Manuskripte

Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Heute ist der europäische Datenschutztag.
Als ich das erste Mal davon gehört habe, hab ich gedacht: „Na, ob den die Welt gebraucht hat?“ Inzwischen denke ich: Ja, der macht Sinn.
Es nervt mich, wenn ich im Internet etwas bestellen will und immer noch mehr persönliche Angaben machen soll.
Und ich finde es nicht in Ordnung, wenn mir ein Werbebrief ins Haus flattert, an mich persönlich adressiert, von einer mir völlig unbekannten Organisation. Wo haben die meine Daten her?
Ich möchte das nicht. Das mag in Zeiten großer Abhör-Skandale vielleicht etwas naiv sein, aber ich werde weiterhin sorgsam mit meinen Daten umgehen und will mich wehren, wenn das nicht respektiert wird.
Ich will kein gläserner Mensch sein.
„Hast du etwas zu verbergen?“, hat mich eine Freundin etwas spöttisch gefragt, als wir uns darüber unterhalten haben. Und ich habe aus tiefstem Herzen geantwortet: „Ja!“
Ich möchte Privatsphäre, einen Schutzraum – möchte halbwegs selbst bestimmen können, wer welche privaten Details von mir erfährt und wer eben nicht.
Ich glaube nicht, dass alles bei allen gleich gut aufgehoben ist.
Die Kehrseite: ich bin unendlich dankbar für die Menschen, bei denen ich mit allem gut aufgehoben bin. Vor denen kann ich laut denken, ganz unzensiert. Und leise seufzen kann ich bei ihnen auch. Mit denen kann ich teilen, was mich beschäftigt. Denen kann ich etwas preisgeben. Mich preisgeben, mich anvertrauen. Gott sei Dank.
Der ist eh‘ ein Sonderfall: Gott. Ich glaube, er kriegt sowieso alles von mir mit: was mir gelingt, worin ich scheiter‘, was mich begeistert, was mir peinlich ist. Auch, was mir peinlich sein sollte. Er schaut hinter meine Kulissen.
Ich muss ihm nichts vormachen. Kann ich ja eh nicht.
In der Bibel wird das oft zusammengedacht: Gott bekommt alles mit. Ich kann nichts vor ihm verbergen. Und er ist ganz für mich da. Ich kann mit allem zu ihm kommen.
Auch mit dem, worin ich gescheitert bin, und mit allem, was ich mir selbst kaum eingestehen mag.
Bei ihm bin ich richtig.
Das finde ich entlastend. Wenn ich für solche Situationen ein Bild für Gott suchen würde, dann wäre es wohl ein großes, liebevolles Herz. In dem habe ich auch noch Platz. Mit allem. Mit restlos allem.

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