Manuskripte

SWR3 Gedanken

Wir stehen vor einem Eiscafé und warten auf einen freien Platz. Direkt am Tisch vor uns sitzt ein Ehepaar, so Mitte 50. Der Herr begrüßt unseren zweijährigen Sohn Clemens wie einen alten Freund. „Komm, setz dich her. Hier ist ein Stuhl für dich.“ Clemens schaut ihn mit großen Augen an und setzt sich. Wir stehen noch etwas verdattert daneben. In dem Moment kommt das Eis für das Ehepaar. Der Mann stellt sich vor, er heißt Peter. Peter nimmt seinen riesigen Erdbeerbecher, stellt ihn vor Clemens hin, gibt ihm seinen Löffel und sagt: „Und hier ist dein Eis. Lass es dir schmecken.“ Bevor wir überhaupt was sagen können, löffelt Clemens genüsslich Peters Eis und wir stehen daneben und staunen.

Dann wird der Tisch nebenan frei, Clemens gibt Peter den Löffel zurück und setzt sich zu uns. Bis unser Eis da ist, teilen sich Peter und Clemens das Eis aber noch weiter - vom Nachbartisch aus.

Dann gehen Peter und seine Frau. Wir bedanken uns von Herzen, würden gern die Rechnung übernehmen. Peter wird sauer und sagt: „Ich bitte euch. Sowas schönes. Auf keinen Fall. Machs gut mein Freund. Wenn Du mal wieder ein Eis willst, kommst Du zu Peter.“ Clemens winkt und gibt Handküsschen und dann sind Peter und seine Frau verschwunden.

Ich find´s irre, was ich mit Kindern erlebe. Wie schnell Leute aus dem Nichts mit Kindern in Kontakt kommen. Und wie schnell Clemens sich zu Peter gesetzt und gemütlich mit ihm Eis gegessen hat. Die beiden sind ganz im Moment gewesen, haben es genossen. Fast eine Liebesgeschichte. Und ein bisschen schade, dass sie schon vorbei ist. Uns Eltern jedenfalls hat das sehr beeindruckt. Und es hat uns wieder mal gezeigt, dass Kinder so ganz da sind und vertrauen. Kinder können das, und das bewundere ich: Ihrem Gefühl trauen, leicht in Kontakt kommen und in Ruhe mit netten Leuten ein Eis genießen.

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