Manuskripte

SWR2 Wort zum Tag

Die vier Weltelemente und der Heilige Geist (IV) 

Vermeintlich selbstverständlich, ist es doch eigentlich unglaublich: das Atmen. Jetzt im Sprechen mache ich Gebrauch davon, keinen Augenblick sind wir ohne diese merkwürdige  Luftzufuhr, diesen  Rhythmus des Lebens. Atmend finden wir uns in einem größeren Zusammenhang vor, und machen ständig Gebrauch davon. Sollen wir das Klima nennen, Atmosphäre, Milieu?  „ Im Atemholen sind zweierlei Gnaden: /Die Luft einziehen, sich ihrer entladen;/ Jenes bedrängt, dieses erfrischt;/ So wunderbar ist das Leben gemischt./Du danke Gott, wenn er dich preßt, / Und danke ihm, wenn er dich wieder entläßt.“   Mit Recht spricht der persische Sufi-Dichter Hafis in der berühmten Nachdichtung Goethes von Gnade und Geschenk, und nicht zufällig wird das Gedicht zum Gebet. Was so selbstverständlich erscheint, ist in Wahrheit ein Geschenk: Leben und Atmen  dürfen.

„Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete“  - heißt es in einem Kirchenlied. Kaum etwas ist so intim wie der Atem mit seinem Rhythmus und Geruch, mein  Atem  bin ich, und dasselbe gilt für den Menschen neben mir, und für Tier und Pflanze auch.   Mein Atem – das bin ich, und  viel mehr als ich.   Im Schweigen dem eigenen Atem nachzuspüren, heißt in jene Tiefe einschwingen, die das Wort Gott ahnen lässt: „Du bist mein Atem“  - intimer geht es nicht.

Elementar ist die Erfahrung von Wetter und Wind, lebenswichtig die Luftverhältnisse und Klimazonen.  Ob viele deshalb den Wetterbericht wie das fünfte Evangelium hören? Jedenfalls ist die Sorge um Luftverschmutzung  nicht nur eine politische Aufgabe, sondern eine höchst spirituelle. Gut und gesund atmen können, heißt, dem wahren Leben nahe sein. Deshalb ist auch dieses Weltelement zentral für das Bekenntnis zum Heiligen Geist. Entsprechend heißt es im Johannesevangelium: „der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht , woher er kommt und wohin er geht. So ist es auch mit jedem, der aus dem Geist geboren wird“ (Joh 3,7ff).  Jeder Atemzug kann zum Gebet werden, er will es.

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