Manuskripte

SWR3 Gedanken

Es ist so cool bei der Tante zu übernachten, finden mein Neffe und meine Nichte: abends ewig lange rumtoben, vier Gutenachtgeschichten statt bloß einer - wunderbar! Irgendwann waren sie aber doch endlich im Bett! Aufatmen bei mir! Was ich nicht wusste: so mutig und draufgängerisch Klein-Hannah mit ihren 5 Jahren tagsüber ist, so sehr braucht sie nachts ganz viel Nähe. Und dann passiert es, mitten in der Nacht: ich höre so halb im Schlaf ein Geräusch, ein paar tapsende Schritte auf dem Flur, dann krabbelt jemand über meine Füße, Hannah kuschelt sich ganz eng an mich… und schläft weiter, ganz friedlich.

Das hat mich tief berührt. Und es hat mich nachdenklich gemacht: welche Sehnsucht nach Nähe bei diesem Kind! Und ich glaube, nicht nur Kinder tragen diese Sehnsucht in sich, auch wir Erwachsene: Die Sehnsucht, jemandem nah zu sein! Was für ein Glück, einem Menschen nahe zu sein, dem man vertraut! Diese Momente der Nähe, die sind so was Kostbares. Wenn ich mich zutiefst geborgen weiß und aufgehoben.

Es gibt einen ganz kleinen, unscheinbaren Satz in der Bibel, den höre ich seitdem anders. Er lautet: Der Herr ist nahe (Phil 4,5b). Als Christin glaube ich, dass Gott mir nah ist, egal was passiert. Gott kennt mich, liebt mich und versteht mich. Bei Gott bin ich so geborgen wie Hannah bei mir. Nein, mehr als das.

Denn eins ist ja mal sicher, diese Nähe, nach der wir uns so sehr sehnen, die können wir uns nicht total und für immer geben. Nicht mal in engen, vertrauensvollen Beziehungen. So sehr wir uns auch darum bemühen.

Mir hilft es deshalb zu wissen, dass Gott mir nahe ist. Komme, was wolle. Wenn nachts die Schatten kommen und es tagsüber nicht so läuft, wie ich es gerne hätte: an ihn kann ich mich halten. Denn Gott ist nah!

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