Manuskripte

Welche Lieder passen in eine Welt voller Krieg und Gewalt? Lieder, die nicht zum Kampf aufrufen, aber auch nicht  einfach einen großen Bogen um das Thema machen? Diese Verse fielen 1963 einem jungen evangelischen Pfarrer aus der DDR ein:

Es wird sein in den letzten Tagen,
so hat es der Prophet geschaut,
da wird niemand Waffen mehr tragen,
deren Stärke er lange vertraut.
Schwerter werden zu Pflugscharen,
und Krieg lernt keiner mehr.
Gott wird seine Welt bewahren
vor Rüstung und Spieß und Speer.
Auf, kommt herbei!
Lasst uns wandeln im Lichte des Herrn!

Walter Schulz – so hieß der junge Pfarrer – hat sich dabei von einer Vision des Propheten Jesaja inspirieren lassen: „Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln.“

In New York hatte Schulz eine Skulptur gesehen, die das Bild des Propheten darstellt: Ein Mann schmiedet ein Schwert zu einer Pflugschar um. Ausgerechnet die atheistische Sowjetunion hatte der UNO diese Statue geschenkt!

Die Melodie zu dem Lied stammt ebenfalls noch aus der DDR. Manfred Schlenker hat sie 1985 geschrieben. So beschreibt er sie selbst: „Um jegliche Militanz auszuschließen, schwingt die Melodie im 6/4-Takt.“

Musiktitel 1:  
Schulz, Walter; Schlenker, Manfred:
Es wird sein in den letzten Tagen
Gabriel, Thomas, Gesang; Instrumentalensemble
Deutsches Liturgisches Institut DLI 7133

Ein Friedenslied. Mitten in einer Kriegswelt. Wie sehr wir Menschen uns auch um Frieden bemühen – irgendwo auf der Welt ist immer Krieg.

Doch einmal wird das anders sein. So hat es der Prophet Jesaja gesehen. Gott greift auf, was in der Welt vorhanden ist, und macht daraus etwas Neues.

Doch wie realistisch ist das? Das hat sich auch der junge Pfarrer aus der DDR vor über 50 Jahren gefragt. Wenige Monate zuvor hätte auf Kuba fast der Dritte Weltkrieg begonnen. Es wäre ein Atomkrieg geworden. Vielleicht das Letzte, was die Menschen überhaupt getan hätten.

Heute stehen wir hilflos vor dem schrecklichen Krieg in Syrien. Schulen und Krankenhäuser werden bombardiert, und zwar gezielt. Millionen sind vor diesem Schlachten und Morden geflohen. Auch bis zu uns. Gibt es Hoffnung? Werden wir aus all den furchtbaren Waffen unserer Zeit einmal etwas Nützliches bauen?

Der Prophet malt uns ein Hoffnungsbild. Die Völker werden den Krieg verlernen. Sie werden das Leben lernen. An dieser Hoffnung haben Walter Schulz und Manfred Schlenker in der DDR festgehalten. Der Komponist Hans-André Stamm hat diese Hoffnung in diesem Sommer in wunderbare Orgelmusik übersetzt. Musik, die an der Hoffnung festhält:

Musiktitel 2: 
Es wird sein in den letzten Tagen
Choralvorspiel für Orgel,
Stamm, Hans-André
Eigenproduktion des Komponisten

Walter Schulz fragte:
„Kann das Wort von den letzten Tagen
aus einer längst vergangnen Zeit
uns durch alle Finsternis tragen
in die Gottesstadt, leuchtend und weit?

Und er antwortet singend:

„Wenn wir heute mutig wagen,
auf Jesu Weg zu gehn,
werden wir in unsern Tagen
den kommenden Frieden sehn.
Auf, kommt herbei!
Lasst uns wandeln im Lichte des Herrn!“

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Die Menschen haben Böses im Sinn – von Kindheit an. Gott selber soll das gesagt haben – steht ziemlich am Anfang in der Bibel. Aber stimmt das wirklich?

Vielleicht kommt es auf die Betrachtung an. Wenn ich zum Beispiel die Nachrichten von Terroranschlägen höre, dann fällt es mir nicht schwer, es auch so zu sehen. Die Menschen: einfach nur böse. Von Jugend an.

Aber es gibt auch andere Beispiele. Neulich im Großraumwagen im IC von Köln nach Koblenz. Freitagnachmittag. Der Zug war brechend voll. Dann war die Klimaanlage offenbar defekt. Wenn der Zug fuhr, dann ging es noch einigermaßen. Aber dann blieb er eine Viertelstunde lang stehen. Auf offener Strecke. So viele Menschen auf engstem Raum – und in dem war es heiß und stickig. Doch niemand hat sich aus der Ruhe bringen lassen. Ein nicht mehr ganz junger Mann in schickem Anzug und mit braungebrannter Glatze hat im Mittelgang gestanden und umwerfend gute Laune verbreitet. Ein junges Mädchen ist geduldig stehengeblieben, obwohl sie ein Recht auf einen Platz gehabt hätte. Ein Mann ist dann einige Zeit vor dem nächsten Bahnhof aufgestanden und hat ihr seinen Platz gegeben. Sie hat verlegen gesagt: Ich hätte ja jemanden auffordern können, aufzustehen. Aber das ist doch assig!

Eine Zufallsbeobachtung. Aber eine, die mir gefallen hat. So können Menschen zueinander sein. Menschen, die sich nie vorher gesehen haben und sich wahrscheinlich nie wieder sehen werden. Einfach die Situation hinnehmen, wie sie eben ist. Mit freundlichen Worten, einem Lachen. Es einander leichter machen. So geht es auch.

„Die Menschen haben Böses im Sinn von Jugend auf“, steht in der Bibel. Gott selbst hat das gesagt, entsetzt über die Menschen, die er doch geschaffen hat. Es hat ihm weh getan, was aus seinen Geschöpfen geworden ist, erzählt die Bibel. Gott hat all die Bosheit, Gemeinheit und Niedertracht auf der Erde gesehen. Da hat er es vierzig Tage und Nächte regnen lassen. Die Sintflut.

Gott war die Menschen leid. Das Trachten ihrer Herzen ist einfach böse von Anfang an. Nur Noah und seine Familie und die Tiere durften überleben. Dann ist die Sintflut vorbei. Nun tut es Gott doch leid, dass er die Flut geschickt hat. Er beschließt: Das war das erste und letzte Mal. Es soll nie wieder eine Flut geben, die alles zerstört. Denn – das Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.

Dieselbe Begründung wie für die Flut! Jetzt ist es die Begründung dafür, dass es nie wieder so eine Sintflut geben soll. Alles ertränken und zerstören: damit ändert sich eigentlich nichts. Können wir uns denn überhaupt ändern? Auch wenn es so aussieht, als wäre es längst zu spät? Davon mehr nach der Musik.

