Manuskripte

Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

In unsicheren Zeiten braucht man Zuversicht und wenn möglich Gottvertrauen, sonst verliert man den Lebensmut. Dann kriegt man Angst vor dem was kommt. Man versucht, sich zu schützen und abzusichern. Erst einmal muss ich sicherstellen, dass es für mich reicht und für die, die mir anvertraut sind. Da kann man sich nicht groß Gedanken machen wegen der Umwelt oder wegen der sozial Schwächeren, hat mir neulich jemand gesagt. Ich fürchte: In unsicheren Zeiten wird man leicht kurzsichtig und engherzig.
Ich möchte Ihnen heute Morgen eine alte Geschichte erzählen, die vielleicht Zuversicht geben kann. Sie handelt von einer Mutter, die nicht weiß, wovon sie und ihr Sohn morgen leben sollen. Sie wird ziemlich am Anfang der Bibel erzählt (1. Kö 17, 8-16).
Das Land wird von einem grausamen König beherrscht und Menschen müssen fliehen. Unter anderem der Gottesmann Elia. Dann kommt auch noch eine schlimme Dürre über das Land. Da geht Elia nach Sarepta ins benachbarte Ausland. Er hatte den Rat Gottes gehört: dort würde eine Witwe ihn versorgen. Als Elia ans Stadttor von Sarepta kommt, trifft er dort diese Frau. Der erschöpfte Elia sprach sie an: „Bring mir etwas zu trinken und bitte auch einen Bissen Brot!“ Nun waren Gastfreundschaft und Sorge für Fremde damals im Nahen Osten ein hoher Wert. Trotzdem hat die Frau geantwortet: Ich habe nur noch eine Handvoll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug. Daraus will ich für mich und meinen Sohn etwas backen. Dann werden wir wohl sterben müssen“. Aber Elia, der Gottesmann hat der Frau Mut gemacht: „Fürchte dich nicht!“ hat er ihr gesagt. Damit fängt es wohl an, wenn Gott eine Geschichte zum Guten wendet. „Fürchte dich nicht! Mach wie du es gesagt hast. Aber bring mir zuerst etwas. Danach kannst du für dich und deinen Sohn etwas backen. Und Gott verspricht dir: Das Mehl im Topf und das Öl im Krug werden nicht leer werden bis diese Not zu Ende ist.“
Die Mutter, die Angst hatte um ihren Sohn hat darauf wirklich vertraut, sich nicht gefürchtet und getan, was Elia ihr vorgeschlagen hat. Und das Mehl im Topf und das Öl im Krug war jeden Tag genug und sie hatten alle drei zu essen bis die Notzeit zu Ende war.
Die Erfahrung, die diese Frau damals gemacht hat, war den Menschen so wichtig, dass sie sie in der Bibel aufbewahrt haben. Sie haben wohl gespürt: Diese Erfahrung kann auch anderen Mut machen. Was wäre geschehen, wenn die Frau nicht mit dem Fremden geteilt hätte? Wenn sie gesagt hätte, ich habe nichts abzugeben, ich muss für mich und mein Kind sorgen? Gott sei Dank hat sie so nicht gedacht. Und sie hat erlebt: Es ist genug für alle da.

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