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SWR3 Worte

01MAI2021
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Ist es sinnvoll Gott mit Gendersternchen zu schreiben? Religionspädagogin Agnes Becker aus Gernsbach findet schon. Um klar zu machen, dass Gott weder männlich noch weiblich zu denken ist. Agnes Becker sagt:

 

„Wie predige ich, wenn ich davon überzeugt bin, dass Gott tatsächlich jeden Menschen gleich liebt und gleich wertschätzt? Was ist dann meine Sprache, mit der ich von Gott erzähle?

Die Idee Gott mit Gendersternchen zu schreiben, finde ich genial. Also nicht, weil es heißen soll, dass Gott irgendein Geschlecht hat, sondern weil es genau das in Frage stellen soll, das man versucht, Gott geschlechtlich zu denken.
Klar, wir Menschen denken in Bildern. Aber Gott ist immer größer als jedes Geschlecht.“

 

Aus: Interview für SWR1 Begegnungen 29.11.2020.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33026
30APR2021
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Wie viele Reiche haben schon gelebt, wo ist ihr Reichtum geblieben? Und ihr Namen? Vergessen! Wie viele Helden haben sich furchtbar auf Erden gemacht, und nicht gar lange Zeit nach ihrem Tod war ihr Name vergessen. Aber auch, wie viele durch ihre Weisheit weltberühmte Menschen sind nach ihrem Tode vergessen worden - wer erinnert sich ihrer noch? Und da alles auf Erden sich abspielende Leben und Tun der Vergessenheit anheimfällt, bedenke der Mensch täglich, wenn die Versuchung stolz zu werden über ihn kommt, dass am Ende doch alles der Vergessenheit anheimfällt. Er tue alles um G-ttes Willen, weil Er es geboten, das ist die beste Sicherung gegen das Vergessenwerden.

Die Ethik des Judentums. Auszüge aus dem „Buch der Frommen“. Rabbi Jehuda heChassid (S. 7/§603)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33027
29APR2021
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Agnes Becker hat nach fast 30 Jahren ihren Job bei der katholischen Kirche gekündigt. Weil sie als Frau nicht gleichwertig gesehen wird. Ich habe sie zu einem Interview getroffen und sie hat erzählt:

„Gott hat jeden Menschen gleich geschaffen. Gleichwertig, gleich geliebt, unabhängig vom Geschlecht oder sonstigen Ausprägungen. Und das ist eine Wahrheit, die für mich ganz grundlegend zum Glauben gehört. Anders kann ich mir Gott nicht denken, nicht vorstellen. Anders ist es für mich nicht Gott.“

 

 

Aus: Interview für SWR1 Begegnungen vom 29.11.2020.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33025
28APR2021
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Anette Kurschus ist evangelische Pfarrerin und sie erzählt, wie wichtig Kirchenräume für einige Menschen sind. Gerade während der Pandemie.

 

„Menschen brauchen neben ihren vertrauten Lieblingsorten andere, fremde Räume, die mehr bereithalten als ein wohliges Gefühl. Das haben viele in den vergangenen Monaten besonders deutlich gespürt. Deshalb haben Kirchengemeinden ihre Kirchen geöffnet, als so vieles nur auf Abstand und manches gar nicht ging.
Menschen kommen mit ihren Sorgen und Ängsten vor dem unsichtbaren Corona Virus. Suchen die Nähe Gottes und die Gemeinschaft mit denen, die vor ihnen da waren und nach ihnen kommen werden. Kirchen erweisen sich als verlässliche Herbergen am Weg. Als stille Seelsorgerinnen im Alltag, der durcheinandergeraten ist. Als Orte für die Sehnsucht nach dem Grund der trägt, wenn alles wankt.“

 

 

Aus: chrismon. Das evangelische Magazin, 10.2020, S. 10.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33024
27APR2021
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Alexander Jorde ist Krankenpfleger. Er macht öffentlich wie schief die Lage im Gesundheitssystem ist. Gerade jetzt in der Pandemie. Er sagt:

 

„Wir können z.B. nicht einfach so streiken. Wir können zwar bestimmte Bereiche bestreiken. Aber auf der Intensivstation können wir nicht einfach sagen: wir gehen morgen nicht mehr zur Arbeit. Wann da eine Schicht lang die Pflegekräfte fehlen, ist am Ende wahrscheinlich niemand mehr am Leben.
Die Würde des Menschen fängt nicht beim Patienten an und hört beim Patienten auf, die geht auch beim Personal weiter. Auch wir haben das Recht würdig behandelt zu werden.“

 

 

Aus: Süddeutsche Zeitung, Samstag, 3. April 2021, Medien, Artikel 2/10.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33023
26APR2021
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Der Soziologe Jean Ziegler auf die Frage, ob er den Tod fürchtet:

 

„Als ich 25 Jahre alt war, ist mein engster Freund, der Hans, im Thunersee ertrunken. Er wurde am Strand auf einen Tisch gelegt.
Seitdem ist mir unsere Endlichkeit immer präsent. Ich fürchte den Tod, natürlich habe ich Angst vor Schmerzen, aber ich habe eine Gewissheit: Da wartet jemand auf mich - meine Eltern, enge Freunde oder der liebe Gott in Person. Und ich bin neugierig, was mir bevorsteht, das erscheint mir als unglaubliches Abenteuer.“

 

Aus: chrismon. Das evangelische Magazin, 05.2020, S. 18

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33022
25APR2021
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Etty Hillesum war eine niederländische Schriftstellerin. Sie ist 1943 im KZ Auschwitz ermordet worden. Von ihr stammt dieser ermutigende Satz:

 

„Wenn man die Kraft hat für die kleinen Dinge, dann hat man sie auch für die großen.“

 

Aus: Junia - Frau und Mutter hat jetzt einen Namen. 01/21, Rückseite.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33021