II

„Die Menschen haben Böses im Sinn von Jugend auf.“ In der Bibel ist das die Begründung für die Sintflut. Aber so wird auch begründet, dass es nie wieder so eine schlimme Flut geben soll. Darüber habe ich eben in den SWR4-Sonntagsgedanken mit Ihnen nachgedacht. Anscheinend gibt Gott die Hoffnung nicht auf. Die Menschen können sich ändern. Gott mag seine Menschen. Er will, dass sie leben. Gut leben.

Manchmal unterhalte ich mich mit Leuten, die irgendwie verbittert sind. Böse auf alle und alles. Menschen, die lieber allein sein wollen. Da muss man auf keinen Rücksicht nehmen. Sich nicht anpassen und freundlich sein.

Wenn ich solchen Menschen zuhöre, dann merke ich: Sie haben so viel zu erzählen. Davon, dass es ihnen nicht immer gut gegangen ist. Wie andere Menschen sie enttäuscht haben. Wie sie Menschen verloren haben. Und damit auch ihre Freude am Leben. Und ich spüre: Es tut ihnen gut, dass sie das endlich einmal jemandem erzählen können.

Diesen Sommer ist ein Film aus Frankreich in unsere Kinos gekommen, der von so einem Menschen erzählt. Einem einsamen alten Mann, den alle schwierig finden. Und der sich auch alle Mühe gibt, schwierig zu sein! Dieser Monsieur Henri hat einen Sohn, Paul, den er verachtet. Der schickt seinem Vater eines Tages die junge Studentin Constance als Untermieterin. Constance hat bisher das Gefühl, eine völlige Versagerin zu sein. Sie ist kurz davor, richtig abzurutschen. Sie bleibt bei dem alten Grantler, weil sie nicht weiß, wo sie sonst hinsoll. Eines Tages setzt sie sich einfach an sein Klavier, obwohl er es ihr streng verboten hat. Das Klavier seiner verstorbenen Frau. Constance spielt wunderschön. Erinnerungen steigen in Henri hoch. Die tun ihm weh. Aber ihr Spiel bringt in ihm etwas zum Klingen, das er ganz tief in sich versteckt hat. Das niemand mehr sehen sollte. Constance fasst Vertrauen und fängt an, den Alten zu verstehen. Sie vertraut sich ihm an. Erzählt ihm, wie man ihr das Klavierspiel schlechtgemacht hat. Spricht über ihre Angst, es nicht zu schaffen.  

Henri begreift, was ihr fehlt. Er zeigt ihr, dass er ihr eine schwere Prüfung zutraut, zu der sie selbst nie den Mut gehabt hätte. So lernt Constance, dem Leben zu trauen. Und erkennt, dass sie keine Versagerin sein muss. Das hat der alte Mann geschafft, der doch so böse war auf die ganze Welt.

Die Menschen haben Böses im Sinn von Jugend an? Ja, das stimmt wohl. Das stimmt auch. Unsere Schatten gehören zu uns. Aber in der Bibel geht die Geschichte nach der Sintflut mit dem Regenbogen weiter. Der ist Gottes Einladung an seine Menschen, voller Vertrauen zu leben. So wird das Böse weniger. Probieren Sie es aus!

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!

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Gott loben – geht das heute überhaupt noch? Und geht das heute, am 11. September? Heute vor 15 Jahren wurde der Anschlag auf das World Trade Center in New York verübt. Es war der größte Terroranschlag der Geschichte. Doch wie viele schreckliche Anschläge hat es allein in diesem Jahr gegeben! Geht das da überhaupt noch: Gott zu loben?
Wenn ich die Bibel aufschlage, dann finde ich dort das Lob Gottes häufig inmitten einer schrecklichen Wirklichkeit. Ein Mensch, der gerade aus schlimmer Bedrängnis gerettet worden ist, betet zum Beispiel: „Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen und erzähle alle deine Wunder. Ich freue mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhöchster.“

Daraus ist eines unserer beliebtesten Kirchenlieder geworden:

Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen.

„Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen.
Erzählen will ich von all seinen Wundern und singen seinem Namen.
Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen.
Ich freue mich und bin fröhlich, Herr, in dir. Halleluja!
Ich freue mich und bin fröhlich, Herr, in dir. Halleluja!“

 Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen. Ich freue mich, dass ich lebe. Ich freue mich über all die Wunder, die ich sehe. Ich freue mich, dass ich atmen kann, dass ich etwas tun kann, dass ich singen und lachen kann. Dafür lobe ich Gott.

Ein unschuldiges, fröhliches Loblied. Der Psalm in der Bibel erzählt aber noch mehr. Er erzählt von Krieg und Vernichtung, von Elend und Unrecht.

Das Lied kommt ursprünglich aus Frankreich. Auf Französisch hat es noch mehr Strophen. Hier tritt Gott als Richter auf, der Gerechtigkeit bringt. Als starker König, der die Unterdrückten schützt:

Je louerai l’Eternel
Dieu, l'Eternel, est Roi, il règne à jamais,
Pour le jugement il dresse son trône,
Il jugera la terre.
Dieu l'Eternel est Roi, il règne à jamais,
Le monde verra la force de son bras, Alléluia!

Ich lobe meinen Gott, den ewigen König.
Er stellt seinen Thron auf, um allen Recht zu sprechen,
Er richtet diese Erde.
Ich lobe meinen Gott, den ewigen König,
Es sieht jedes Land die Stärke seiner Hand, Halleluja!

 Dieu voit les opprimés, il est leur abri,
Leur refuge au temps des grandes détresses,
Son nom est leur salut.
Dieu voit les opprimés, il est leur abri,
Il sauve les siens, car il est le Dieu saint, Alléluia!

 Ich lobe meinen Gott, den Schutz der Bedrückten.
Er ist ihnen Zuflucht in all ihrem Elend,
Denn dafür steht sein Name.
Ich lobe meinen Gott, den Schutz der Bedrückten,
Er sieht uns’re Not, denn er ist unser Gott, Halleluja!

(frz. Text: Yves Kéler 1988; Nachdichtung: Christian Hartung 2016)

 Der Gott, den dieses Lied lobt, ist kein harmloser, freundlicher Schönwettergott. Es ist der Gott des Lebens. Und dieses Leben – davon ist die Bibel fest überzeugt – dieses Leben ist stärker als der Tod. Aber dieses Leben steht auch allen zu. Auch den Menschen, die dort leben, wo Elend und Krieg herrschen. Oder die davor fliehen. Auch den Menschen in unserem eigenen Land, die nicht auf der Sonnenseite geboren sind. Die sich irgendwie durchschlagen müssen.

