Manuskripte

Es gibt Tage, die beginnen schon damit, dass vieles ‚schief geht‘:

Das Handy hat nicht richtig geladen. Die Kaffeemaschine streikt. Der Zug, mit dem ich fahren will, ist einfach gestrichen.

Und jetzt?

Ich kann mit meiner Wut im Bauch weiter ‚grollen‘ und grantig sein. Wahrscheinlich wird dann noch mehr misslingen. Menschen, die mir begegnen, stecke ich sogar an mit meiner schlechten Laune.

Oder aber:  Ich hake die Missstimmung ab und denke mir: ‚Von jetzt ab kann’s doch nur noch besser werden!‘ Vielleicht erinnere ich mich sogar an einen Vers aus der Bibel: „All eure Sorge werft auf Gott!“ (1 Petrus 5, 7).

Ich gebe zu: Ganz so einfach wegwerfen lässt sich eine schlechte Stimmung ebenso wenig wie ein verpasster Termin, weil die Bahn einen Zug gestrichen hat. Aber in meinem Unmut, in meinem Grübeln darüber, was denn ‚heute so los ist‘, ist für mich auf einmal ‚Gott mit im Spiel‘. Und das kann mir helfen: Ich bin nicht mehr allein mit mir selbst. An diesem Tag, an dem nicht alles so läuft wie ich dies wollte.

Ja, vielleicht gelingt es mir sogar, dass ich anfange, zu beten.

So etwa: ‚Gott, wenn Du da bist, dann gib, dass der Tag gelingt, trotzdem.

Hilf mir. Gib mir neuen Mut, auch, wenn ich im Augenblick noch nicht so richtig daran glauben kann.‘

So oder ähnlich kann es gehen.

Mag sein, dass dann der Tag doch nicht so blöd weitergeht, dass nicht auch alles Weitere schiefgeht, sondern dass es gelingt!

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Viele fleißige Hände sind gerade beschäftigt, damit wir schon bald wieder etwas Wunderbares auf dem Tisch haben: Wein!

Dabei ist die Wein-Lese nur ein Teil dessen, was zu tun ist. Das ganze Jahr über haben Winzerinnen und Winzer und alle, die mit Reben und mit Wein beschäftigt sind, etwas zu tun. Sie sorgen sich um die Beschaffenheit des Bodens, haben einen wachsamen Blick auf Rebstöcke und Blätter, müssen schnell handeln, wenn es das Wetter nötig macht. Dann kommt, wie zurzeit, die Lese (oder das ‚Herbsten‘, wie es vielerorts heißt) und die Sorgfalt bei all den weiteren Schritten, bis hin zum Abfüllen. Bis zum Genießen dessen, was da gereift ist, braucht es also Zeit und lange Wege, Kenntnis, Sorgfalt, Mühe und Geduld.

Wenn wir allein oder auch in geselliger Runde einen guten Wein genießen, dann dürfen wir daran denken, welch kostbares Geschenk das Leben und die Güter der Schöpfung sind, und: Wieviel Arbeit darin steckt, in dem einen Glas wundervollem Wein.

Wir dürfen genießen. Wir dürfen lernen, achtsam auch mit diesen Geschenken umzugehen.

Gut ist es, wenn wir dann dankbar und froh sein können. In der Bibel wird dies so ausgedrückt:

„Fröhlichkeit des Herzens und Heiterkeit der Seele bringt der Wein, zur rechten Zeit und maßvoll getrunken.“ (Jesus Sirach 31, 28)

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Es kann ziemlich anstrengend sein, wenn ich etwas ändern will in meinem Leben. Das betrifft nicht nur den viel diskutierten Klimawandel im eigentlichen Sinn, also, wie ich für bessere äußere Lebensbedingungen sorgen kann - auch mit meinem eigenen Verhalten. Ich finde, es ist auch ‚dran‘, das ‚Klima‘ in Bezug auf Menschen in meiner direkten Umgebung anzuschauen.

Habe ich wirklich Interesse daran, wie es meiner Partnerin, meinem Partner geht?

