Manuskripte

Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Gestern war ökumenischer Bibelsonntag. Seit 40 Jahren wird er begangen – in der Regel mit einem ökumenischen Gottesdienst. Ich kann mich noch gut erinnern, wie in meiner niederrheinischen Heimatstadt die evangelische und die katholische Gemeinde erstmals zu einem gemeinsamen Gottesdienst zusammenkamen. 50 Jahre ist das her. Für viele war es damals ein großes Ereignis, auch für mich. Denn mein Vater war evangelisch und meine Mutter katholisch; wir Kinder, katholisch getauft, wuchsen sprichwörtlich „zwischen kirchlichen Stühlen“ auf. An einen gemeinsamen Kirchgang war nicht zu denken. Das wurde erst in den Siebzigerjahren normaler. In dieser Zeit bekam ich auch eine Stelle als Organist in einer evangelischen Gemeinde.

So konnte ich von Anfang an miterleben, wie es in der Ökumene zunehmend lebendiger wurde. Bis heute prägt mich das. Und deshalb genieße ich es, dass die Gemeinde, der ich angehöre, ihre Kirche mit den Anglikanern teilt, und dass beide Gemeinden eine enge Freundschaft zur benachbarten evangelischen Gemeinde pflegen.

Das erinnert mich an die Urbedeutung von „Ökumene“. Das Wort leitet sich aus dem Griechischen ab. Das Wort „Haus“ steckt darin – das Haus als Symbol einer Gemeinschaft, in der verschiedene Parteien miteinander leben. Jede hat ihren eigenen Bereich, aber es gibt eben auch gemeinsames. Und für das Gemeinsame tragen die Verantwortung alle miteinander. Dass heute viele Christen eine regelrechte Sehnsucht nach Einheit in sich spüren, zeigt, wie sehr das ökumenische Bewusstsein in den letzten 60, 70 Jahren gewachsen ist. Sie begnügen sich nicht mehr nur mit regelmäßigen Besprechungen und gegenseitigen Besuchen. Sie wünschen sich vielmehr, dass die Übergänge in die einzelnen Wohnungen fließender werden.

Ich glaube, viele Menschen verstehen es nicht, wenn die Christen nur ihr eigenes Süppchen kochen und dabei noch mächtig streiten. Sie setzen damit ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel. Schließlich haben sie es in der Hand, ob das gemeinsame Haus der Kirche als Bruchbude wahrgenommen wird oder als eine Stätte, die etwas ausstrahlt und die wichtige Impulse gibt für das größere Haus aller Menschenkinder.

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