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SWR3 Gedanken

Haben Sie eigentlich noch Lust, an Weihnachten zu denken?
Ich mein´, dass ist ja nun doch schon fast vierzehn Tage her.
Die schlimmsten Geschenke sind wohl längst umgetauscht.
Und der Tannenbaum sieht auch nicht mehr so ganz frisch aus.
Und wird heute ja traditionell abgeräumt.
Dabei wird Weihnachten heute zum politischen Ernstfall.
Denn jetzt geht es nicht mehr um Familienfest und Kerzenschein,
sondern um Macht und Mord – und um Mut.
Das verstehen Sie nicht?
Hat damals auch keiner so richtig verstanden:
damals knapp zwei Wochen nach der ersten Weihnacht,
als Jesus also noch ein kleines Baby war.
Da standen sie plötzlich an seinem Krippenbett:
drei Könige oder Sterndeuter
oder was für Leute das auch immer waren.
Die standen da und staunten – und verstanden eben gar nichts.
Denn was sie sahen, passte nicht in ihr Weltbild:
Dieses Lumpen-Baby im armseligen Stall
soll der neue König der ganzen Welt sein?
Kann ja eigentlich nicht sein. Ist ja eigentlich unmöglich.
Kaum zu glauben. Aber doch wahr?
Oder warum sonst sollte dieses Baby umgebracht werden.
Denn dass wussten die drei verspäteten Weihnachtsgäste:
Auch andere suchten in Bethlehem nach diesem Baby.
Eine Razzia war im Gange, um dieses Kind aus dem Weg zu räumen.
Irgendwas musste schon dran sein an diesem Krippenkind,
sonst würde es nicht schon kurz nach seiner Geburt
mit dem Tod bedroht werden.
Und jetzt beginnt die politische Weihnachtsgeschichte:
Die drei Krippenbesucher verraten nicht, was sie gesehen haben.
Sie riskieren ihr eigenes Leben,
um das kleine Baby und dessen Eltern
vor seinen Verfolgern zu schützen.
Eine abenteuerliche Flucht beginnt,
bis das Jesuskind endlich im benachbarten Ausland in Sicherheit ist.
Solche Weihnachten wünsche ich heute auch Ihnen:
Weihnachten, die Mut machen, sich zu engagieren –
damit es Kindern gut geht:
in der Dritten Welt genauso wie in meiner Nachbarschaft.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=441
So, das war jetzt die erste Arbeitswoche
mit 19 Prozent Mehrwertsteuer.
Und ich muss sagen: „Ich hab´ sie gern gezahlt.“
Ganz schön bescheuert, denken Sie jetzt?
Das finde ich überhaupt nicht!
Ich meine, dass wir mehr Polizisten brauchen
und dass die für ihren harten Job mehr Geld bekommen sollten.
Ich meine, dass wir mehr Lehrer brauchen
und dass die für ihren harten Job mehr Geld bekommen sollten.
Und ich meine, dass wir mehr Sozialarbeiter und Jugendleiter brauchen und dass die auch mehr Geld bekommen sollten.
Und das waren jetzt nur drei Beispiele:
Die Liste der wirklich wichtigen Berufe ist noch viel länger,
denn zum Beispiel Soldaten und Entwicklungshelfer
gehören ja auch noch dazu.
Und damit für all diese wichtigen Berufsgruppen
genug Geld da ist, zahle ich gerne Steuern.
Okay, denken Sie jetzt vielleicht,
das mit den Polizisten, Lehrern und Sozialarbeitern stimmt ja,
aber kann man das Geld nicht irgendwo andersher bekommen?
Meine Antwort: Klar kann das Geld auch woanders herkommen.
Man könnte zum Beispiel die öffentlichen Schwimmbäder schließen.
Oder die Theater nicht mehr staatlich unterstützen
und die Sport- und Fußballvereine auch nicht.
Man könnte auch den Reichen in unserem Land
noch ein bisschen mehr abköpfen. Na klar!
Aber ehrlich gesagt: Das alles würde nicht viel bringen.