Nehme ich mir Zeit zum Zuhören?

Welche Sorgen drücken mein Gegenüber am Arbeitsplatz im Augenblick?

Wie begegnen wir einander?

Bin ich bereit, meinen Beitrag zu leisten, damit ein gutes ‚Klima‘ herrscht in unserem täglichen Miteinander?

Solch eine Art von ‚Klimawandel‘ kann in mir drin beginnen!

Es ist gut, wenn ich mir selbst hin und wieder Gutes tue und mir was gönne. Wenn ich mir Zeit nehme. Für mich allein oder mit jemand anderem. Wenn ich Ruhe und Stille genieße. Oder Musik. Wenn ich Geräusche in der Natur bewusst wahrnehme.

Dann wird manches ‚neu‘!

Dann spüren die Menschen, mit denen ich zu tun habe:

Du bist anders! Du kannst zuhören. Du hast Zeit. Das tut gut…

Der Mönch Bernhard von Clairvaux schreibt bereits vor über 800 Jahren: „Gönne dich dir selbst. Ich sage nicht: Tu das immer. Ich sage nicht: Tu das oft. Aber ich sage: Tu es immer wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für dich selbst da.“

Ich bin sicher: Wenn wir so auch für uns selbst achtsam sind, dann geht öfters ein Lächeln übers Gesicht. Dann wird manches freundlicher in uns und um uns herum. Denn gutes Klima ist ansteckend.

Sorgen wir in diesem Sinn für einen Klimawandel im Guten. Für einen ‚Klimawandel in den Herzen.‘

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Erntedank! Das heißt für mich: Schön geschmückte Altäre in unseren Kirchen, prall gefüllte Körbe mit Obst und Gemüse, mit Wein, Sonnenblumen und vielem mehr. An Erntedank dürfen wir über die Fülle von Früchten und die bunte Vielfalt dessen staunen, was uns an Lebensmitteln zur Verfügung steht. Und wir dürfen dankbar sein.

Wir können den Menschen danken, die für das Säen, für Wachstum, Pflege und Ernte sorgen.

Gott dürfen wir auch Danke sagen für so manches Wunder an Leben!

Wie geht das zusammen mit all dem, was uns an Wünschen und Forderungen in Zusammenhang mit dem Klimawandel begegnet? Kann ich einerseits an ‚Fridays for future‘-Demonstrationen teilnehmen und andererseits noch guten Gewissens „Danke!“ sagen für Ernte, für Wasser, für Luft. ‚Danke‘ für die klimatischen Bedingungen, damit überhaupt etwas wachsen kann… Gilt dieses „Danke!“ dann überhaupt noch?

Ich denke, ja, umso mehr! Es ist gut, wenn ich nicht alles als selbstverständlich annehme. Es ist wichtig, dass ich mich informiere über das, was ‚dran‘ ist.

Wir hatten eine Ausstellung mit dem Namen ‚Kunst fürs Klima‘ in unserer Kirche – mit Bildern der indischen Künstlerin Lucy D’Souza-Krone. Da war zum Beispiel Noah zu sehen, der schon vor Tausenden von Jahren mit einer ‚Klimakatastrophe‘ zu kämpfen hatte, auch um Abraham ging es als einem Klimaflüchtling, um Joseph, der angesichts von Engpässen die Kornspeicher als Vorrat füllen ließ. Es ging aber auch um uns! In begleitenden Aktionen konnten wir über unseren ‚Ökologischen Fußabdruck‘ staunen, wir mussten einsehen: Es geht auch um uns selbst. Jede und jeder einzelne kann die eigene Lebensweise hinterfragen:

Wie bin ich unterwegs? Wie ernähre ich mich?

Wieviel Strom und wieviel Wasser verbrauche ich?

Etwas zu ändern kann anstrengend sein, aber es wird sich lohnen. Auch schon für uns. Und erst recht für andere, die nach uns leben wollen und dann hoffentlich leben können!

