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SWR3 Worte

22MAI2021
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Innere Gelassenheit. Wie sieht die aus? Eine kleine Geschichte beschreibt das so:

„Ein Wanderer trifft auf einen Schäfer, der bei seiner Herde steht. Sie kommen ins Gespräch: „Wie wird das Wetter heute?“, fragt der Wanderer. Der Schäfer: „So wie ich es gerne habe.“ Der Wanderer staunt: „Aber woher wisst Ihr, dass das Wetter so sein wird, wie Ihr es liebt?“ Der Schäfer schaut den Fremden an und antwortet ruhig: „Ich habe die Erfahrung gemacht, mein Freund, dass ich nicht immer das bekommen kann, was ich gerne möchte. Also habe ich gelernt, immer das zu mögen, was ich bekomme. Deshalb bin ich sicher: Das Wetter wird so, wie ich es mag“

Aus: Mein Mutmachbuch, Herausgegeben vom Diakonischen Werk Württemberg

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21MAI2021
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Mit welcher Haltung kommt man gut durchs Leben? Der Autor Benedict Wells hat da eine Idee. Er schreibt:

Ein alter, weiser König lag im Sterben. Er bat seinen jungen Sohn, den Thronfolger, zu sich. „Mein Sohn, sagte er, auf dich warten große Aufgaben und ich verstehe, dass du unsicher bist. Deshalb nimm diesen Ring. Und wenn alles gut läuft, deine Ehe harmonisch ist und die Kinder gesund sind, und wenn die Ernte üppig ausfällt und dein Volk dich liebt – dann lies die Inschrift des Rings. Und wenn alles schlecht läuft und die Ehe kriselt, wenn der Tod deine Familie heimsucht, die Felder verdorren und das Volk protestiert – dann lies ebenfalls die Inschrift des Rings. Der Prinz nahm daraufhin den Ring an sich. Und als er allein war, las er die Inschrift, es waren nur vier Worte. […] Auch das geht vorbei.“

Benedict Wells, Hard Land

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20MAI2021
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Manchmal hat man schon am Morgen das Gefühl: das schaffe ich nie, was heute ansteht. Der Theologe Rainer Klein redet an solchen Tagen erstmal mit Gott:

„Mitten am Tag frage ich mich, wie ich das alles schaffen soll, was von mir erwartet wird und auf mir lastet. Mitten am Tag frage ich dich, ob du mir nicht so manche Last abnehmen könntest, die mich drückt und mir den Atem nimmt. Mitten am Tag bleibe ich stehen und mir wird bewusst, dass ich loslassen muss, was auf mir lastet, damit du es für mich tragen kannst.“

Kurt Rainer Klein, Berühre uns, Herr, sanft mit deinem Wort. Gebete und Texte für Gottesdienst und Andacht

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33143
19MAI2021
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Manchmal reicht ein einfaches Ritual, um gut in den Tag zu kommen. Die Theologin Christina Brudereck macht es so:

„Ich stelle mich ans Fenster. Verneige mich vor dem Himmel. Namaste. Guten Morgen! Ich lasse mir von Gott sagen: „Schön, dass du da bist.“ Lasse mir das Willkommen gefallen. Ich mache mir bewusst: Dies ist unsere Zeit, dieser Tag, der jetzt vor uns liegt. Ich bin nicht alleine. Der Himmel begleitet mich.“

Christina Brudereck, Für alles gibt es eine Zeit. Rituale für Tag, Jahr und Leben

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33142
18MAI2021
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Der Prediger Phil Bosmans meint: das Übel fängt mit dem Vergleich an. Er schreibt:

„Warum siehst du immer auf die andere Seite? Warum denkst du immer, dass die anderen, Freunde, Bekannte, Nachbarn, viel mehr Glück hätten? Du sagst das so leicht: Anderen geht es viel besser. Ich streng mich an und komme doch zu nichts. Das andere Ufer ist immer schöner. Es liegt in weiter Ferne. Sehnsüchtig hängst du Illusionen nach, starrst wie versteinert auf den schönen Schein. Hast du je daran gedacht, dass auch die am anderen Ufer auf dich schauen und denken, du hättest viel mehr Glück, denn auch sie sehen nur deine Schokoladenseite. Deine kleinen und großen Sorgen, die kennen sie nicht. […] Dein Glück liegt nicht am anderen Ufer. Es liegt in dir.“

Phil Bosmans, In dir liegt das Glück. Muntermacher für die Seele

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33141
17MAI2021
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Manchmal frage ich mich, warum mein Leben ist, wie es ist. Pfarrerin Christiane Thiel hat für sich folgende Antwort:

„Hat Gott es so für mich bestimmt? – wie ist es denn? Wenn das Leben gut ist, dann nimmst du das so hin. Ist es aber schwer, machst du Gott Vorwürfe: Warum passiert das jetzt mir? Die Bibel sagt, dass Gott unsere Tage in ein Buch geschrieben hat. Damit ist vielleicht in erster Linie die Länge unserer Lebenszeit gemeint, aber es geht auch um unsere fehlende Kraft, Gut und Böse zu unterscheiden. Wir irren uns oft. Wir meinen etwas gut und es kommt doch andersrum an. Das weiß Gott. Gott kennt meinen wahren Willen. Manche sagen, Gott kennt mich besser als ich mich selbst. So betrachtet, ist mein Leben von Gott bestimmt. Oder anders gesagt: ich vertraue darauf, dass Gott es immer gut mit mir meint.“

Christiane Thiel, Vielleicht lässt jemand Wunder regnen, edition chrismon

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16MAI2021
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Heute geht der ökumenische Kirchentag in Frankfurt zu Ende. Viel ist diskutiert und auch gebetet worden. Auch um Freiheit. Die Theologin Christina Brudereck sagt es so:

„Und dann bete ich noch: Dass wir uns nicht einschüchtern lassen. Von den Fanatischen. Von Hass und Enge. Von Zwang und Gewalt. Uns nicht verschrecken lassen. Von denen, die einteilen in „wir“ und „die Anderen.“ Von Ausgrenzungen, Beleidigungen und Verleumdungen. Dass wir uns nicht zurückdrängen lassen. Von den Engstirnigen. Von ihrer selbstmitleidigen und gleichzeitig gemeinen Art zu reden. Dass wir nicht den Halt verlieren. Die Ideale. Die Sprache, den Mut. Die innere Freiheit. Um für die äußere Freiheit aller einzustehen.“

Christina Brudereck, Für alles gibt es eine Zeit. Rituale für Tag, Jahr und Leben

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33139