Da mag sich mancher Politiker den Mund schaumig reden:
Das bringt kein Geld, sondern höchstens kurzfristigen Beifall.
Was echt was bringt, ist die Schwarzarbeit.
Denn was sich da einige in die private Tasche stecken,
kostet andere ihren Arbeitsplatz und uns alle hohe Sozialleistungen.
Wer wirklich weniger Steuern zahlen will, soll nicht schwarzarbeiten.
Und soll das auch seinem netten Kollegen und Nachbarn klarmachen:
Schwarzarbeit von einigen bedeutet Steuererhöhung für alle.
Und was das alles mit Gott und Glauben zu tun hat?
Jesus hat gesagt:
„Gebt dem Staat die Steuern, die dem Staat zustehen.“
Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.
Das gefällt mir an Jesus: Der redet Klartext,
auch wenn er sich damit unbeliebt macht.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=440
Wissen Sie eigentlich, wie Weihnachten weitergeht?
Denn das, was wir da vor knapp zwei Wochen gefeiert haben,
war ja nur der erste Teil der Geschichte.
Aber so richtig spannend wird erst im zweiten Teil –
und außerdem ist der wichtig für das neue Jahr.
Denn als die Hirten wieder weg waren und die Engel auch –
als es also wieder ruhig werden könnte im Stall von Bethlehem,
da kamen die Mörder in die Stadt:
Soldaten mit ihren Söldnern und Spitzel mit ihren Spionen,
die die Stadt abriegelten und alle Häuser durchsuchten.
Und wenn sie fanden, was sie suchten, machten sie kurzen Prozess:
ein Schnitt durch die Kehle oder ein Schlag auf den Kopf,
und wieder war ein Baby tot.
Denn die Mörderband jagte nur kleine Kinder,
genauer gesagt nur kleine Jungs.
So lautete nämlich der Befehl ihres Königs:
„Tötet alle neugeborenen Jungen!“
Denn der König hatte Angst vor einem möglichen Konkurrenten
und wollte deswegen reinen Tisch machen.
Doch Gott sei Dank wurde Jesus ja in einem Stall geboren,
wo man zunächst nicht suchte.
Aber ich kann schon gut verstehen,
dass man diesen Teil der Weihnachtsgeschichte meistens weglässt.
Das sähe unter dem Tannenbaum irgendwie nicht gut aus,
wenn man neben der Krippe auch Soldatenfiguren
mit blutverschmierten Schwertern aufstellen würde.
Und wenn man in den Kaufhäusern nicht nur Engelschöre,
sondern auch Schmerzensschreie abspielen müsste.
So was blenden wir eben lieber aus.
Die Bibel ist da viel realistischer und ehrlicher:
Die berichtet so von Gott und dieser Welt,
wie Gott und diese Welt eben wirklich sind:
einerseits voll von wunderbaren Ereignissen
wie eben zum Beispiel der Geburt dieses Jesus;
aber andererseits auch voll von abscheulicher Menschenverachtung
wie zum Beispiel den dreißigtausend Kindern, die weltweit
jeden Tag verhungern, weil wir uns nicht darum kümmern.
Wenn Sie diesen Teil der Weihnachtsgeschichte
noch besser kennen lernen wollen,
dann lesen Sie nach in der Bibel und bei der Kindernothilfe.
www.Kindernothilfe.de
https://www.kirche-im-swr.de/?m=439
Ein glückliches neues Jahr wünsche ich Ihnen –
aber: Führen Sie eigentlich ein glückliches Leben?
Ja? Das glaube ich nicht.
Denn auch, wenn Sie sich glücklich fühlen,
führen Sie doch kein glückliches Leben.
Denn Sie führen ihr Leben nicht selbst; sondern Sie werden geführt –
jedenfalls dann, wenn es um so was wie Glücklich-sein geht.
Das kann man nämlich gar nicht selber herbeiführen.
Glücklich zu sein und sich glücklich zu fühlen:
Das kann man nicht machen oder planen
wie einen Termin im neuen Jahr,
sondern das ist ein Geschenk.
Genauso wie Liebe oder wie Zufriedenheit.