Gott sieht auch diese Menschen. Die Unterdrückten, die Ängstlichen, die Verstummten. Gott sieht auch mich, wenn ich mich ängstlich unterordne. Wenn ich vor dem Hass und der Gewalt zurückweiche. Mutlos schweige. Gott macht mich stark, dass ich das Vertrauen ins Leben nicht verliere. Dass ich gerne lebe, trotz allen Gründen zur Angst. Und darum lobe ich ihn.

Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen. Trotz Terror, Krieg und Zerstörung. Trotz Hass, Angst und Gewalt. Denn Gott schenkt uns das Leben, jeden Tag.

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Musiktitel 1 M0351917-013:         
Bergèse, Alain; Reif, Michael; ... Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen.
Rundfunkchor Berlin; Halsey, Simon

 Musiktitel 2 : Je louerai l’Eternel
Interpreten: Les Chantres, CD: Cantiques dans le vent, Track 20, VDE Gallo,
Labelcode: 21592

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Ach Gott, vom Himmel sieh darein! Mit diesem Stoßseufzer beginnt das heutige Lied zum Sonntag. Ach Gott, in der Welt geht es schlimm zu! Menschen werden verfolgt, auch wegen ihres Glaubens. Sieh es dir an, Gott, schau von deinem Himmel auf die Erde und hilf uns!

„Ach Gott, vom Himmel sieh darein und lass dich des erbarmen,
wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen.“

Das Lied ist von Martin Luther. Ein Hilferuf mitten in dem Kampf um eine Reformation der Kirche. Gut dreihundert Jahre später, im Jahr 1832, lag Luthers Lied in Berlin auf dem Schreibtisch eines jungen Komponisten. Felix Mendelssohn war gerade dreiundzwanzig, doch schon berühmt und vom Erfolg verwöhnt. Aber offenbar kannte er auch Angst und Not:

Eine geradezu bedrohliche Stimmung, wie ein aufziehendes Gewitter. Männer und Frauen rufen in Not, sie suchen nach Halt und Hilfe. Felix Mendelssohn schrieb diese Musik als frommer evangelischer Christ. Dabei ist er erst mit sieben Jahren getauft worden. Vorher war er Jude. Und hat auch nach der Taufe noch erlebt, wie man vor ihm ausspuckte und ihn als „Judenjungen“ beschimpfte. Vielleicht hat er sich daran erinnert, als er die folgenden Worte vertonte: „Sie lehren eitel falsche List.“ Heimtückisch schleichen diese Leute heran und bringen alles durcheinander:

„Sie lehren eitel falsche List.“

Mendelssohns Musik wird erst in den letzten Jahrzehnten wiederentdeckt. Vor allem seine Kirchenmusik. Denn nicht nur während des Nationalsozialismus waren viele überzeugt: Ein Jude kann keine Kirchenmusik schreiben!

Das sind die, von denen es im Lied heißt: „Sie lehren eitel falsche List.“ Diese falsche Lehre gibt es auch heute noch. Den Streit zwischen evangelischen und katholischen Christen, der Martin Luther beschäftigte, den haben wir ausgeräumt. Die Judenfeindschaft, unter der Mendelssohn litt, immer noch nicht. Und aktuell wird zwischen Christen und Muslimen immer mehr Misstrauen und Hass gesät. Hört das denn nie auf?!

Mendelssohns Musik schildert die Verfolger, die ihrer Sache so sicher sind. Doch am Ende greift Gott ein. Mit Pauken und Trompeten!

 „Darum spricht Gott: »Ich muss auf sein,
d
ie Armen sind verstöret;
ihr Seufzen dringt zu mir herein,
i
ch hab ihr Klag erhöret.
Mein heilsam Wort soll auf den Plan,
getrost und frisch sie greifen an
und sein die Kraft der Armen.«
Ach Gott, vom Himmel sieh darein!

Manchmal wünsche ich mir, dass Gott eingreifen würde, mit Pauken und Trompeten. Doch dann denke ich mir: Gott sieht uns. Und er wartet darauf, dass wir den Hass und die Vorurteile überwinden. Wo immer eitel falsche List gelehrt wird. Gott gibt uns die Kraft, etwas Gutes dagegenzusetzen.

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Musikangaben:

Musiktitel 1 M0354346-015:
Krebs, Johann Ludwig:
Ach Gott, vom Himmel sieh darein
C
horalbearbeitung für Singstimmen
Kammerchor Michaelstein; Döring, Sebastian

Musiktitel 2 M0116704-006-009:
Mendelssohn Bartholdy, Felix; Luther, Martin:
Ach Gott, vom Himmel sieh darein (1. Satz)
Choralkantate für Bariton, Chor und Orchester.
Kammerchor Stuttgart; Deutsche Kammerphilharmonie Bremen;Bernius, Frieder


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„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.“ An dieses Lied von Reinhard Mey denke ich jetzt oft. Grenzen sind in Europa plötzlich wieder ein Thema. Mit ihrem Brexit wollen die Briten wieder Grenzen um sich herum aufrichten. Und die Flüchtlinge werden wieder von Grenzen draußen gehalten.

Andererseits fahren viele jetzt in den Urlaub. Sie genießen die grenzenlose Freiheit! Keine Kontrolle an der Grenze nach Frankreich, Holland oder Dänemark. Oder sie setzen sich in den Flieger und heben ab. Bis über die Wolken. Da, wo gar keine Grenzen mehr zu sehen sind. Und dann weit weg – dahin, wo das Leben leicht und schön ist. Und wenn es nur für eine Woche ist.

Grenzenlos frei. Unbeschränkt über mein Leben bestimmen. Wie ein König in meinem eigenen kleinen Reich. Gerade jetzt in der Ferienzeit träumen davon viele. Einfach abheben. Alles zurücklassen. Sehen, wie alles klein und unwichtig wird, was sich breit macht.

Aber was heißt das im Alltag: grenzenlose Freiheit? Ist es wirklich gut, wenn sich alle Grenzen auflösen? Wird dann nicht alles egal? Und kann dann jeder einfach machen, was er will? Das geht schließlich nicht. Ich muss mich anpassen. Das müssen die anderen ja auch. Freiheit hat eine Grenze. Aber wann wird die Grenze zu eng? Wann wird aus dem Schutz ein Zwang?

Ja, Grenzen geben Sicherheit. Aber sie schränken auch ein. Grenzen zeigen ganz deutlich, was zu mir gehört. Dann weiß ich Bescheid. Aber Grenzen können auch missbraucht werden. Wenn andere meine Grenzen festlegen. Wenn ich nicht mehr selber bestimmen kann, was gut ist für mich. Und wehe, ich überschreite die Grenze, die andere festgelegt haben!

In Europa sind die Grenzen schon seit Jahren offen. Jetzt haben manche Angst davor, dass zu viele kommen und zu vieles, was sie gar nicht wollen. Deshalb möchten viele die Grenzen wieder hochziehen.

