Alle Beiträge

Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
Klicken Sie unten die gewünschte Sendung an.


SWR3 Worte

14AUG2021
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Einander zu helfen ist wesentlich für eine menschliche Gesellschaft findet der Theologe Gerd Theißen. Er sagt:

„Oft werden die Helfenden übersehen, die Kranke pflegen, Arme unterstützen, Straßenkinder erziehen. (…). Helfende führen den (Gegen)Beweis:
Leben ist möglich, das nicht auf Kosten anderen Lebens lebt, sondern für andere da ist – auch für den Allerletzten in der Gesellschaft.
Eine Gesellschaft ist erst menschlich, wenn alle geachtet werden,
ohne durch herablassende Hilfe noch einmal gedemütigt zu werden.“

Gerd Theißen, Glaubenssätze. Ein kritischer Katechismus

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33625
13AUG2021
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Wodurch zeichnet sich eine ideale Firma aus? Die Managerin Ursula Schütze-Kreilkamp gestellt. Sie antwortet:

„Durch Angstfreiheit!
Niemand soll Furcht haben, Neues zu wagen oder sich zu blamieren, wenn er Schwächen zugibt. Bislang war das ein K.o.-Kriterium für Führungskräfte. Ein Mächtiger, der nach Hilfe fragt – was für ein Gesichtsverlust (…)!
Dabei ist solche Offenheit in Wirklichkeit eine Stärke. Meine Überzeugung ist: Wer sich versteckt und keine Schwächen zeigen will, wird es (…) schwer haben.“

https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2017/neue-arbeit/bitte-sei-nicht-authentisch

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33624
12AUG2021
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Sich einmischen in die Politik – als Christ, als Christin  - ist das eigentlich gut? Dagmar Pruin leitet Brot für die Welt. Für sie ist es klar:

Kirche ist politisch.(…)
Es ist nicht egal, was wir tun.
In dem, was Gott mit uns tut, sehen wir, was Gott von uns will.
Es ist kein „Du musst“,
sondern „Du bist in Kraft gesetzt, das auch zu tun“.  

https://zeitzeichen.net/Interview_Pruin

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33623
11AUG2021
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Soll man wirklich immer die Wahrheit sagen? Die Dichterin Marie von Ebner-Eschenbach hat mit einer Geschichte geantwortet:

„Eines Tages schritt die Aufrichtigkeit durch die Welt und war sehr stolz auf sich: ‚Was bin ich doch für eine beneidenswerte Person. Ich mache niemandem etwas vor!
Da begegnete die Aufrichtigkeit der Lüge. Sie war in schillernde Gewänder gekleidet und ihr folgten mehrere Personen.
‚Wer seid ihr denn?‘, fragte die Aufrichtigkeit das Gefolge.
Eines nach dem anderen antwortete:
‚Ich bin die Lüge aus Rücksicht.‘
‚Ich bin die Lüge aus Barmherzigkeit.‘
‚Ich bin die Lüge aus Liebe.
Und diese letzten von uns sind das Schweigen aus Höflichkeit, das Schweigen aus Respekt und das Schweigen aus Mitleid.‘

Da schämte sich die Aufrichtigkeit

M. von Ebner-Eschenbach, Die Aufrichtigkeit. Parabeln und Dialoge.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33622
10AUG2021
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Barmherzigkeit – was lässt sich eigentlich mit diesem altertümlichen Wort noch anfangen? Die Bloggerin Susanne Niemeyer meint dazu:

Wir sind Menschen.
Dieser kleinste gemeinsame Nenner besteht, er bleibt sogar dann bestehen, wenn Menschen unmenschlich handeln. Der erste Tod in der Bibel ist ein Mord. Kain erschlägt seinen Bruder Abel und darf trotzdem weiterleben.
Gott verurteilt sein Tun, aber schützt ihn als Mensch.
Ein altes Wort dafür ist Barmherzigkeit. Es ist staubig geworden, dabei ist es ein schönes Wort. Es wärmt und verwandelt.
Wer mutig ist, bläst den Staub weg und lässt es wirken. Nimmt sich ein Herz für die Herzlosen und die Feindseligen. Für einen allein ist das vielleicht zu viel. Aber zusammen könnte es uns gelingen, darauf zu bestehen, dass Menschlichkeit siegt.

S. Niemeyer, Schau hin. Vom Hellersehen und Entdecken

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33621
09AUG2021
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Haben Sie eine Vorstellung von Gott? Die Schriftstellerin Judith Hermann hat darauf eine überraschende Antwort:

„Ich möchte mir keine unverankerte Welt vorstellen.
Ich möchte mir vorstellen, dass es für all diese nicht zu be-greifenden Dinge, die mir und uns geschehen, einen Grund gibt. Ich bin konfessionslos, aber ich gehe häufig in Kirchen, vorzugsweise, wenn sie leer sind. (...)
Der Kirchenraum konzentriert die Gedanken, die mir in schwierigen Zeiten oft davonfliegen, schrecklich werden, ohne jede Zuversicht.
Diese Not in einer Kirche zu bedenken, zu beschreiben – und in gewisser Weise auch darauf zu hoffen, dass sie ein Ende haben mag – strukturiert sie und macht sie erträglicher.“

https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2021/51506/judith-hermann-ueber-reue-und-heimat

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33620
08AUG2021
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Kreuze an der Wand in öffentlichen Gebäuden – viele stört das. Der Politiker Hans Mayer findet Kreuze hilfreich. Er sagt:

„Wir leben (…) nicht in einem religionsfeindlichen Staat.
Die Erinnerung an den historischen Kontext unserer Kultur halte ich für zumutbar, sie übt doch keinen Zwang aus. Und die Erinnerung an das Kreuz hat ja auch eine ins Weltliche ausstrahlende Bedeutung:
Wer sich mit dem Kreuz identifiziert, identifiziert sich mit den Bedrückten, Gefolterten, Heimgesuchten und Vertriebenen dieser Welt.“

Süddeutsche Zeitung Nr. 137, 18.6.2021

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33619