Manuskripte

Anfangen oder Aufhören. Das ist oft die Frage. Wenn etwas einfach nicht klappen will, wenn unsere Mühe vergeblich, alle Anstrengungen umsonst zu sein scheinen. Dann haben wir irgendwann keine Lust mehr. Dann wollen wir lieber aufhören als dass wir damit noch was anzufangen wissen.

Einmal hat Jesus von einem Ölbaum erzählt, der seinen Besitzer total frustriert, weil er keine Früchte trägt. Jahr um Jahr Fehlanzeige. Da reicht es dem Besitzer. Und er beauftragt seinen Gärtner damit, ihn umzuhauen. Weil mit dem einfach nichts Gescheites anzufangen ist.

Das kennen wir ja auch ganz gut. Denn im Garten unserer Liebesmüh steht ja auch mindestens ein solcher Feigenbaum, ob in echt oder symbolisch. Jeder Mensch hat da seinen ganz eigenen Weinberg, in dem auch so mancher feige Baum steht und vor sich hin astet, ohne dass was dabei rauskommt.

Eltern sind enttäuscht, wenn die Kinder alles anders machen. Aber auch abseits vom Stammbaum passiert Frustration, nämlich überall, wo Menschen miteinander unterwegs sind, wo es um Bringschuld geht.

Wie oft wird Vertrauen enttäuscht, werden Versprechen nicht gehalten, Absprachen vergessen, Zugesagtes nicht ausgeführt. Da möchte man irgendwann wie die Axt im Wald um sich hauen und abhauen.

Aber Jesus erzählt, dass der Gärtner dem kurzen Prozess widerspricht und zu seinem Besitzer sagt:
„Gib ihm noch ein Jahr!“ Noch ein letzter Versuch ist es wert. Gnade vor Recht. Spaten statt Axt.

Und in der Zeit der Verschonung, will sich der Gärtner kümmern und den ganzen Kummer, will düngen und pflegen, fördern und helfen mit seiner ganzen Gärtnerliebe samt grünem Daumen. Da hört man ja von Weitem schon, wie sich der Feigenbaum einen Ast lacht vor Freude über so viel Unterstützung.

Wer möchte da nicht aufblühen und seinen Verhältnissen, Beziehungen, Partnerschaften, Lebenswelten eine neue Chance geben. Gott will, dass wir noch ein weiteres Jahr auf Bewährung freigelassen werden und dabei bewahrt bleiben. Wohl denen, die damit was anzufangen wissen.

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Für neue Anfänge sind wir nie zu alt. Im Gegenteil. Je älter wir werden, umso mehr können wir mit uns anfangen. Die Entwicklungspsychologen, also die Fachleute, die den Lebenszyklus des Menschen erforschen, die behaupten ja, dass wir praktisch alle 7 Jahre spätestens, wieder von vorne anfangen. Unser Leben kennt ganz viele Abbrüche und  Aufbrüche. Ganz viele Schwellen gilt es da zu überschreiten. Irgendwann sind wir kein Kind mehr, wissen aber überhaupt nicht, was wir dann sind, pubertieren uns wund, bis es heißt, wir seien erwachsen jetzt.

Dann versuchen wir alles Mögliche und vor allem Unmögliche in den Griff zu bekommen. Sind überall gleichzeitig unterwegs, werden aus und fortgebildet, eingebildet womöglich auch, bringen unser Leben irgendwie unter Dach und Fach, verpartnern uns waghalsig, bekommen Kinder und  andere Sorgen…Und schon ist wieder ein Stück zu Ende, mittendrin statt nur dabei, haben wir Grenzen und Brüche zu verkraften, machen Erfahrungen, die wir nicht gebraucht hätten, hören immer öfter den Satz: Hauptsache gesund! Schön wärs.

Und dabei bleibt es nicht. Denn das Leben geht weiter mit uns. Und wieder nehmen wir Abschied, von Menschen, die zu uns gehörten, von Aufgaben, die jetzt andere tun, von Ämtern und Verpflichtungen, Unruhestände aller Art kommen auf uns zu.

Es bleibt immer spannend. Wie beim Vater Abraham, dem im hohen Alter noch Gott sagt:
„Geh aus deinem Vaterland, lass alles hinter Dir und komm, ich führ Dich in ein neues nie gesehenes Land.“

Und da packt der sogenannte Vater des Glaubens beherzt seine 7 Sachen, mitsamt seiner Frau Sarah und bricht auf zu neuen Ufern. Völlig ahnungslos aber vertrauensvoll sagt er sich:
Der Mensch denkt und Gott lenkt.

