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SWR3 Worte

07AUG2021
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Es ist für viele Paare die Hürde über die sie nicht weg kommen. Wenn die Verliebtheit zur Liebe werden sollte. Was passiert wenn es geschieht, beschreibt der Schriftsteller Rafik Schami so:

Die dauerhafte Liebe ist delikat. Sie ist etwas für Feinschmecker, die nicht nur ihren Heißhunger stillen wollen und müssen. Bei der dauerhaften Liebe verschmelzen Ich und Du unter anderen Bedingungen. Es ist – wie Erich Fromm es ausdrückte - „Eins-Sein unter der Bedingung, die eigene Integrität und Unabhängigkeit zu bewahren“. Friedrich Schlegel hat dies zu seiner Zeit in seinem Roman Lucinde wunderbar ausgeführt: „Sie waren ganz hingegeben und eins, und doch war jeder ganz er selbst, mehr als sie es noch je gewesen waren…“

 

Quelle: Lob der Ehe. Ein Weltliterarisches Treuebuch Herausgegeben Von Rafik Schami, Manesse Bibliothek der Weltliteratur, Manesse Verlag, München, 2007, S. 493.

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06AUG2021
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Der Schauspieler Oliver Masucci wurde gefragt, ob er sich schön findet. Darauf hat er geantwortet:

 

Sehr schön…. Ich weiß auch genau, wann es angefangen hat, dass ich mich schön gefunden habe. Zu mir haben sie früher „Itaker“ gesagt, „Spaghettifresser“. Dann meinten sie, du mit deiner flachen Nase, du bist kein Italiener, sondern Chinese und heißt „Ma-su -cci“. Außerdem hast Du einen Eierkopf. Ich habe sehr darunter gelitten, dass die andern mich nicht schön fanden. Mit 14 Jahren habe ich dann begriffen: Die finden sich ja selbst nicht schön – und der einzige Weg, wie sie das kompensieren können, ist dir zu sagen, dass du hässlich bist. Als mir das klar wurde, habe ich einfach behauptet ich finde mich schön – und da waren sie baff! Erst haben sie noch gelacht, haha, der Eierkopf findet sich schön, aber dann hat das schnell nachgelassen. Denn wenn man sich schön findet, dann wirkt das auch auf andere Menschen. Sich schön zu finden ist eine Aufgabe…

 

Quelle: Galore Interviews, Nr. 42, 09/2020, Verlag Dialog GmbH, Dortmund, S. 23.

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05AUG2021
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Verena Bentele ist blind. Auf die Frage, ob es stimmt, dass blinde Menschen schwerer manipulierbar seien, weil sie aus der Stimme viel heraushören, antwortet sie:

Ich kann hören wie entspannt oder aufgeregt jemand ist, und auch, wie ernst Dinge gemeint sind. Ob jemand tatsächlich hinter den Dingen steht, die er oder sie sagt. Ob jemand authentisch ist. Meistens liege ich ziemlich richtig mit meinen Einschätzungen. Die Stimme legt die innere Haltung offen und ist ein schönes Fenster zur Seele.

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Quelle: Galore Interviews, 47, 06/2021, 2685 Wörter mit Verena Bentele, Dialog Verlag, Dortmund, S. 93.

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04AUG2021
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Der Musiker Yusuf/Cat Stevens spielt besonders gern vor Kindern. Weil er folgendes so an ihnen schätzt:

Die Fähigkeit und Bereitschaft, das, was ich ihnen anbiete, unvoreingenommen anzunehmen. Ich kann über mich selbst deutlich mehr erfahren, wenn ich meine Songs einer Handvoll Kindern vorspiele, als wenn ich sie vor einer gesichtslosen Masse von vielen Tausend Fans in einer großen Halle aufführe. Ein solch bereicherndes, zuweilen auch entlarvendes Feedback nicht zu nutzen, hieße, eines der wertvollsten Werkzeuge der Reflexion ungenutzt zu lassen. Es ist keine neue Erkenntnis, aber eben wahr: In der Aufrichtigkeit eines Kindes liegt die größte Wahrheit, die wir außerhalb unseres Bewusstseins finden können.

 

 

Quelle: Galore Interviews, 46, 04/2021, 1820 Wörter mit Yusuf/Cat Stevens, Dialog Verlag, Dortmund, S. 57.

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03AUG2021
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Viele Menschen sind sehr hart zu sich selbst. Auch die Schauspielerin Alexandra Maria Lara. Sie sagt:

Ich bin von Natur aus jemand, der extrem hart mich sich selbst ins Gericht geht. Mein schlimmster Feind bin ich selbst. Ich habe aber über die Jahre gelernt, dass es nicht so toll ist, wenn ich dieser harten Richterin in mir zu viel Gehör schenke. Es macht einfach viel mehr Freude, zu sich selbst Ja zu sagen. Großzügiger zu sich zu sein. Es passiert eben, dass ich mich falsch verhalte. Etwa weil ich gerade schlecht gelaunt bin. Es ist mir noch nie schwergefallen, dann auf eine Person zuzugehen und mich zu entschuldigen, wenn ich was verbockt habe. Und genauso nachsichtig versuche ich inzwischen mit mir selbst zu sein.

 

 

Quelle: Galore Interviews, 46, 04/2021, 3565 Wörter mit Alexandra Maria Lara.Dialog Verlag, Dortmund, S. 15.

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02AUG2021
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Judith Glück ist Psychologin und Weisheitsforscherin. Auf die Frage was denn Weisheit ist, beschreibt sie diese Eigenschaften:

Weise Menschen sind meist offener als andere, das heißt sie gehen neugieriger auf ihre Mitmenschen zu und sind bereit für neue Erfahrungen. Sie können ihre Gefühle gut regulieren, sind empathisch mit anderen und kritisch sich selbst gegenüber. Und sie verfügen über die Einsicht, dass sich das Leben nur begrenzt kontrollieren lässt.

 

 

Quelle: Brigitte wir, 4/2018, S. 91.

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01AUG2021
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Der Unternehmer Bodo Janssen steht jeden Morgen um 4 Uhr 15 auf. Das macht er seit er regelmäßig ins Kloster geht. Weil er dort folgendes gelernt hat:

Worum es im Kloster geht, ist die Gegenwärtigkeit: Ich entscheide mich bewusst dagegen, auf etwas zu warten, denn in dem Moment, in dem ich das Erhoffte nicht erlebe, entsteht Ungeduld. Je mehr ich mich in der Gegenwart befinde, desto weniger habe ich dieses störende Zeitempfinden. Diese sehr gegenwärtigen vier Stunden am frühen Morgen schenken mir Sicherheit. Als Kind habe ich mir, wenn mir alles zu viel wurde, Höhlen gebaut und mich darin versteckt. Dieses Gefühl, das ich damals hatte, diese Geborgenheit: Das ist das, was ich morgens empfinde. Ruhe, Klarheit. Sicherheit.

 

Quelle: Galore Interviews, 47, 06/2021,3109 Wörter mit Bodo Janssen, Dialog Verlag, Dortmund, S. 70.

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