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SWR3 Worte

13MRZ2021
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Was hilft, wenn die Sorgen und Traurigkeiten Überhand zu nehmen scheinen? Die Künstlerin und Witwe von John Lennon, Yoko Ono, probiert es so:

„Liste alle Traurigkeiten in deinem Leben auf und nummeriere sie. Lege so viele Steine aufeinander, wie es Nummern gibt. Lege für jede neue Traurigkeit einen Stein dazu. Verbrenne die Liste und bewundere die Schönheit des Steinhaufens.

Liste alle Glücksmomente in deinem Leben auf und nummeriere sie.
Lege so viele Steine aufeinander, wie es Nummern gibt. Lege für jedes neue Glück einen Stein dazu.
Vergleiche den Steinhaufen mit dem Berg der Trauer.“

Yoko Ono, Acorn, Aufräumstück II

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12MRZ2021
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Zeiten, in denen Unsicherheit und Verzweiflung an der Tagesordnung waren, kannten auch unsere Vorfahren. Ein Psalm der Bibel erzählt, was ihnen Trost und Gewissheit gegeben hat:

Herr, deine Güte reicht bis an den Himmel
und deine Wahrheit bis zu den Wolken.
Deine Gerechtigkeit steht fest wie die Berge Gottes,
dein Recht ist so grenzenlos wie die große Flut.
Herr, du hilfst Menschen und Tieren.
Wie kostbar ist doch deine Güte.
Zu dir kommen die Menschenkinder,
im Schatten deiner Flügel finden sie Schutz.
Von den Gaben deines Hauses essen sie sich satt.
Von dem Bach, der zu deiner Freude strömt,
gibst du ihnen reichlich zu trinken.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens.
In deinem Licht sehen wir das Licht.

Psalm 36, 6-10, aus: BasisBibel, Altes und Neues Testament

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11MRZ2021
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Welchen Weg wollen wir gehen? Der erste deutsche Bundespräsident, Theodor Heuss, hat gewusst:

„Der Hass folgt der Trägheit des Herzens; er ist billig und bequem. Die Liebe ist immer ein Wagnis. Aber nur im Wagen wird gewonnen.“

Theodor Heuss, Die großen Reden. Der Staatsmann

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10MRZ2021
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Was trägt in schweren Zeiten? Es ist der Himmel, meint die Künstlerin und Witwe von John Lennon, Yoko Ono:

„Am Ende des Zweiten Weltkriegs sah ich aus wie ein kleiner Geist, weil es nie genug zu essen gab. Ich hatte Hunger. Besser war, sich einfach hinzulegen und in den Himmel zu schauen. So kam es, dass ich mich in den Himmel verliebte.

Seitdem war ich mein ganzes Leben lang in den Himmel verliebt. Sogar als alles um mich in die Brüche ging, war der Himmel immer für mich da. Er war die einzige Konstante in meinem Leben, die sich veränderte im Rhythmus von Licht und Blitzen. Damals sagte ich mir, ich könnte niemals meinen Glauben ans Leben verlieren, solange es den Himmel gibt. …“

Yoko Ono, Acorn, Himmelsstück I

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09MRZ2021
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Unser Leben ist derzeit in so vielem eingeschränkt. Jonas Zipf, der Leiter des Jenaer Kulturbetriebes Werkleitung, meint, gerade das kann unseren Blick auch weiten:

„Ich finde, dass das Corona-Jahr paradox ist: Wir sind auf uns selbst zurückgeworfen und gehen nicht mehr raus. Wir treffen andere Leute nicht in derselben Intensität und beginnen dennoch einen Dialog mit anderen Leuten und uns selbst. … Möglicherweise kommen wir auf diesem Weg sogar weiter, als wir bei einem tatsächlichen Treffen kommen würden, bei dem wir von tausend anderen Dingen abgelenkt werden.“

https://www.mdr.de/kultur/literatur/buch-jena-corona-gespraeche-distanz-100.html

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08MRZ2021
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Wie können wir einander aushalten, auch wenn wir untereinander so verschieden leben und denken? Indem wir immer wieder unsere Perspektive wechseln, meint die Publizistin Carolin Emcke:

„Wir können immer wieder anfangen. Was es dazu braucht? Nicht viel: etwas Haltung, etwas lachenden Mut und nicht zuletzt die Bereitschaft, die Blickrichtung zu ändern, damit es häufiger geschieht, dass wir alle sagen: Wow. So sieht es also aus dieser Perspektive aus.“

https://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de/die-preistraeger/2010-2019/carolin-emcke

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07MRZ2021
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Wie soll man Gott beschreiben? Viele haben das schon versucht, die Bibel ist voll davon. Und eigentlich ist Gott unbeschreiblich. Der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch aber weiß, was für ihn Gott ausmacht, unter anderem:

„Nämlich seine wolkenlose Musikalität, seine Leichtigkeit und vor allem: Liebe, Hoffnung und Geduld; seine uralte Krankheit, alle Menschen gleich zu lieben, seine Nachsicht, seine fassungslose Milde, seine gottverdammte Art und Weise, alles zu verzeihen und zu helfen, sogar denjenigen, die ihn stets verspottet, seine Komik, großzügig bis zur Selbstaufgabe, seine Vorliebe für die, die gar nicht an ihn glauben, seine Virtuosität des Geistes, auch sein Harmoniekonzept bis zur Meinungslosigkeit, seine unberechenbare Größe und vor allem, seine Anarchie des Herzens.“

Hanns Dieter Hüsch, „Das Schwere leicht gesagt“

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