Wir hören am besten nie auf mit dem Anfangen. Damit wir nicht aus der Übung kommen. Es ist Land in Sicht. Und Gott ist schon da und erwartet uns. Wohin das führt? Wir werden uns noch wundern…

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„Na, habt Ihrs gut angefangen?“ Mit der Frage haben wir uns in den ersten Tagen des Neuen Jahres oft begrüßt. Gut anfangen-ist wichtig. Was braucht es, damit wir was Gutes anfangen mit 2019.

Unsere Kirche hat ja für jedes Jahr eine Losung. Da wird ein Bibelwort ausgesucht, das wie ein Motto über allem stehen soll. Wie ein Programm, eine Ansage für die to do Liste des neuen Jahres. Sie lautet für 2019:

„Suche Frieden und jage ihm nach!“ „Give peace a chance!“ Gib dem Frieden eine Chance! So singt John Lennon in seinem weltbekannten Friedenslied. Jeder hat eine Chance verdient. Der Friede auch.

Während die Nachrichten aus Fern und Nah gleich wieder vom Gegenteil berichten, beruft uns die Losung des neuen Jahres zu Gottes Friedensboten. Wir sollen geschickte Leute sein. Mit einem klaren Auftrag. Wir sollen herausfinden, wie  man Frieden macht. Der Friede soll sich ausbreiten, wie eine ansteckende Gesundheit. Er will gesucht und gefunden werden. Wir sind hochbegabte in Sachen „Give peace a chance! Eigentlich sind wir das.

Haben Sie Lust und Liebe dafür, erfinderisch in diesem Jahr unterwegs zu sein in Sachen Friedensmission?

Und das nicht nur ein bisschen, nicht halbherzig langsam, zögerlich ungewiss, sondern mit jeder Menge speed, rasend fast, jagend jedenfalls, schnell allemal. Wir haben nämlich keine Zeit mehr zu verlieren. Schnell muss der Friede her.

Es ist meines Wissens noch völlig offen, wer in diesem Jahr den berühmten Friedensnobelpreis bekommen wird. Aber potentielle Kandidaten dafür sind wir um Gottes Willen alle. Ich gratuliere Ihnen schon heute dazu, alleine deswegen, weil Sie alle mit viel Phantasie und Erfindungsgeist dem Frieden auf die Spur kommen wollen in ihrer Umgebung, bei allem, was Sie heute tun. Und der Friede Gottes bewahre ihre Herzen und Sinne dabei.

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Gott ist auch ein Anfänger! Überhaupt ist er der Anfang von allem. Denn die Bibel sagt im allerersten Satz:
„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde!“ So fängt also alles an. Und was macht Gott da als erstes? Er macht Licht. Und Gott sprach: „Es werde Licht! und es ward Licht!“

„Mach doch mal das Licht an!“ Bis heute ist es doch so. Wir starten in den Tag und machen als erstes mal Licht. Im Dunkeln finden wir den Anfang nicht. Wir tappen im Dunkeln. Bis uns etwas einleuchtet. Sonnenaufgang ist angesagt, damit das Leben starten kann.

Und was sind wir doch froh, wenn die Tage jetzt wieder länger werden und es mehrt Licht gibt als Nacht. Übrigens sagen die Leute bis heute auch, wenn ein Kind geboren ist: „Es hat das Licht der Welt erblickt.“

Natürlich könnte man auch pessimistisch sagen: Das arme Kind hat jetzt auch Anteil an der Dunkelheit dieser geplagten Welt. Das würde ja leider auch allzu sehr zutreffen. Aber so reden wir Gott sei Dank nicht. Lieber sprechen wir vom Licht der Welt. Wir sind Lichtmenschen. Wollen lieber hellsehen, als schwarzmalen.

Jesus sagt einmal zu seinen Freunden und Freundinnen:
„Ihr seid das Licht der Welt!“ Für ihn war klar: Wir Menschen haben vor allem die Aufgabe, hier Licht zu machen. Bis auf Weiteres sind wir also zuständig hier und heute für Helligkeit zu sorgen. Sollen einander heimleuchten und nicht hinters Licht führen. Klar sein, einander mit einem strahlenden Gesicht begegnen.