Aber wollen wir wirklich zurück? Wir hatten einmal Kontrollen nicht nur an den Landesgrenzen, sondern auch  innerhalb von Deutschland. Die deutsch-deutsche Grenze, die seit 26 Jahren endlich überwunden ist. Und noch früher, da hat man Papiere gebraucht und musste Zoll bezahlen, wenn man zum Beispiel von Mannheim nach Stuttgart wollte oder von Ulm nach Mainz. Heute können junge Menschen in ganz Europa studieren und arbeiten. Und ältere Menschen können sich in einem anderen europäischen Land niederlassen.

Grenzen oder Freiheit – kann man sich wirklich einfach für eins von beiden entscheiden? Alle Grenzen hinter sich lassen – oder sich hinter hohen Zäunen einigeln?

Ich glaube: Wir sind gerade an einem Punkt, wo wir alle zusammen darüber reden müssen.

 II

Vielleicht kann uns ein Satz aus der Bibel dabei helfen: „Gott schafft deinen Grenzen Frieden“, heißt es da einmal.

Das finde ich einleuchtend: Wenn an den Grenzen Frieden ist, dann kann man zwischen diesen Grenzen sicher und ruhig leben. Keine feindliche Armee kann Krieg und Zerstörung ins Land bringen. Und auch als einzelner Mensch muss ich nicht Angst davor haben, dass andere mir etwas aufzwingen, was ich gar nicht haben will – oder mir sogar Gewalt antun und mich bedrohen. Frieden an den Grenzen macht frei.

Aber ich meine: Frieden an den Grenzen – das ist etwas anderes als waffenstarrender misstrauischer Grenzschutz. So ein Misstrauen kann ich ja auch als einzelner Mensch entwickeln. So ein Misstrauen gegenüber allem, was fremd ist. Aber so wächst kein Frieden. Frieden entsteht, wenn Menschen sich frei bewegen, ohne Angst, ohne Misstrauen.

Die Bibel sagt, dass Gott diesen Frieden schafft. Aber wie tut Gott das? Frieden fällt ja nicht einfach vom Himmel. Gott schaut, wo jemand in Not ist, sagt der biblische Psalm. Er heilt die zerbrochenen Herzen und richtet die Elenden auf. Er kümmert sich darum, dass Menschen und Tiere genug zu essen haben. Nicht einmal die jungen Raben vergisst er!

Frieden ist also nicht schon dann, wenn keiner mehr angreift. Sondern richtiger Frieden, der ist dann, wenn alle das haben, was sie brauchen. Darum will Gott sich kümmern. Und wir Menschen sind gewissermaßen seine Handlanger. Was können wir dafür tun, Sie und ich? Was können wir dazu beitragen, dass dieser Friede kommt – und dass er bleibt?

Ich möchte versuchen, mehr auf die Grenzen der anderen zu achten. Das sind unsichtbare Grenzen. Aber man kann sie spüren.

Grenzenlose Freiheit – die gibt es nur über den Wolken. Hier unten auf der Erde müssen wir mit den Nachbarn zurechtkommen. Aber Nachbarn, das sind heute bald alle Menschen auf der Welt. Die Entfernungen sind klein geworden. Wir haben miteinander zu tun. Plötzlich auch mit Leuten, die ich nicht verstehe. Die mir fremd sind. Im Urlaub ist das interessant. Zuhause ist es einfach nur fremd.

Aber das ist für die Fremden unter uns ja genauso! Die sind genauso verunsichert, fühlen sich einfach nur fremd. Doch ich habe erlebt: Wenn wir miteinander ins Gespräch kommen, dann entdecken wir Gemeinsames. Schon ein freundlicher Gruß, ein paar nette Worte reichen. Dann bleiben immer noch Grenzen. Aber an denen ist Frieden.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=22384

Jeder hat das Recht auf Arbeit. So heißt es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, im Artikel 23. Dort ist noch mehr festgelegt: Jeder Mensch hat das Recht, sich seinen Beruf selbst auszusuchen. Die Arbeitsbedingungen sollen Menschen nicht kaputt machen. Für gleiche Arbeit muss gleicher Lohn gezahlt werden – und dieser Lohn soll eine menschenwürdige Existenz sichern. Und schließlich: Jeder darf in einer Gewerkschaft für all diese Rechte kämpfen.

Aber heute ist Sonntag, sagen Sie jetzt vielleicht. Und deshalb haben wir vom 1. Mai dieses Jahr ja nicht mal was. Am Sonntag wollen wir nicht über die Arbeit reden.

Na gut, dann reden wir über die Bibel. Dort steht aber schon im 2. Kapitel, dass der Mensch sogar im Paradies gearbeitet hat. In dem Garten, den Gott ihm geschenkt hat. Arbeiten gehört zum Menschsein. Aber leider leben wir nicht mehr im Paradies. Deshalb müssen die Menschen oft mühsam darum kämpfen, dass sie von ihrer Arbeit leben können. Und dass die Arbeit sie nicht kaputt macht.

Das Recht auf Arbeit ist in Deutschland kein Gesetz. Manche sind viele Jahre lang arbeitslos. Und es stimmt einfach nicht, dass man eine Arbeit bekommt, wenn man nur eine sucht. Manche bleiben ewig in so genannten Maßnahmen stecken. Und auch die anderen Rechte sind immer noch nicht selbstverständlich. Frauen bekommen im Durchschnitt immer noch fast 8 Prozent weniger Lohn für die gleiche Arbeit. Und wir haben zwar viele Arbeitsschutzregelungen. Doch Leiharbeitsfirmen schaffen es immer wieder, die zu umgehen.

Immerhin: Der Achtstundentag ist inzwischen normal und Freizeit und Urlaub sind geregelt. Aber das war ein langer, harter Kampf. Heute vor 130 Jahren sind die Arbeiter in Chicago und in vielen anderen Städten in Amerika erstmals dafür in den Streik getreten. Sie wollten einen Acht-Stundentag. Üblich waren damals noch 12 Stunden. Und der Lohn für diese 12 Stunden hat gerade für ein billiges Abendessen ausgereicht.

Damals in Chicago gab es Unruhen, Gewalt und Tote. Und dann wurden einige Männer willkürlich verurteilt und hingerichtet. Obwohl man ihnen gar nichts nachweisen konnte.

Zur Erinnerung daran gibt es den 1. Mai. Den Tag der Arbeit. Er soll an die Menschen erinnern, die dafür sterben mussten, dass man von seiner Arbeit leben kann. Auch wenn das kein kirchlicher Feiertag ist: In vielen Kirchen wird heute darum gebetet, dass die Arbeit von Gott gesegnet wird. Dass Gott den Menschen die Früchte schenkt, für die sie arbeiten. In einem Gebet aus der Bibel heißt es: „Gott sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände.“

Gott hat uns das Leben geschenkt. Und Hände, mit denen wir für unser Leben arbeiten können. Das Recht dazu hat jeder Mensch. In der ganzen Welt.