Das alles hat zutiefst mit ‚Erntedank‘ zu tun. Und mit Vertrauen auf Gott, der uns hilft, damit wir für bessere Lebensbedingungen Sorge tragen.

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„Verheiratete katholische Priesterin feiert ökumenisches Abendmahl – Fiktion? - Realität!“

So steht es gedruckt auf Stofftaschen unserer Kirche. Ein echter Hingucker auf Kirchentagen. Drei dieser Taschen konnte ich mir gerade noch sichern. Im Augenblick sind sie vergriffen. Ich bin sicher: Bald gibt es eine neue Auflage davon!

‚Maria 2.0‘ – bei diesem Thema denke ich auch immer wieder an die Entwicklung in unserer (ebenso) katholischen Kirche, bei uns Alt-Katholiken. Ein langer Weg mit Gesprächen, Debatten und Entscheidungsphasen führte dazu, dass bereits vor über 30 Jahren die erste Weihe einer Diakonin, und vor fast 25 Jahren die erste Weihe von Frauen zu Priesterinnen gefeiert werden konnte.

In unserer Kirche sind wir froh darüber, dass dies möglich war und Wirklichkeit ist.

Ich finde es wichtig und gut, dass sich Menschen heute so stark dafür einsetzen, dass es auch in der römisch-katholischen Kirche Diakoninnen und Priesterinnen geben kann.

Wie Jesus wohl heute mit dieser Frage umgehen würde? Für mich ist das klar!

Dass bereits in den Anfangsjahren des Christentums Männer und Frauen wichtige Dienste leisten durften, daran lässt auch die Bibel keine Zweifel. Das Ehepaar Andronikus und Junia wird sogar zu den Aposteln gezählt! (vgl. Röm 16,7) Ich kann nicht verstehen, warum sich viele kirchliche Amtsträger und Theologen bis heute so stark wehren gegen die Weihe von Frauen. Mitunter mit der Begründung, Jesus sei ‚nun mal‘ ein Mann gewesen und zu seinem engen Jüngerkreis hätten ‚nur Männer gehört‘. Zum einen ist diese Aussage äußerst fragwürdig, gleichzeitig wirkt sie lächerlich! Das klingt so, als ob heute nur das gelten könne, was genau so zurzeit Jesu gewesen sei. Dann aber dürften bis heute auch nur jüdische Fischer zum Bischof von Rom gewählt werden!‘ - Das wäre zu einfältig.

‚Mama, können eigentlich Männer auch Priesterin werden?‘ Diese Frage stellte ein Kind, das bisher immer die Pfarrerin in der Gemeinde erleben durfte. Sie hatte den Jungen getauft, sie führte ihn zur Erstkommunion…

Ich habe den Wunsch, dass es irgendwann möglich ist, auch in römisch-katholischen Gemeinden diese Frage zu stellen!

Und darum wünsche ich den vielen Frauen, die sich bei ‚Maria 2.0‘engagieren, viel Kraft und Geduld, vor allem Gottes Segen und Erfolg!

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Wenn es der Dienst erlaubt und keine Termine im Kalender stehen, dann sitze ich momentan gern bei uns im Garten. Meine Frau und ich, unsere Familie, Freunde und Bekannte, wir alle erfreuen uns jedes Jahr an dieser ‚Oase im Grünen‘. Hier wird gesungen und gelacht, gegessen und getrunken, gespielt und geplanscht. Menschen begegnen sich. Hin und wieder genieße ich es, ganz allein dort zu sein. Ich kann einfach dasitzen, Bienen und Schmetterlingen zuschauen und mich über die Natur freuen. Ich kann staunen über Kleinigkeiten. Vor kurzem waren es die Katze und eine junge Elster, die mich zum Schmunzeln brachten. Eine kleine Schale mit verdünnter Milch stand da – ursprünglich hingestellt für die Katze. Was geschah? Beide nippten gleichzeitig! Bei der Hitze konnten sich die zwei einfach gegenseitig die kleine Erfrischung gönnen. Die Katze schaute, die Elster trank und umgekehrt. Ein wunderbares Bild des Friedens. Fast wie aus der Bibel, wo es mal heißt: ‚Wolf und Lamm weiden zusammen, der Löwe frisst Stroh wie das Rind (…) Man tut nichts Böses mehr‘ (Jes 65, 25).