Wenn wir das verstanden haben, wird uns ein Licht aufgehen, wie das Sprichwort sagt. Ganz schön helle, was?

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Aller Anfang ist schwer! „Ich weiß nicht, wie ich anfangen soll!“ Ein Klassenkamerad sagte das früher immer, wenn wir einen Aufsatz schreiben sollten. Dann saß er, oft die erste volle Stunde komplett vor dem leeren Blatt und war verzweifelt. Erst recht, wenn dann unser Deutschlehrer seine bedrohlichen Runden im Schulsaal drehte und jedes Mal die Stirn runzelte beim  besorgten Blick über die Schulter.

„Ich weiß einfach nicht, wie ich anfangen soll!“ Der erste Satz ist der schwerste. Wenn der erst mal gefunden ist, dann läufts wie von allein. Fast. Wie oft sitzen wir vor einem Problem und starren es an wie ein leeres Blatt und wissen einfach nicht, wie wir anfangen sollen.

Wie oft warten wir darauf, dass ein anderer anfängt, was zu sagen und das elende Schweigen durchbricht. Wie erlösend kann es sein, wenn endlich einer anfängt und den Mund aufmacht. Erlösende erste Worte und Sätze und Zeilen sind das. Sie sind wie Türöffner und Einstiegsluken.

Wenn wir uns heute Morgen wieder begegnen, im Bad, auf dem Flur, am Küchentisch, im Treppenhaus, an er Haltestelle, auf der Straße, im Geschäft-welche ersten Sätze und Bemerkungen werden da fallen?

Das wird auch heute wieder spannend und geheimnisvoll. Wie werden wir heute das Konzept des Tages aufsetzen? Der erste Satz für den Aufsatz. Das erste Wort nach langem Schweigen. Die ersten Sätze beim Start in den Tag. Aller Anfang ist schwer.

Dabei helfen kann uns, wie Gott das macht. Er hat nämlich sein erstes Wort über uns schon gesprochen. Und das heißt: JA! Ja, ich will Dich! Ja, du sollst leben und da sein und kein unbeschriebenes Blatt bleiben. Ich will heute ganz viel mit Dir anfangen.

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Anfänger sind unterwegs. Überall und irgendwo- immer. Vor ein paar Tagen habe ich wieder mal einen getroffen. An der Ampelkreuzung. Vor mir ein Kleinwagen mit einem Aufkleber, auf dem ANGFÄNGER steht. Da weiß man doch gleich Bescheid. Jemand teil aller Welt mit:
„Achtung Leute, ich habe zwar den Führerschein, aber fahren lernen, das muss ich erst noch.“ Es wird grün, aber das Auto vor mir bleibt stehen. Hinter mir hupen sie schon.

Und ich sehe im Rückspielgel wie mein Hintermann schimpft. So muss man aber doch niemanden anfahren, nur weil der nicht gleich anfährt. Endlich geht’s los. Der Anfänger startet behutsam. Geht doch. O, man hats nicht leicht als Anfänger in der Welt der Alleskönner. Dabei sagt sein Aufkleber am Heck doch ganz bescheiden:

Achtung, ich übe noch. Seid ein bisschen nachsichtig mit mir. Ich bin noch nicht so lange dabei wie ihr. Ich mach noch viel verkehrt im Verkehr.

Anfänger sind unterwegs. Überall und irgendwo-immer. Nicht nur auf der Straße. Und jetzt, im noch jungen Jahr sind wir alle Anfänger. Gerade erst haben wir mit diesem Jahr 2019 angefangen.

Starten und warten sind noch sehr nah beieinander. Was fangen wir an? Womit hören wir auf? Wohin geht die Reise mit mir, mit uns, im Beruf, in der Familie, im Miteinander hi und da?  Die Ampel ist schon grün, alles ist wieder auf Anfang gestellt. Und jetzt üben wir, versuchen was Vernünftiges anzufangen mit der neu geschenkten Zeit.

Da tut es gut, dass Gott uns Anfänger mag. Ja er liebt es, wenn seine Leute sich aufmachen und ihren Weg in die Zukunft suchen.

Und damit sie nicht zu lange an der grünen Ampel stehen bleiben, ruft er allen zu:
Fürchte Dich nicht, Du Anfänger! Fahr los trotz Gefahren, ich will ein mitreisender Begleiter für Dich sein. Es gibt ja das begleitete Fahren für Anfänger. Gott sei Dank! Also: Grüner wird’s nicht. Gute Fahrt!

