Manuskripte

Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Curling Eltern – als ich den Namen zum ersten Mal gehört habe, habe ich erst gestutzt. Curling Eltern? Ja, das sind Eltern, die Ihrem Kind alle Hindernisse aus dem Weg räumen. Wie beim Curling eben. Beim Curling schickt man einen schweren Granitstein mit Eisengriff über die Eisfläche und ein Anderer poliert und schrubbt das Eis vor dem Stein,  sodass der möglichst weit und möglichst genau ins Ziel rutscht.

Und genau so machen es die Curling Eltern. Sie kreisen nicht nur um ihre Kinder wie die Helikopter Eltern. Sie polieren und ebnen den Weg ihres Sprösslings, damit der ohne Umwege und Hindernisse ins Ziel kommt. Sie ebnen ihm die Bahn und machen ihm so den Weg frei.

Wenn ich an meine Kindheit denke, dann würde ich sagen: eigentlich haben mich die Erfahrungen am meisten vorangebracht, die ich selber gemacht habe. Also ohne Unterstützung meiner Eltern. Aber das vergesse ich oft, wenn ich zum Beispiel meine Kinder allein zum Sport schicke. Diese dann kurz darauf nochmal gehetzt zurückkommen, weil sie ihre Sporttasche vergessen haben.

Dann denke ich: Sollte ich ihnen nicht die Tasche hinterhertragen? So wie manche Eltern das tun. Das macht mir ganz schön Druck. Dann muss ich mich immer wieder daran erinnern:
Es waren doch gerade die Situationen in denen ich selbst ein Problem gelöst habe,  die mich als Kind weitergebracht haben. Und die mich noch heute weiter bringen.

Die Kinder vergessen ihre Sporttasche, kommen zurück, greifen sie sich und gehen wieder los. Sie stehen in der Pause im Regen und kommen klitschnass, bibbernd, aber oft auch lachend nach Hause. Sie leihen sich gegenseitig Bücher und Malsachen aus, die sie vergessen haben. Sie flutschen nicht ins Ziel, sie mäandern und machen Erfahrungen – gute und schlechte eben – und sie lernen…

Und das Beste dabei – meistens vergeht Ihnen das Lachen nicht. Kinder sind oft sorglos, manchmal unorganisiert, nicht immer Zielgenau – aber lachend und mit „kindlichen“ Gottvertrauen. Das wünsche ich uns Eltern auch.

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