Ein tiefes Gefühl von Dankbarkeit kommt in mir auf, wenn ich dann dasitze und zuschaue. Natürlich gibt es auch andere Augenblicke im Leben, schwere und schmerzhafte. Da geht es nicht, einfach ‚Danke‘ zu sagen.

Wenn ich diese Erfahrungen tiefer Dankbarkeit im Garten aber bewusst wahrnehme und spüre, wie gut es tut, dann gelingt es mir vielleicht auch eher, zu anderen Zeiten das anzunehmen, was mir schwerfällt.

Das ‚Danken-Können‘ wird so für mich zu einer Art ‚Grundlage fürs Leben‘!

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Es ist Urlaubszeit. Sommer. Menschen sind unterwegs und genießen ihre freie Zeit.
Auch ich bin in den Ferien gerne unterwegs. Im Augenblick ist es noch nicht soweit.
Aber für mich ist es angenehm, dass jetzt nicht so viele Termine anfallen.
Mir bleibt jetzt mehr Zeit für anderes. Ich räume auf!
Hin und wieder sind es sichtbare Dinge, die aufgeräumt und geordnet werden können. Vor allem aber geht es mir ums Aufräumen im übertragenen Sinn. Ich kann mich fragen, wie es mit meiner inneren Ordnung aussieht.
Ich überlege: ‚Was ist im ersten Halbjahr gelungen und was nicht?
Was ist liegengeblieben? 
Welche Ziele hab‘ ich erreicht, was ist mir schiefgegangen?
Im Getriebe des Alltags kann ja so manches schnell ‚auf der Strecke bleiben‘. Da gibt es Artikel, die ich schon immer mal lesen wollte. Den ein oder anderen Brief, den ich noch schreiben könnte. Oder auch die Planung von Besuchen in unserer weitverzweigten Gemeinde und im Dekanat.
Kurzum: In diesen Wochen kann ich eine Art Zwischenbilanz ziehen.
So betrachtet, ist dies ein Aufräumen der besonderen Art!
Ich freue mich schon jetzt darauf, wenn ich nach den Ferien geordnet und neu sortiert (in Büro und Hirn) ins zweite Halbjahr starten kann…

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„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“

Oftmals wird dieser Ausspruch dem russischen Revolutionär Lenin in den Mund gelegt. Sinngemäß mag dies auch stimmen, auch wenn er wohl eher gesagt hat: „Vertraue, aber prüfe nach“.

Wie ist das, wenn ich Vertrauen habe – bin ich da einfach naiv? Und wenn ich alles unter Kontrolle bringe, bin ich da dann wirklich ‚besser‘ dran?

Ich weiß, es ist beruhigend, wenn ich Mitarbeitende kontrolliert habe und mir sicher sein kann, dass die Arbeit gut ist und das Ergebnis stimmt.

Das nächste Mal kann ich dann vielleicht so viel Vertrauen aufbringen, dass eine Kontrolle nicht mehr nötig ist.

Ich weiß aber auch, dass ich in vielen anderen Situationen im Leben einfach vertrauen muss. Ich kann schließlich nicht bei jedem Busfahrer nachprüfen, ob er den Führerschein hat oder bei jedem Taxi, ob das Reifenprofil in Ordnung ist. Beim Einkauf würde es ebenfalls schwierig, wenn ich jeden Salat auf Schadstoffe untersuchen wollte.

Auf allen meinen Wegen brauche ich Vertrauen als Grundhaltung. Nicht immer genügt dies allein, aber es ist wichtig, dass ich Vertrauen einübe.

Das gilt für die Beziehung zu Mitarbeitenden genauso wie im Straßenverkehr, beim Einkauf an der Gemüsetheke und in lebenswichtigen Dingen, etwa einer Operation. Ja, es gilt auch für mein Verhältnis zu Gott.

