Manuskripte

Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Glauben Sie auch „schwarz“? Also ohne Kirchensteuer zu zahlen? Einfach so? Das heißt ja nicht, dass man nichts glaubt! Das heißt erst recht nicht, dass man ein schlechter Mensch ist oder nichts Gutes tun würde!

Man glaubt eben privat. Glaube ist Privatsache. Das höre ich im Moment immer wieder. „Ich bin auch Christ, nur nicht mit anderen zusammen, sondern für mich.“ Hört sich gut an. Aber: Das ist ein Widerspruch in sich selbst. Jedenfalls wenn es um den christlichen Glauben geht. Glaube ist zwar immer persönlich, aber er kann gar nicht privat sein.

Glaube entsteht doch da als eine eigene Überzeugung, wo jemand etwas von jemandem hört: Von der Mutter, die zum Beten am Abend auffordert. Vom Vater, der beim Essen betet. Im Kindergottesdienst, im Reli-Unterricht, in der Jungschar oder im Firmunterricht… Unser Glaube entsteht, weil ein Mensch von anderen etwas darüber hört. Würden alle den Glauben als Privatsache ansehen – wie sollte er entstehen? Glaube ist immer persönlich. Aber er ist nicht Privatsache.

Wenn ich mir einen Ring durch die Nase machen lasse und behaupte, ein Engel habe mir gesagt, ich soll das machen, dann ist das meine Privatsache. Aber wenn ich sage, dass mein christlicher Glaube mich dazu zwingt, ist das etwas anderes. Glaube braucht immer die anderen, die korrigieren. Das können die sein, die in der Bibel etwas über ihren Glauben geschrieben haben. Da findet sich nichts zum Thema Nasenringe… Und das müssen auch die sein, die heute ihren christlichen Glauben leben. Wir brauchen die gegenseitige Begleitung, damit der Glaube kein Wahn wird.

Christlicher Glaube kann auch deshalb keine Privatsache sein, weil er einen an die Seite von Gott stellt. Und wie heißt es so schön: Wer bei Gott ganz tief eintaucht, der taucht bei den Menschen wieder auf. Deshalb betet der Glaube für andere. Deshalb hilft der Glaube anderen. Ich kann nicht einfach nur „für mich“ glauben. Ich tue es mit anderen und für andere.

Also doch: Kirche, Gottesdienste, Feste, Altennachmittage, Prozessionen und all das? Vielleicht. In jedem Fall die Suche nach anderen, die ebenfalls glauben. Vielleicht das Reden über den Glauben, das Füreinander-Beten, vielleicht auch das gemeinsame Bibellesen und in jedem Fall die Offenheit, sich korrigieren zu lassen.

Man ist kein Ungläubiger und auch kein schlechter Mensch, wenn man nicht in der Kirche ist. Aber zum Christsein gehört es, mit anderen zusammen zu glauben.

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