Manuskripte

SWR3 Gedanken

„Aufrichtiges Beileid“, das ist oft auf Kondolenzkarten zu lesen. Oder bei Beisetzungen zu hören. Was mich immer auch ein wenig irritiert. Denn ist es nötig, ausdrücklich zu sagen, dass mein Mitgefühl ehrlich ist? Wenn aufrichtig für ehrlich steht. Oder soll es zeigen wie tief die Anteilnahme ist, wenn von aufrichtig die Rede ist? Wie auch immer, aufrichtig ist ein wichtiges Wort, nicht nur bei Trauerfällen. Weil Ehrlichkeit drin steckt. Bei diesem Wort seh ich einen Menschen mit geradem Rücken vor mir. Der aufrecht steht, aufrecht ist, der eine Haltung ausdrückt, innerlich und äußerlich. Jemand, der auch unter Druck nicht wackelt. Der ehrlich ist, auch wenn es Probleme gibt oder weh tut. Jemand, der dagegen hält, wenn es nötig ist. Zum Beispiel wenn fremdenfeindliche Sprüche losgelassen werden. Oder jemand aus einem anderen Kulturkreis eine Frau nicht mit Respekt behandelt. Direkt und gleich dagegen halten, damit ja nicht der Eindruck entsteht, so was geht bei uns oder könnte gar salonfähig werden. Aufrichtig kann auch sein, Menschen, die in Angst oder Not sind, aufzurichten. Im Wortsinne aufrichten, ihnen aus der gedrückten, geduckten oder gedemütigten Haltung heraushelfen. Ein verängstigtes Kind. Auf Augenhöhe zu ihm gehen, sanft mit ihm sprechen, damit es sich durchs Anschauen aufrichten kann. Einen Menschen, der einen Fehler gemacht hat aufrichten dadurch, dass ich ihn sehe und nicht nur den Fehler, den er gemacht hat. Es gehört zur Würde jedes Menschen, gerade und aufrecht zu leben. Innerlich wie äußerlich. Nicht umsonst steckt im Wort aufrichtig das Wort richtig. Es ist richtig jemanden aufzurichten, damit er aufrecht werden oder bleiben kann. Weil er oder sie ein Mensch ist wie du und ich.

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