Manuskripte

SWR2 Lied zum Sonntag

(GL 100, EG 676)

Wenn der Tag morgens startet, dann geht es für manche Menschen oft nur darum, die nächsten Stunden zu überstehen. Weil ich einsam bin, weil ich unter Druck stehe, weil ich viele Aufgaben erledigen muss, weil ich traurig bin. Schon am Morgen hoffe ich auf den Abend. Hoffe, dass der Lärm des Tages verebbt, dass ich zur Ruhe komme, dass ich alles erledigt habe, dass ich Besuch hatte oder gute Gespräche führen konnte. Das Abendlied Der Lärm verebbt erzählt von dieser Ruhe nach einem langen Tag.

1. Der Lärm verebbt, und die Last wird leichter. / Es kommen Engel und tragen mit. / Gott, segne alle, die dir vertrauen. / Gib Nacht und Ruhe, wo man heut litt.

Eine ganz einfache Melodie, ein Volkslied aus Schweden, ein ganz einfacher Text. Der mit einem starken Bild einsetzt: „Der Lärm verebbt“. Wie sich das Wasser nach dem Höchststand der Flut langsam zurückzieht, so klingt am Ende des Tages auch der Lärm aus. Aber nicht nur das: Die Last wird leichter, heißt es. Ein großes Versprechen. Dass der Alltag, dass Stress oder Einsamkeit, Trauer oder Hetze ausklingen.

Und wieder findet der Text dafür ein Bild: Engel kommen, so heißt es, und nehmen sich der Last an. Ich muss zugeben, ich bin kein großer Fan von Engeln. Aber das Dunkel und der Schlaf bringen das ja oft mit sich: Dass ich all das, was mich tagsüber beschäftigt, dass ich das loslasse. Dass es keine Rolle mehr spielt. Wie wenn es von einem anderen getragen würde. Von mir aus auch: Von einem Engel.

2. Lass Recht aufblühen, wo Unrecht umgeht. / Mach die Gefangnen der Willkür frei. / Lass deine Kirche mit Jesus wachen / und Menschen wirken, dass Friede sei.

In Der Lärm verebbt geht es aber um mehr, als nur die Ruhe nach dem Sturm. Es geht um mehr, als Innerlichkeit und meine persönliche kleine Einkehr. Die zweite Strophe erzählt davon, dass die Last für alle leichter werden soll. Gerade auch für Menschen, die in Unrecht leben, für alle, die unterdrückt und der Willkür ausgesetzt sind. In der Ruhe des Abends erbittet das Lied den Frieden für die Welt. Bittet dafür, dass sich Menschen dort einsetzen, wo der Friede kein Heimatrecht besitzt.

Der langsame Dreiertakt und die schwebende Melodie unterstreichen das abendliche Flair des Stückes. Die beiden Strophen können mich aber auch vom Morgen an durch den Tag begleiten. Sie lassen mich wissen, dass am Ende des Tages sicher nicht alles getan ist. Aber dass ich hoffen kann, dass mir die Nacht Kraft für den neuen Tag schenkt. Und allen Menschen guten Willens.

Der Lärm verebbt (GL 100, EG 676)

Text: Jürgen Henkys (1986/1990) nach »Nu sjunker bullret« von Lars Thunberg (1973)

Melodie: schwedische Volksweise

 

01

Satz: Paul Ernst Ruppel

Ausführende: Die Kleine Kantorei des Christlichen Sängerbundes

CD Kommt herbei, singt dem Herrn (2003) (Track 19 / 2:29)

Verlag Singende Gemeinde CS 95207 (ISBN 3877530442)

LC 00064

 

02

Satz: Christian Polonio

Chor: Go(o)d News, ejw

Leitung: Severine Henkel

http://www.lieder-vom-glauben.de/cms/startseite/?key=5421480640abebc554cfaf11055fe7b6 (3:24)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27279

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