Wer also ein glückliches Leben führt,
müsste eigentlich und genauer sagen:
Ich werde durch ein glückliches Leben geführt.
Ich werde zum Glück geführt.
Ich habe Menschen geschenkt bekommen, die mich lieben.
Ich habe Situationen erlebt,
die mich mit großer Zufriedenheit erfüllen.
Und dafür bin ich dankbar.
Und was ist mit denen, die nicht glücklich sind?
Denen keine Liebe geschenkt wird und keine Zufriedenheit?
Warum werden die nicht so glücklich geführt?
Ich vermute, das könnte daran liegen,
dass es gar nicht selbstverständlich ist,
sich im Leben führen zu lassen.
Die meisten führen ihr Leben lieber selbst,
behalten die Zügel lieber selbst in der Hand, wie man so sagt,
und wollen auf keinen Fall abhängig sein von fremder Führung.
Und ziemlich oft klappt das ja auch so einigermaßen.
Aber bei den wirklich wichtigen Dingen im Leben:
wenn es um die Seele geht –
oder wie immer Sie dieses innere Bild von uns selbst nennen–
da kommen wir alleine eben nur schlecht klar.
Um glücklich zu werden,
brauchen wir eben Führung und Begleitung.
Und die wünsche ich Ihnen für dieses neue Jahr.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=438
Ein komischer Tag ist das heute, finde ich:
einerseits ja der erste normale Tag im neuen Jahr,
denn gestern Neujahr kann man ja irgendwie nicht mitzählen.
Aber so richtig neu fühlt sich das Jahr schon nicht mehr an, oder?
Die Arbeit geht bei den meisten wieder da los,
wo man im letzten Jahr aufgehört hatte.
Und die meisten Probleme oder Chancen
sind auch noch genauso groß oder klein wie vor zwei Tagen.
Spannend wird die Sache aber,
wenn ich nicht mehr wie gebannt auf die Zahlen im Kalender gucke,
sondern auf das echte Leben – auf mein Leben.
Denn jetzt fängt nicht nur ein neues Jahr an,
sondern heute beginnt der Rest meines Lebens.
Vor mir liegt nicht nur ein weiteres mehr oder weniger neues Jahr,
sondern vor mir liegt die Lebenszeit, die mir noch bleibt:
wahrscheinlich noch viel mehr als ein Jahr,
vielleicht aber auch weniger.
Könnte doch sein, oder: dass 2007 das letzte Jahr meines Lebens ist?
Und wenn schon nicht das letzte,
dann wenigstens das einzige Jahr 2007 meines Lebens.
Denn selbst wenn wir noch viel Zeit vor uns haben:
einmalig und einzigartig ist diese Zeit immer.
Keinen Tag des neuen Jahres werde ich wiederholen können.
Jeder Tag ist ein kostbares Einzelstück.
In der Bibel gibt es einen Satz,
der das ganz deutlich macht:
„Wir müssen an das Sterben denken, um richtig leben zu können.“
Klingt vielleicht zuerst etwas komisch, ist aber wahr:
„Wir müssen an das Sterben denken, um richtig leben zu können.“
Wenn ich mir klarmache,
wie einmalig kostbar und unersetzbar
jeder einzelne Tag meines Lebens ist,
dann fühlt sich mein Leben anders an.
Dann will ich mein Leben nutzen und genießen –
und nicht verplempern mit Sinnlosigkeiten.
Dann will ich jeden Tag bewusst erleben
und nicht nur dumpf an mir vorbei ziehen lassen.
Dann bin ich dankbar für die Zeit,
die mir noch zum Leben bleibt.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=437
Und, wie fühlt es sich an: das neue Jahr?
Fühlt es sich schon nach 2007 an –
oder steckt ihnen noch 2006 in den Knochen?
Stellen Sie sich vor,
da würde jetzt einer kommen und Ihnen ins Ohr flüstern:
„Ich lasse jetzt etwas Neues geschehen;
es fängt schon an – merkst du es nicht?“
Komisch, diese Vorstellung – oder?