II
In der Bibel wird oft beschrieben, wie Gott selbst arbeitet. Und der Mensch darf dann mitarbeiten. Gott macht einen schönen Garten und setzt den Menschen hinein. Der Mensch soll diesen Garten bebauen und bewahren. So soll menschliche Arbeit aussehen. Sie soll die Mühe lohnen. Von dieser Arbeit soll man leben können. Sie soll glücklich machen. Schließlich ist es ja das Paradies, in dem der Mensch da arbeitet!

Eine uralte Geschichte. Manchen erscheint sie heute wie ein Märchen. Und unter Paradies stellen wir uns bestimmt keine Arbeit vor! Paradies: das ist Urlaub! Endlich keine Arbeit mehr!

Aber warum? Ich glaube, Arbeit kann wirklich glücklich machen. Wenn ich was geschafft habe, dann bin ich zufrieden oder sogar stolz. Und es ist immer noch so: Wenn ich Arbeit habe, dann bin ich was. Ich kenne Menschen, die würden gerne arbeiten. Aber sie finden nichts. Sie haben die falsche Ausbildung oder nicht genug Ausbildung, sie sind zu alt oder zu krank – und so weiter. Diese Menschen arbeiten vielleicht ganz viel ehrenamtlich. Sie engagieren sich für andere. Oder sie pflegen ihre Angehörigen oder erziehen ihre Kinder. Ja, aber richtige Arbeit – nein, richtige Arbeit ist das nicht. Sagen die anderen. Die eine richtige Arbeit haben. Eine, mit der man Geld verdient. Aber ist Arbeit nur dann gut, wenn man Geld dafür bekommt?

Und auch mit dem Geldverdienen ist das so eine Sache. Wir müssen nicht erst in die Dritte Welt gucken – auch in Deutschland verdienen Menschen oft nicht genug für ihre Arbeit. Gerade bei den wichtigen Berufen wird gespart. Pflegen und Kinder erziehen: das wird nicht gut genug bezahlt. Außerdem sind gerade Altenpflegerinnen, Krankenschwestern und Erzieherinnen oft völlig überlastet.

Und da gucke ich nun wieder auf die alte Geschichte vom Paradies. Für mich ist das kein Märchen. Sondern ein Bild, an dem wir uns orientieren können. So hat Gott sich das vorgestellt! Und diesen Traum von einer Welt, die sehr gut ist, – den tragen doch eigentlich alle Menschen in ihrem Herzen. Bloß: viele haben ihn verschüttet. Aber ich möchte mir diesen Traum nicht nehmen lassen. Und ich möchte nicht, dass es ein Traum bleibt.

Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit. Auf eine Arbeit, von der er gut leben kann. Die ihn vielleicht sogar glücklich macht. Es ist noch ein weiter Weg bis dahin. Gut also, dass es den 1. Mai gibt – jedes Jahr, auch wenn nicht Sonntag ist.

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Wenn die da schweigen, dann werden die Steine schreien!“ Das hat Jesus gesagt, als er in Jerusalem eingezogen ist. Heute am Palmsonntag erzählen sich Christen diese Geschichte.

Die ganze Stadt war damals auf den Beinen, um Jesus zu sehen. Auf einem jungen Esel kam er geritten. Die Menschen haben am Straßenrand gestanden. Mit Palmzweigen in der Hand haben sie Jesus begrüßt. Deswegen heißt dieser Sonntag „Palmsonntag“. Und viele haben außerdem ihre Kleider auf den Weg geworfen, damit Jesus darüber reiten konnte. Und dann haben sie alle gerufen: Gelobt sei der König!

Ein richtiger Triumphzug! Kleines Problem: Jesus war überhaupt kein König. Schlimmer noch: Die Römer, die damals das Land Israel besetzt hielten – die wollten auch keinen König! Stattdessen hatten sie einen Statthalter eingesetzt. Sein Name ist heute noch bekannt: Pontius Pilatus. Mit eiserner Faust hat er das Land regiert.

Als die Leute Jesus in Jerusalem willkommen geheißen haben, war das also im Grunde eine Demonstration gegen den Gewaltherrscher. Das erinnert mich an Syrien. Präsident Assad bombt lieber das ganze Land zusammen als jemand anders an die Macht zu lassen. In vielen Ländern der Welt sieht das nicht viel anders aus. Wer die Macht hat, der gibt sie nicht ab.

Aber: wollte Jesus denn überhaupt König werden? Das ist schon fast egal. Die anderen wollten, dass er es wird. Deshalb haben sie ihm so zugejubelt.

Ein paar von denen, die mit Pilatus gut zusammengearbeitet haben, die konnten das irgendwann nicht mehr hören. „Sag ihnen doch, dass sie aufhören sollen!“, haben sie Jesus aufgefordert. Doch Jesus hat bloß die Schultern gezuckt und geantwortet: „Wenn die da schweigen, dann werden die Steine schreien.“

Keine Woche später, da sind sie alle still. Da hängt Jesus am Kreuz. Pilatus hat gewonnen. Und: Haben da die Steine geschrien?

Wenn ich mir heute die Bilder aus Syrien angucke, die immer wieder durch unsere Nachrichten gehen: Da schreien die Steine! Zerstörte Häuser. Straßen voller Schutt. Dazwischen irren verängstigte, verletzte Menschen herum.

Wir kennen solche Bilder aus Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Da schreien auch die Steine. Sie schreien: Warum? Jetzt ist alles kaputt. Unendlich viele Menschen sind umgekommen oder wurden ermordet. Wir, die Steine, bleiben übrig. Wir gehörten zu schönen, festen Häusern. Jetzt sind wir Trümmer. Grabsteine, wo die Bomben uns hingefegt haben.

Ich sehe die Bilder mit den anklagenden Steinen. Und ich frage mich: Warum hört keiner auf die Menschen am Straßenrand? Die wollen nur gut und in Frieden leben. Die wollen keinen Krieg. Aber sie müssen ihn dann ausbaden. Und nur die Steine schreien noch. Die Menschen schweigen – und die Palmen sind verbrannt.

II

Ich möchte nicht warten, bis nur noch die Steine klagen und protestieren können. Wie viel Hoffnung haben die Menschen damals in Jerusalem auf Jesus gesetzt! Sie kommen ihm entgegen. Sie verlassen ihre Stadt und warten auf der Straße, bis er kommt. „Gelobt sei der König!“ Das war ihre Hoffnung. Ein König, der alles wieder gut macht. Ein gerechter Herrscher, kein grausamer und willkürlicher. Einer, der dafür sorgt, dass alle gut und in Frieden leben können. Dass Angst und Not ein Ende haben.

