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SWR3 Worte

21AUG2021
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Dass ein langer Besuch in einem Kloster einiges verändern kann, beschreibt die Journalistin Ilka Piepgras. Für ihr Leben in Berlin nimmt sie sich anschließend etwas vor. Sie sagt:

 

„Ich fahre mit dem Ziel nach Berlin, mein Leben zu vereinfachen. Künftig nicht auf alles sofort zu reagieren, sondern auch mal Dinge an mir vorüberziehen zu lassen. Ballast abzuwerfen. Die Zerstreuung einzuschränken und mich stattdessen auf Wesentliches zu fokussieren.
Vielleicht können mir meine Kinder dabei helfen. Sie fordern mich heraus. Sie zwingen mich zu Geduld. Sie lehren mich Gelassenheit. Sie brauchen meine Hingabe. Kindererziehung entspricht in etwa der geistigen Arbeit der Nonnen. Die Kinder sind meine Zen-Meister.“

 

Aus: Piepgras, Ilka, Meine Freundin, die Nonne, Knaur, München 2011, S. 290.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33729
20AUG2021
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Der Künstler Joseph Beuys über die Seele und wie sie sich auf alles andere auswirkt Er sagt:

 

„Das Einzige, was sich lohnt aufzurichten, ist die menschliche Seele. Ich meine jetzt „Seele“ im umfassenden Sinn.
Ich meine nicht nur das Gefühlsmäßige, sondern auch die Fähigkeit des Denkens, der Intuition, der Inspiration, das Ichbewusstsein, die Willenskraft. Das sind alles Dinge, die sehr stark geschädigt sind in unserer Zeit. Die müssen gerettet werden. Dann ist alles andere sowieso gerettet.“

 

Aus: Kirche und Schule, Generalvikariat Münster, April 2021, Nr. 193, Münster, S. 5.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33728
19AUG2021
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Die Illustratorin Melanie Garanin hat ihren jüngsten Sohn verloren. Mit etwas Abstand beschreibt sie, wie sie und ihre Familie es geschafft haben, trotz oder mit dieser Katastrophe weiter glücklich zu sein. Sie schreibt:

 

„Was soll noch passieren? Ich kenne den Glücks-Schlüssel. Wir lieben uns. Alle. Die, die leben, genauso wie die, die woanders sind. Die Liebe macht nicht Halt vor irgendwelchen Elementen. Oder Körpern. Oder unterscheidet zwischen Seele hier, Seele da. Und wo Liebe ist, kann das Glück nicht verschwinden.
Die Glut bleibt, egal, was passiert. Man muss nur weiteratmen. Lieben. Ohne Angst. Es ist anstrengend, sie anzupusten, damit sie funkt und vielleicht irgendwann wieder brennt, aber man kann es schaffen. So ist das.“

 

Aus: Fülle. Schätze aus 25 Jahren Der Andere Advent, Wege zum Anderen, Hamburg

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33727
18AUG2021
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Die Journalistin Ilka Piepgras besucht ihre Freundin in einem griechischen Kloster. Und lernt dabei viel über ihre Suche nach Gott und den eigenen Glauben. Sie sagt:

 

„Hier in Griechenland wird mir bewusst: Glaube ist vorrangig eine Frage der religiösen Übung. Man kommt nicht weit, wenn man sich auf eine rein persönliche Zwiesprache zurückzieht. Glaube braucht Bekenntnis und gemeinschaftliches Erlebnis, an Gottesdienst und Gebet kommt niemand, der es ernst meint, vorbei.
Deshalb möchte ich meine Kinder von klein auf damit vertraut machen. […] Je geläufiger ihnen die christlichen Inhalte und Rituale werden, desto besser können sie später, wenn sie alt genug sind, eine eigene Haltung entwickeln. Um überhaupt eine Haltung zu entwickeln, braucht man eine Ausgangsposition. Man muss sich entscheiden, woran man glaubt.“

 

Aus: Piepgras, Ilka, Meine Freundin, die Nonne, Knaur, München 2011, S. 115.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33726
17AUG2021
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Die Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und NRW ist schon vier Wochen her. Bundespräsident Frank Walter Steinmeier mahnt weiterhin, den Menschen in den betroffenen Gebieten zu helfen. Er sagt:

„In Zeiten der Not steht unser Land zusammen. Den größten Verlust haben die zu tragen, die Familienangehörige, Freunde, Bekannte verloren haben. Ihr Schicksal zerreißt uns das Herz.

Die Unterstützungsbereitschaft muss anhalten, im Großen wie im Kleinen. Die Menschen in der Region vertrauen darauf, dass die Solidarität auch weiterhin besteht. Vielen Menschen in den Hochwassergebieten ist nichts geblieben, außer ihrer Hoffnung. Und diese Hoffnung dürfen wir nicht enttäuschen.“

 

Aus: https://www.tagesschau.de/inland/hochwasser-steinmeier-laschet-101.html.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33725
16AUG2021
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Eine Israelin hat einem kleinen Jungen aus dem Gazastreifen eine Niere gespendet. Und dem Kleinen in einem Brief geschrieben:

 

„Geliebtes Kind, ich hoffe, dass wir uns eines Tages treffen und am Strand von Gaza oder von Tel Aviv spazieren gehen können, und dass Frieden zwischen unseren Völkern herrschen wird, die beide die gleichen Wurzeln und den gleichen Stammvater Abraham haben.“

 

Aus: Die Glocke, Nr. 139, Freitag, 18. Juni 2021, Verlag E. Holterdorf, Oelde.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33724
15AUG2021
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Phil Bosmans war ein belgischer Priester und Schriftsteller. Er hat einen Text darüber geschrieben, dass Worte mächtig sein können. Er schreibt:

 

„Sei vorsichtig mit dem, was Du sagst.
Worte sind mächtige Waffen, die großes Unheil anrichten können.
Nie darf deine Zunge andere bloßstellen,
nie darf dein großer Mund andere fertigmachen.
Nimm es hin, dass andere anders denken,
dass sie anders fühlen und anders reden,
dass vor allem Jüngere anders sind als Ältere.

 

Hast du jemanden durch deine Äußerungen verletzt,
zu Hause oder bei der Arbeit oder wo auch immer,
dann beeile dich, es wieder gutzumachen.
Ein hartes Wort, ein scharfes Wort kann sehr lange im Herzen eines anderen schmerzen.
Sei behutsam mit deinen Worten, verständnisvoll.
Worte sollen Licht sein das zu Wahrheit und Liebe führt.
Worte sollen versöhnen, zusammenbringen,
Frieden machen, Freude wecken.“

 

Aus: Schwikart, Georg, Gesegnet sollst du sein, Herder, Freiburg 2008, S. 84.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33723