Denn was soll das bedeuten:
„Ich lasse jetzt etwas Neues geschehen;
es fängt schon an – merkst du es nicht?“
Wär´ ja aber vielleicht gar nicht schlecht,
wenn sich mal was ändern würde.
Doch vielleicht fängt das Jahr auch ganz anders an?
Stellen Sie sich das doch mal vor:
Vielleicht fängt das neue Jahr heute morgen so an,
dass ich plötzlich und ohne Vorwarnung
eine laute Stimme dröhnen höre:
eine Stimme, ohne das ich weiß woher und warum.
Und diese Stimme brüllt in mein Leben:
„Ich lasse jetzt etwas Neues geschehen;
es fängt schon an – merkst du es nicht?“
Können Sie sich das vorstellen: Meint da etwa jemand mich?
Mir stellen sich die Haare zu Berge,
denn was soll das, und wer will da was von mir?
Aber egal, wie laut oder leise das neue Jahr anfängt:
Das stimmt, was Gott da sagt.
„Hä, wieso denn jetzt plötzlich Gott?“,
denkt jetzt vielleicht der eine oder die andere.
Na, weil Gott das gesagt hat:
„Ich lasse jetzt etwas Neues geschehen;
es fängt schon an – merkst du es nicht?“
Das ist die Jahreslosung, also die kirchliche Überschrift für 2007.
Das ist Gottes Klartext für die nächsten 365 Tage Leben.
Okay, es kann schon sein,
dass nicht jeder das sofort so glauben kann –
und schon gar nicht so früh im Jahr.
Aber mit diesem frühen Unglauben scheint Gott zu rechnen.
Deshalb fragt er ja noch mal nach:
„Sag mal, hast du denn echt noch nichts von mir gemerkt?
Noch nie in Deinem Leben?
Na, vielleicht wird das im neuen Jahr ja anders.“
https://www.kirche-im-swr.de/?m=436
Zeit ist der einzige echte Luxus.
Zeit ist das Kostbarste und Wertvollste, was wir haben.
Zeit ist der einzige echte Reichtum.
Das merkt man, wenn man Leute reden hört,
die sonst alles haben: Geld, Autos, Häuser, Boote.
„Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit“,
sagen solche reichen Leute.
Und wenn sie noch ein bisschen mehr nachgedacht haben,
fügen sie manchmal noch hinzu:
„Aber Zeit kann man ja leider nicht kaufen.“
Und oft lächeln sie dabei ein bisschen bitter.
Zeit ist der einzige echte Luxus.
Das kann man auch merken,
wenn man sich heute ein bisschen Zeit nimmt.
Wenn man sich also den Luxus gönnt,
kurz vor Jahresende noch einmal Zeit zu haben.
Zeit, um zurückzugucken auf die Zeit dieses Jahres,
das nun bald das alte Jahre sein wird:
All das, was da passiert ist in diesem Jahr,
kommt nie mehr wieder, kommt nicht noch einmal.
All das, was gewesen ist in diesem Jahr,
ist zwar noch nicht vergessen, aber eben bald vorbei.
Vielleicht ist das ja manchmal auch ganz gut –
wenn das alte Jahr kein schönes Jahr war,
weil es zu viele traurige Enttäuschungen gab.
Doch auch diese Trauer zeigt, wie wertvoll unsere Zeit ist.
Denn das Schlimmste an dieser Trauer finde ich,
zu merken, wie mir die Zeit wegläuft:
wie ich mir Mühe gegeben habe und mich engagiert habe –
und dann war es schließlich doch umsonst.
Und ich habe meine Lebenszeit vergeblich eingesetzt.
Zeit ist ein Luxus, der für jeden Menschen gleich kostbar ist.
Schön, dass wir diesen Luxus noch ein bisschen genießen können.
Und dann gibt es einen, der von diesem Luxus unendlich viel hat:
Gott in seiner Ewigkeit. Der hat alle Zeit der Welt.
Und die will er mit uns teilen:
jetzt am Ende dieses Jahres und nächstes Jahr wieder neu –
und dann noch einmal ganz anders nach unserem Tod,
wenn er uns neues Leben schenkt.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=435