Jesus wollte gar nicht König sein. Aber die Menschen haben in ihm diesen guten König gesehen. Sie waren so in Not. Das, was sie sich wünschten, das musste einfach Wirklichkeit werden!

Das war in Jerusalem vor 2000 Jahren. Es könnte genauso gut heute in Syrien sein. Oder in Ägypten, in Eritrea, in Afghanistan. In irgendeinem der vielen Länder, aus denen die Flüchtlinge jetzt zu uns kommen. Oder in Deutschland vor 80 oder 100 oder 300 Jahren. Immer wieder hoffen Menschen in ihrer Not auf einen guten König. Und leider nutzen machthungrige Führer und Verführer diese Hoffnung oft aus. Jesus wollte anders sein. Nicht so ein Führer, der sich zujubeln lässt – und am Ende bleibt doch alles, wie es ist. Oder wird noch schlimmer.

Trotzdem hat Jesus den Leuten nicht verboten, ihn als König zu begrüßen. Er hat gespürt, wie es ihnen geht. Er hat sich anrühren lassen. Das erzählen die Geschichten der Bibel immer wieder. Wie Jesus sich anrühren lässt, wenn er die Not der Menschen sieht. Wie er auf sie eingeht. Sich sogar von ihnen verändern lässt. Und so kann sich die Welt verändern. Wenn Menschen aufeinander achten.

Der eine gute König – das ist keine Lösung. Aber ich wünsche mir eine fähige und verantwortungsbewusste Regierung. Und in meinem kleinen Bereich möchte ich mit dafür sorgen, dass es Menschen besser geht. Und vor allem möchte ich andere dazu ermutigen, dass sie sagen, wo sie der Schuh drückt. Damit nicht erst die Steine schreien müssen. Ich wünsche mir, dass wir miteinander sprechen. Aufeinander hören. Aufeinander achten. Uns voneinander anrühren lassen.

Jesus macht mir Mut dazu. Mit seinem sanften Triumphzug unter Palmzweigen. Und Vertrauen, weil Gott offenbar trotz allem immer wieder an uns glaubt. Die Geschichten um Jesus sind nie verstummt. Und nicht die Steine erzählen davon: das tun wir Menschen.

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„Ob's warm, ob's kalt, in jedem Fall / viel Narren gibt's im Karneval!“ Ich weiß nicht, welche Sprüche heute und morgen sonst noch gemacht werden. Aber dieser hier stimmt schon mal auf jeden Fall! Bestimmt werden die vielen Narren viele närrische Sprüche machen. Alles erlaubt. Narren dürfen das.

Aber wenn dann alles wieder vorbei ist? Dann ziehen zwar alle ihre Kostüme wieder aus. Aber ich fürchte, Narren gibt es dann trotzdem noch genug. In der Bibel heißt es über sie: „Ein verständiger Mensch trägt nicht Klugheit zur Schau; aber das Herz der Narren ruft seine Narrheit aus.“ Richtige Narren sind also Menschen, die besonders laut von Dingen reden, von denen sie keine Ahnung haben. Sie haben mal irgendwo was aufgeschnappt – und nun halten sie sich für klug und informiert und reden überall mit. Solche Leute gibt es. Und wenn nicht gerade Karneval ist, dann können die sehr anstrengend sein!

Aber bin ich denn nun ein vorlauter Narr, wenn ich mal von der Leber weg über etwas rede, das ich eigentlich nicht richtig verstehe? Ich habe auch schon wirklich kluge Leute entsetzlichen Unsinn reden hören! Sind wir also alle Narren?

Keine schöne Aussicht! Ich möchte lieber so ein verständiger Mensch sein, von dem die Bibel spricht. Ja, warum nicht gleich ein richtiger Weiser!

Ein Weiser, der weiß wirklich Bescheid, aber er bindet das nicht jedem auf die Nase. Er weiß aber auch, dass er – eigentlich nicht viel weiß. Denn je mehr man weiß, desto mehr weiß man, was man alles nicht weiß! „Der Narr hält sich für weise, aber der Weise weiß, dass er ein Narr ist.” Das sagt ein Hofnarr in einer Komödie des englischen Dichters William Shakespeare. Also ein Narr von Beruf. Der muss es ja wissen!

Ich glaube: Je älter man wird, desto mehr erkennt man, wie wenig man wirklich weiß. Und wie unwichtig das meiste ist. Es kommt nur auf ganz wenige Dinge wirklich an. Wer die erkannt hat, der ist vielleicht weise. Dazu gehört Lebenserfahrung. Dazu gehört, dass man erfahren hat, wie es in der Welt zugeht. Und was von all dem am Ende übrig bleibt. Was für Narren wir Menschen doch im Grunde sind …

Ist der Karneval also eigentlich voller Weiser? Bestimmt gibt es da den einen oder anderen, der die Dinge ganz schön klug durchschaut. Und dann setzt er sich die Maske des Narren auf und sagt mal ganz ungeschützt, was Sache ist.

Und wirkliche Narren gibt es auch, nicht nur im Karneval, die über alles reden, von dem sie keine Ahnung haben. Und Sie und ich? Zu welcher Gruppe gehören wir? Sind wir womöglich solche weisen Narren? Die erkannt haben, worauf es ankommt, und mit Narrenhumor darüber reden?

Teil II

Eines haben Narren ja auf jeden Fall für sich, die weisen genau wie die anderen: sie bringen uns zum Lachen. Die Fürsten hielten sich früher einen Hofnarren. In Theaterstücken kommen die gerne vor und sind unter ihrer Verkleidung die klügsten Leute im ganzen Stück. William Shakespeare hat es geliebt, solche weisen Narren auf die Bühne zu stellen! Mit geistreichem Wortwitz verdrehen die alles und zeigen, wie dumm die Menschen oft sind. Gerade dann, wenn sie sich bierernst nehmen und vor Wichtigkeit nur so triefen! Festreden, Grußworte – ach, was werden da alles für superkluge Sprüche gemacht! Da wünsche ich mir oft einen Narren, der allen Wichtigtuern mal den Spiegel hinhält!

Auch in der Bibel finden sich viele Sprüche, die besser zu einer Narrenkappe passen als zu einem erhobenen Zeigefinger: „Besser ein Gericht Kraut mit Liebe als ein gemästeter Ochse mit Hass.“ – „Der Faule steckt seine Hand in die Schüssel und bringt sie nicht wieder zum Munde.“

Sogar Jesus hat seine Umgebung mit seinen lockeren Sprüchen oft bis zur Weißglut gebracht: „Was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders und nimmst den Balken in deinem eigenen Auge nicht wahr?“ Oder: „Ihr siebt Mücken aus und verschluckt Kamele!“

Ich finde: Mit solchen Sprüchen könnte man sich Jesus eigentlich auch im Narrenkostüm vorstellen! Wie ein Hofnarr oder Büttenredner hat er die Menschen vorgeführt und wollte ihnen ja eigentlich nichts Böses. Er wollte nur, dass sie über sich nachdenken und sich manchmal einfach nicht so wichtig nehmen.

