube, dass er der ganzen Welt gut tut. Weil er die Liebe über alles gestellt hat.

Es geschieht andauernd, dass Gott in die Welt, zu uns kommt. Die Zeit vor Weihnachten ist lediglich eigens dafür reserviert. IHM die Türe zu öffnen, meine Türe. Aber wie? Wer an Gott glaubt, ahnt, dass ER uns auch in allen anderen Menschen begegnet. Das geschieht oft unerwartet und überraschend. Gott wählt nicht den Allerweltsweg des Selbstverständlichen. Es ist deshalb gut, ihn auch in den Menschen zu erwarten, die nicht mein Fall sind, denen ich lieber aus dem Weg gehen würde. Besonders ihnen soll ich meine Tür öffnen, in mein Inneres, mein Herz.

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