Nicht immer werden wir von Enttäuschungen verschont bleiben, aber ich wünsche uns, dass wir es immer wieder schaffen, dass unser Misstrauen kleiner wird und unser Vertrauen größer.

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Es ist noch früh am Tag. Vielleicht hat Sie schon jemand beim Namen gerufen – vielleicht noch nicht, weil Ihnen noch niemand begegnet ist.

Der Tag hat ja erst begonnen.

Und heute wird hoffentlich irgendjemand Sie beim Namen rufen. Namen sind wichtig für unser Leben.

„Schade eigentlich, dass wir uns die Namen nicht selbst aussuchen können!“ – So sagte mir vor kurzem jemand. Sie meinte die Vornamen. Es ging darum, ob es besser sei, einem neu geborenen Kind einen oder mehrere Vornamen zu geben. Meine Frau und ich, wir hatten unseren Kindern einfach einen Namen gegeben. Wir waren uns einig: Keine Zweit- und Dritt-Namen, ein Name soll genug sein. Ein Name ist aussagekräftig. Ein Name kann prägen.

Der Name eines Menschen ist ein besonderes ‚Merk-mal!‘

Ich weiß: Ich bin gemeint, wenn eine andere Person meinen Namen ruft!

Ich kann reagieren, wenn ich gerufen werde.

Und: Ich bin nicht ‚irgendwer‘, nicht für Menschen und nicht für Gott!

Auch Gott ruft mich beim Namen.

So wie in der Bibel, beim Propheten Jesaja. Dort heißt es: „Ich habe Dich beim Namen gerufen.“ Nicht unverbindlich und nicht nur irgendwie.

Ich bin mir sicher, Gott ruft keinen von uns mit ‚Hey, Du da!‘, sondern mit unseren eigenen Namen. Ganz persönlich. Dich und Sie und mich. Ich darf mir sicher sein: Ich bin gemeint!

Es ist gut, dass wir Namen haben. Wenn wir einander mit Namen benennen können, dann stärkt das unsere Beziehung!

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Ein junger Familienvater ist gestorben. Ganz plötzlich. Von einem Moment auf den andern. Keine Krankheit war sichtbar, keine Einschränkungen bekannt. Weg. Einfach nicht mehr da. Seine Ehefrau und seine Kinder sind natürlich geschockt. Ebenso alle Menschen, die ihn gekannt hatten. „Gestern sind wir ihm noch begegnet, da hat er seine Kinder abgeholt und jetzt - …ist er einfach nicht mehr da!“  - so sagen es andere Mütter, Väter, Kolleginnen und Kollegen.

Niemand von uns weiß auf die Frage „Warum?“ eine Antwort. Die Frage bleibt einfach stehen. Punkt.

Eines wünsche ich nun vor allem seiner Ehefrau und den Kindern, aber auch jeder Person, die trauert, die Tränen vergießt, die Fragen stellt oder einfach sprachlos ist: Trost. Vielleicht von einem tröstenden Engel. Das können Menschen sein, die da sind, die versuchen, mit aus-zu-halten, die Schritte mit-gehen, die zuhören, wenn andere ihren Schrei los-lassen müssen und die anpacken, wenn etwas getan werden muss. ‚Tröstender Engel‘, so hat Lucy D’Souza-Krone, eine indische Künstlerin, eines ihrer beeindruckenden Bilder genannt, die in unserer Kirche ausgestellt waren. Da ist zu sehen, wie ein Engel, eine Person einfach da ist und eine andere mit den Armen umfängt. So sehr, dass der ganze Raum gefüllt ist.

Der Engel des Trostes kann ein Mensch sein, der einfach mit seiner Anwesenheit den Raum für Gott füllt.

Trost geben kann heißen, der anderen Person Worte zusagen, die von Herz zu Herz gehen. Trost geben kann heißen, einfach da zu sein. Ohne Floskeln. Ohne leeres Gerede, ohne fertige Lösungen.

So einen Engel des Trostes wünsche ich uns allen, dann, wenn’s drauf ankommt!

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