Ich glaube: Wir brauchen solche weisen Narren. Nicht nur im Karneval. Die mit Hingabe alles verdrehen, was so bedeutend daherkommt. Und damit zeigen, wie dumm es oft in Wirklichkeit ist.

Solche Narren sind die wahren Weisen. Sie zeigen uns die wirklichen Narren. Narrheit hält sich ja für den Mittelpunkt des Universums. Und die schlimmsten Narren pöbeln und hetzen gegen alles, was anders ist als sie selbst. Echte Weisheit dagegen kann lachen. Ein weiser Narr gibt lächelnd zu, dass er auch nur mit Wasser kocht.

Ich bin sicher: Gott ist mit diesen weisen Narren. Sie machen das Schwere leicht und stiften uns zu einem befreiten Lachen an. Sie machen das Leben erträglich. Sie machen sich selbst klein und Gott groß und vertrauen auf die vielen Ideen, die Gott noch mit uns hat. Mit diesem Vertrauen kann ich getrost gehen und über manches Hindernis einfach auch mal hinweghüpfen!

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Kennen Sie einen Gutmenschen? Die sind angeblich ganz leicht zu erkennen! Erstens sind es grundsätzlich die anderen. Selber bemüht man sich vielleicht, ein mehr oder weniger anständiger Mensch zu sein. Aber wer jemand anders einen Gutmenschen nennt, meint das absolut nicht als Lob.
Ich wollte das genauer wissen und hab mich mal ein bisschen umgehört. Gutmenschen scheinen demnach so eine Art aggressive Trottel zu sein. Ständig wollen sie anständige Bürger belehren und kommen mit der Moralkeule. Führen überall Frauenquoten ein, sind gegen Tierversuche, gegen Atomkraft und im Übrigen gegen alles, was Spaß macht. Aber in letzter Zeit höre ich vor allem dann etwas über die Gutmenschen, wenn es um Flüchtlinge geht. Da sollen sie geradezu verantwortungslos sein. Darüber empören sich viele und sagen: Die Gutmenschen lassen es zu, dass unser Land überfremdet wird! Sie verschwenden unser Geld und verraten unsere Kultur, heißt es. Auch die Bundeskanzlerin ist jetzt so ein Gutmensch geworden, lese und höre ich überall.
Also, das ist klar: ein Gutmensch will keiner sein, wenn die so drauf sind! Aber was dann? Ein Schlechtmensch? Ja wohl eher nicht. Aber was ist denn das Gegenteil von einem Gutmenschen? Und vor allem: Was wäre eigentlich ein guter Mensch? Denn das wäre ich schon ganz gerne. Soweit es geht, natürlich. Nur nicht übertreiben. Aber – nun doch: Ich möchte schon auf der richtigen Seite sein. Wer will das nicht! Also, was ist gut?
Die Bibel fackelt da nicht lange. Geradezu genervt schreibt der Prophet Micha: „Gott hat dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der Ewige von dir fordert: nichts anderes als Recht tun und Güte lieben und besonnen mitgehen mit deinem Gott.“
Was ist gut? Was soll ein guter Mensch tun? Mensch, Gott hat dir das doch längst gesagt! Recht tun. Güte lieben. Und besonnen mitgehen mit deinem Gott.
Besonnen, das gefällt mir besonders. Ich glaube, ein guter Mensch ist besonnen. Umgekehrt sicher auch: ein besonnener Mensch könnte ein guter Mensch sein. Also jemand, der nicht gleich losbrüllt. Nur weil gerade alle brüllen. Der nicht alles schon besser weiß, bevor er überhaupt einmal zugehört hat. Der nicht immer nur nach dem Augenschein urteilt. Denn manchmal sind Dinge ganz anders, als sie aussehen. Klar, manchmal auch nicht. Aber weiß man das immer schon vorher?
Darum ist es gut, erst einmal einen Gang runterzuschalten. Manchmal muss man natürlich sehr schnell entscheiden. Vielleicht, bevor man alles zu Ende gedacht hat. Woran kann man sich dann orientieren?

Micha sagt: Tu das Recht. Das Recht: das sind die Gesetze, Regeln und Verordnungen. Die gelten in Deutschland für alle. Wer sich daran hält, der ist auf der sicheren Seite.
Doch so einfach ist es nicht. Wahrscheinlich kennen viele von Ihnen Beispiele, wo dann Menschen doch irgendwie Unrecht geschehen ist. Sie haben sich an das Recht gehalten, doch ihr Recht nicht bekommen. Und dann haben sie sich nicht getraut, um ihr Recht zu kämpfen. Es hat ja doch keinen Zweck, sagen sie resigniert.
Gut, manchmal lohnt es sich auch nicht. Der Klügere gibt nach, heißt es ja. Aber wenn es dann sozusagen um Leib und Leben geht, dann ist das doch etwas anderes. Oder wenn die Rechtsentscheidung so unmenschlich daherkommt, dass sie wie Unrecht wirkt.
Da braucht es dann das Zweite, was der Prophet sagt: Güte lieben. Recht ohne Güte – ja, das kann schon mal unmenschlich werden! Recht mit Güte: Ich glaube, das ist Besonnenheit.
Denn Besonnenheit, das heißt ja nicht nur: Ich brülle nicht gleich los. Das heißt auch: Ich prüfe noch einmal sorgfältig, ob meine Entscheidung wirklich richtig ist. Nur weil sie rechtens ist, ist sie vielleicht noch lange nicht richtig.
In unserer Kirchengemeinde hat uns ein ganz junger Mann um Hilfe gebeten. Er kommt aus Somalia. Das Recht verlangte, dass er unser Land verlassen soll. Aber die Rechtsanwältin warnte uns, dass er dann höchstwahrscheinlich in ernsthafte Gefahr geraten würde. Was nun? Wir haben uns so entschieden: Wir geben ihm Schutz in den Räumen unserer Kirche und bitten den Staat, das alles noch einmal genau zu prüfen. Sind wir jetzt unverbesserliche Gutmenschen?
Ich glaube, dass wir vor allem Menschen sind, die an das Recht glauben. Zum Beispiel aber auch an das Recht jedes Menschen auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Das sind Menschenrechte. Jeder Rechtsstaat muss die achten. Und in einem richtigen Rechtsstaat wie unserem entscheidet das am besten nicht einer allein. Sondern da gibt es Möglichkeiten, zu widersprechen, noch einmal zu prüfen, andere Meinungen einzuholen. Gut, dass das in Deutschland so ist! Jetzt darf der junge Mann hier bleiben, lernt Deutsch und wartet, wie endgültig über ihn entschieden wird.
Wenn du ein guter Mensch sein willst, sagt der Prophet Micha, dann tu das Recht. Liebe die Güte. Ja, ich glaube, das ist doch das Wichtigste: die Güte lieben. Es lieben, gütig zu sein. Anderen freundlich und herzlich begegnen. Ist das Gutmenschentum? Nein, das ist einfach nur gut!