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Haben Sies schon gehört? Das Zentrum ist nicht immer da, wo ich bin. Seit ein paar Jahren gibt es sie jetzt schon, die Navigation. Seitdem verfahren wir uns nicht mehr selbständig, so wie früher, sondern nach genauer Anleitung. Und diese Anleitung wird bekanntlich vom Himmel aus gesendet. Das ist wichtig zu wissen. Sie werden gleich verstehen, warum.

Jedenfalls ich war unterwegs, kannte mich nicht so gut aus und habe deshalb für den Heimweg die Navigation bemüht. Ich weiß heute nicht mehr, warum ich nicht einfach meine Heimatadresse eingegeben habe, sondern stattdessen ZENTRUM. Irgendwie hatte ich Lust, herauszufinden, wo in Landau das Zentrum ist. Und eigentlich, wenn ich ganz ehrlich bin, wollte ich nichts weiter, als eine himmlische Bestätigung dafür, dass ich natürlich als Pfarrer an der Stiftskirche genau weiß, wo das ist, das Zentrum, nämlich bei mir und meiner wunderbaren Kirche natürlich. Wo denn sonst?

Ich fuhr also los und vergaß bald sogar die himmlische Führung, bis ich nach Landau kam, direkt auf die Stiftskirche zufuhr, schon kolossal triumphal gestimmt. Aber dann kam alles ganz anders: Ich wurde nämlich auf den Marienring zugeleitet. Und als ich dort wiederum an der Ampel zum Stehen kam, sagte die himmlische Stimme doch: „Sie haben Ihr Ziel erreicht!

Und da war sie, die Marienkirche in ihrer ganzen Pracht. Direkt vor mir. Ich rollte mit letzter Kraft auf den Kirchenvorplatz, Zu allem Überfluss öffnete in dem Moment der damalige Pfarrer der Marienkirche die Kirchenpforte. Er sieht mich, kommt herunter und fragt: „Was machst du denn hier?“ Und ich stammle: „Ich suche das Zentrum und so wie es aussieht, ist es katholisch!“ Das hat man davon, wenn man sich selber für das Zentrum hält. Der liebe Gott hat eben viele Filialen. Er wohnt nicht nur unter meinem Dach. Und das ist eben zentral.

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Haben Sies schon gehört? Der Mensch denkt und Gott lenkt! Ich war unterwegs auf der Autobahn. Zwischen Raststätte Pfälzer Weinstraße und Neustadt. Auf der A 65 also. Vor mir ein Auto, das ziemlich langsam fährt. Keine 80. Ich merk es zu spät und verpasse den richtigen Moment zum Überholen. Bleib also hinten dran und muss warten, bis ich endlich vorbeiziehen kann. Endlich klappt es.

Einigermaßen ärgerlich setze ich zum Überholen an, beschleunige natürlich und als ich so auf gleicher Höhe bin, schau ich halt mal rüber, wie man das macht, wenn man wissen will, wie der aussieht, wenn er so fährt. Und da staun ich nicht schlecht, aber es ist, wie es ist, was soll ich sagen: Auf dem Fahrersitz sitzt niemand. Nein, da wo ich hinschaue, sitzt kein Mensch. Ich bin inzwischen selbst zum Verkehrshindernis geworden, hinter mir einer mit Lichthupe und gezogenem Revolver, glaub ich fast, aber ich bin so irritiert, dass ich wieder langsam werde und mich erneut hinter das langsame, fahrerlose, unbemannte Auto setze.

Da fällt mein Blick auf das Nummernschild und auf den Aufkleber am Heck und ich muss lachen über meine eigene Dummheit nämlich: Das Auto, das da vor mir fährt kommt eben aus England und da sitzt bekanntlich der Fahrer rechts. Schau mal einer an, hab ich gedacht, was für eine Lektion: Da kommst du auf deiner Autobahn daher, meinst, du bist zuhause und kennst dich aus wie kein Zweiter, da plötzlich triffst du auf ein anderes Auto, das eben ein bisschen anders ist und schon haut es dich um. Das hab ich mir gemerkt:

Nein, nicht alle Autos müssen gebaut sein wie meins. Der Mensch denkt-und Gott lenkt auch auf anderen Sitzen mit. Das gilt auch für meine Art zu glauben, für die mir vertraute Form der Kirche. Andere sind anders. Gott  verfährt mit seinen Menschen unterschiedlich. Aber er bewegt sie alle.