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Haben Sie schon mal Brot gegessen, bei dem der Bäcker das Salz vergessen hatte? Mir ist das einmal passiert. Ich kann Ihnen sagen – das vergesse ich nie! Ein Geschmack wie eingeschlafene Füße!
Aber das Gegenteil habe ich auch schon erlebt: Ein Essen, das so versalzen war, dass ich den Geschmack noch nach drei Tagen im Mund hatte!
Salz darf also auf keinen Fall fehlen. Aber es kommt auf die richtige Menge an.
Das hat Jesus genauso gesehen. Ihr seid das Salz der Erde, sagt er seinen Jüngern. Ich übersetze das mal: Ohne euch ist die Welt ungenießbar! Eben wie Brot ohne Salz.
Sind wir Salz der Erde, Sie und ich?
Menschen, die sich heute auf Jesus berufen, versuchen in der Regel, friedlich zu leben. Sie wollen niemandem wehtun. Sie suchen den Ausgleich. Das ist ja eigentlich auch ganz richtig. Denn wenn immer nur gestritten wird, dann ist das wie ein versalzenes Essen.
Aber ich finde: Wenn wir jeder Auseinandersetzung aus dem Weg gehen, dann wird das Leben ungenießbar. Dann bleibt alles, wie es ist. Auch das, was eigentlich nicht so bleiben kann. Man muss sich ja nicht gleich anschreien oder mit Steinen werfen. Und Attentate und Terroranschläge im Namen Jesu – die braucht wirklich keiner! Gott sei Dank gibt es andere Wege, um seine Meinung zu äußern.
Viele hoffen ja, dass sich Streitfragen von selbst erledigen! Man redet nicht drüber, man will ja nicht streiten – aber deswegen bin ich doch anderer Meinung als der da und finde eigentlich völlig hirnrissig, was er sagt! Und dann kommt es irgendwann hintenherum raus.
Ihr seid das Salz der Erde, sagt Jesus. Wenn das Salz nichts mehr taugt, dann muss man es wegschütten. Ich verstehe das so: Mischt euch ein! Haltet nicht mit eurer Meinung hinterm Berg! Scheut eine notwendige Auseinandersetzung nicht!
Wie gesagt: Es kann auch zu viel sein. Jesus wollte bestimmt nicht, dass wir Querulanten und Nervensägen werden. Oder schlimmer noch: dass wir solange hetzen und aufstacheln, bis es Krieg gibt. Anscheinend hat er aber auch nicht gewollt, dass Christen alle Konflikte unter den Teppich kehren und immer so tun, als ob alles in Ordnung ist.
Aber warum sollte ich mich als Christ überhaupt irgendwo einmischen? Weiß ich etwa alles besser? Bin ich so wichtig, dass ich zu allem meinen Senf dazugeben muss?
Jesus zeigt mir: Wie das Salz bin ich vielleicht nicht entscheidend, aber unverzichtbar. Salz allein macht noch kein Brot und keine Suppe. Aber ohne Salz schmeckt das alles nicht.
Ich habe manchmal Angst, meine Meinung zu heftig zu sagen. Angst, dass es dann Streit gibt. Zu viel Salz sozusagen. Da macht Jesus mir Mut, mich einzumischen, ohne mich ständig in den Vordergrund zu spielen.

Ein Beispiel: die Flüchtlingspolitik. Darüber reden ja im Moment eigentlich alle. Die Politiker, die Medien, die Nachbarn. Muss ich denn dann als Christ auch noch was dazu sagen?
Ja, ich meine schon. Nicht, dass Sie jetzt denken, ich hätte die Lösung für das große Problem. Ich weiß keineswegs alles besser! Und ich bin auch kein besserer Mensch als zum Beispiel die Sachbearbeiter in den Ämtern.
Aber ich versuche, die Menschen so zu sehen, wie Jesus sie vielleicht sehen würde. Ich muss keine Paragraphen umsetzen. Aber dann kann ich mich auch nicht hinter ihnen verschanzen. Ich habe keine Patentlösung. Ich sehe Menschen in Not. Manches verstehe ich nicht. Vieles bleibt mir fremd. Aber ich höre und sehe, was den Fremden vor mir bedrückt. Und es reicht schon, dass ich da bin, dass ich einfach Mensch bin und auch in dem Fremden einfach einen Menschen sehe. Jemanden, an dessen Sorgen ich Anteil nehmen kann. Mit dem ich aber auch lachen und feiern kann. So, meine ich, hat Jesus die Menschen angesehen. Als Menschen eben. Als Schwestern und Brüder. Ich glaube, das ist die Prise Salz, die manchmal fehlt.
Denn wenn ich die Flüchtlinge unter uns als Menschen sehe, sogar als Schwestern und Brüder: Dann werde ich etwas sagen, wenn Leute so tun, als wüssten sie es besser. Wenn sie mit keinem Flüchtling persönlich gesprochen haben, aber genau wissen, dass „die“ alle nur in unsere Sozialsysteme einwandern wollen. Wenn Politiker die Flüchtlinge einteilen in solche, die Schutz brauchen, und solche, die es angeblich nicht brauchen. Wenn Leute nicht mehr hingucken und dann natürlich den einzelnen Menschen und sein Schicksal auch nicht mehr wahrnehmen.
Manchmal wird es dann richtig unbarmherzig. So wie neulich, als die Polizei mitten in der Nacht einen jungen Somalier aus seinem Bett geholt hat. Ein halbes Kind noch. Er sollte abgeschoben werden. Irgendwie ging die Sache schief und er ist wieder da. Aber wir haben in unserer Kirchengemeinde beschlossen, dass wir ihn in unseren Räumen aufnehmen wollen, bis die Gefahr für ihn vorüber ist. Bevor er wieder irgendwohin geschickt wird, wo keiner auf ihn wartet.
Wir versuchen jetzt, Salz der Erde zu sein. In einer Welt, die für viele Menschen längst ungenießbar geworden ist. Barmherzig zu sein, menschlich zu sein. Aber eben notfalls auch unbequem.
Salz der Erde: damit das Leben allen schmeckt.

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