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Haben Sies schon gehört? Es gibt einen Gottesbeweis! Einen ziemlich guten sogar! Ich weiß, Beweisen das ist so eine Sache. Erstrecht, wenn es um Gott geht. Die sogenannten Gottesbeweise, die man so kennt, sie sind allesamt ziemlich geschraubt, sind praktisch sehr theoretisch. Sie verursachen eher Kopfschmerzen als Klarheit. Philosophen und Theologen aller Jahrhunderte haben es damit versucht plausibel zu machen, dass es einen Gott geben muss:

  • Weil es einfach nichts Größeres geben kann!

  • Weil es eben eine höhere macht geben muss!

  • Weil die Schöpfung einen Schöpfer braucht!

  • Und die Geschöpfe erstrecht!

  • Weil sich nichts bewegen kann, was nicht zuvor von jemandem angestoßen worden ist!

  • Und außerdem muss der Mensch einfach an etwas glauben, weil er chronisch gläubig ist!

Es muss doch gehen, zu glauben, ohne dabei den Verstand zu verlieren. Glauben und Wissen sollen sich küssen. Nicht widersprechen. Aber alle Gottesbeweise haben es nicht wirklich geschafft, zu überzeugen. Bis auf einen. Dem könnte es gelingen. Ich nenne ihn den klerikalen Gottesbeweis. Und der argumentiert etwa so:

Wenn es also heute noch immer die Kirche gibt, trotz allen Pleiten, Pech und Pannen, dann kann das unmöglich dem Geschick der Menschen zu verdanken sein. Denn die haben in ihrer Kirchengeschichte alles dran gesetzt, die Kirche Geschichte werden zu lassen und sie erfolgreich abzuschaffen. Wenn es nach dem gegangen wäre, was die Christen sich und anderen angetan haben, dann wäre alles, was Kirche ist, längst untergegangen.

Macht und Geld, Unterdrückung und Missachtung fremder Kulturen haben oftmals das Gebot der Nächstenliebe verdrängt, die Idee und die Umsetzung sich oft widersprochen. Darum kann es nur so sein: Dass es die Kirche noch gibt, das muss Gott so gewollt haben, also gibt es ihn auch. Die Kirche selbst ist der Beweis dafür. Denn ohne Gott wäre sie längst nicht mehr da. Da schau her…

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Haben Sies schon gehört? Die Kirche soll für was gut sein! Es soll Sinn machen, dass es sie noch immer gibt. Das ist doch mal eine Nachricht für heute, den Reformationstag. Von wegen: Außer Thesen, nichts gewesen! Die Kirche macht Sinn. Sie hat eine große Aufgabe. Sie wird gebraucht. Und zwar um die Menschen froh zu machen.

Nicht zum Jammern und Klagen über sich selbst. Darauf können wir verzichten. Sie soll sich unter die Leute mischen. Und das soll mehr gut, als wehtun, Zu nichts anderem ist sie da, keinen anderen Grund gibt es, landauf, landab, an Stadt, Land, Fluß: Es soll die Leute froh machen, es soll trösten und erbauen, aufrichten, zum Leben helfen. Zu nichts anderem ist die Kirche da, als anzureden, aufzuhelfen, gut zu tun. Die Kirche ist in der Krise, mag sein, aber das war sie schon immer. Und das kost viel Kraft. Macht wenig Spaß, nur müde. Dabei soll es unter Christen ganz anders zugehen.

Wenn zum Beispiel ein Gottesdienst zu Ende geht, dann sollte es denjenigen, die dabei gewesen sind zumindest nicht schlechter gehen, als vorher. Wenn sich die Leute nach einer guten Stunden verabschieden, sollten ihre Gesichter heller und heiterer sein als zuvor. Sind sie das nicht, geht es deutlich schlechter, sollten wir gleich wieder die Glocken einschalten und wieder von vorne anfangen, denn dann haben wir definitiv etwas falsch gemacht.

Wenn die Kirche die Menschen zusammenbringt, dann sollte es mehr leuchten als betrüben, mehr klingen als dröhnen, sang und klangvoll aufgehen, was gemeint ist. Die Kirche als gute Stube und Raststätte zum Ausruhen und  Auftanken. Dafür ist die Kirche da, reformierend ohne Unterlass, nicht nur am Reformationstag, damit die Leute froh und munter werden, Eintracht statt Zwietracht üben, Kirche als Anleitung zum Glücklich sein.

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