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SWR3 Worte

06MRZ2021
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Herman Van Veen ist ein niederländischer Songwriter, Schauspieler und Clown. In seiner „kleinen Geschichte von Gott“ geht es um ein ganz interessantes und irgendwie anderes Verhältnis von Gott und Mensch. Und so geht die kleine Geschichte:

 

„Gott dachte: Vor dem Essen werde ich mir noch kurz die Beine vertreten. Und er lief den Hügel hinab […].
Und das erste, was Gott auffiel, war, dass da mitten im Dorf während seiner Abwesenheit etwas geschehen war, was er nicht erkannte.

Mitten auf dem Platz stand ein Gebäude mit einer Kuppel. Und Gott rannte mit Riesenschritten den Hügel hinab, stürmte die monumentale Treppe hinauf und befand sich in einem unheimlichen, nasskalten, halbdunklen, muffigen Raum. […]

[…] Was ist das hier?
Das ist das Haus Gottes, mein Freund.
Wenn das hier das Haus Gottes ist, Junge, warum blühen hier dann keine Blumen, warum strömt dann hier kein Wasser und warum scheint dann hier die Sonne nicht, Bürschchen. Das weiß ich nicht.
Kommen hier viele Menschen her?
Es geht in letzter Zeit ein bisschen zurück, mein Freund. […] Die Menschen denken heutzutage, dass sie selbst Gott sind und sitzen lieber auf ihrem Hintern in der Sonne.

Und Gott lief fröhlich pfeifend aus der Kirche auf den Platz. Da sah er auf einer Bank einen kleinen Kerl in der Sonne sitzen. Und Gott schob sich neben das Männlein, schlug die Beine übereinander, und sagte: Kollege.“

 

 

Aus: http://www.vesperkirche-mannheim.de/uploads/2018/180128%20Ueberschaer_Nein%2C%20wir%20retten%20die%20Welt%20nicht.pdf.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32696
05MRZ2021
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Corona macht alles langsamer. Jedenfalls kommt es mir so vor. Weniger Termine, weniger Menschen um mich herum, wenig Schule, keine Fahrzeiten.

Dazu ein Text mit dem Titel „Langsam“ vom Autor und Liedermacher Günther Doliwa.

 

„Langsam wachsen die Ringe der Bäume.

Langsam bröckelt die Mauer.

Langsam trocknet der Boden aus bei Hitze.

Langsam erwacht der Morgen.

Langsam schaukeln die Wolken dahin.

Langsam tröpfelt die Zeit.

Langsam vollzieht sich der Wandel.

Langsam entfaltet sich Liebe.

Langsam durchdringt man den Nebel.

Langsam kommst du zur Ruhe.“

 

 

Aus: Günther Doliwa „Langsam“ in: Frau und Mutter, Zeitschrift der kfd, No 10/20, S.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32695
04MRZ2021
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Ivan Sagnet kommt aus Kamerun, ist nach Italien geflüchtet und engagiert sich jetzt dafür, dass Erntehelfende auf italienischen Tomatenfeldern nicht ausgebeutet werden. Er hat selbst dort gearbeitet und erfahren, wie menschenunwürdig es da zugeht.
Ivan Sagnet spielt im Film „Das Neue Evangelium“ den Jesus. Auf die Frage, um welche Botschaft es im Film geht, sagt er:

 

„Die Botschaft auch an Christen, dass es nicht reicht, zur Messe zu gehen, die Bibel zu lesen und sich zu bekreuzigen. Das Drehen war auch eine politische Aktion, ein Protest gegen das Wirtschaftssystem, das Ungleichheit zwischen Menschen und Völkern schafft. Für Gott gäbe es keine Einwanderer, keine Menschen ohne Papiere, keine Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder eines Passes.“

 

Aus: Süddeutsche Zeitung Magazin, Nummer 49, 4.12.2020, Ivan Sagnet im Interview (digitale Ausgabe ohne Seitenzahl).

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32694
03MRZ2021
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„Ein Teppichknüpfer saß vor seinem Laden und arbeitete unermüdlich. Tag für Tag und Stunde um Stunde fügte er einen bunten Faden nach dem anderen in sein Werkstück. Ein Mann, der vorüberkam, blieb stehen, beobachtete ihn eine Weile und fragte sich kopfschüttelnd, wo dieser Arbeiter wohl sein Handwerk gelernt hatte. Er konnte nur ein chaotisches Wirrwarr erkennen. Ein paar Tage später kam er wieder vorbei. Der Teppich war nun fast fertig, aber er sah noch bunter und wirrer aus als ein paar Tage zuvor. Da fasste er sich ein Herz und fragte den Arbeiter: „Was machst du denn da bloß? Das sieht einfach nur furchtbar und chaotisch aus!“

Der Teppichknüpfer lächelte, hob sein Werkstück in die Höhe und bat den Besucher, darunterzutreten und den Teppich von der Rückseite zu betrachten. Dort erschien ihm ein wunderbares und vollkommenes Bild - das schönste, das er je gesehen hatte.“

 

Diese Geschichte zeigt doch bestens, wie wichtig es ist, zwischendurch mal eine andere Perspektive einzunehmen.

 

Aus: Andere Zeiten, Das Magazin zum Kirchenjahr 3/2020, S. 24.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32693
02MRZ2021
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Yvan Sagnet spielt im Film „Das neue Evangelium“ den Jesus.

Er sagt über Gott:

 

„Gott ist das Gute. Gott liebt. Wenn ich an Gott denke, denke ich an das Gute. Er ist meine Inspiration. Es gibt auch Menschen, die mich inspirieren, Karl Marx, Nelson Mandela, Che Guevara. Sie ermutigen mich in meiner politischen Arbeit, aber Gott belebt das Gute in mir.“

 

Aus: Süddeutsche Zeitung Magazin, Nummer 49, 4.12.2020, Ivan Sagnet im Interview (digitale Ausgabe ohne Seitenzahl).

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32692
01MRZ2021
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Ewald Marka aus München ist an einer Coronavirus-Infektion gestorben. Seine Tochter konnte ihn vor seinem Tod nicht mehr sehen. Sie hat ihm einen Abschiedsbrief geschrieben. Darin schreibt sie:

 

„Ich würde dich am liebsten vom Himmel holen, um dich zu umarmen, dir einen Abschiedskuss zu geben, um deine Stimme und dein Lachen zu hören, um noch eine Chance zu haben, dir zu sagen, dass ich dich lieb habe, und um dir zu erzählen, dass das Leben ohne dich verdammt schwer ist.“

 

Aus: Süddeutsche Zeitung, Samstag, 23.02.2021, Rubrik München und Region (digitale Ausgabe ohne Seitenangabe).

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32691
28FEB2021
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Die Fastenaktion der evangelischen Kirche heißt in diesem Jahr: „Spielraum! - Sieben Wochen ohne Blockaden“. Es geht darum, die eigenen Spielräume auszukosten, obwohl wir momentan so eingeschränkt sind. Die Leute hinter der Aktion sagen dazu:

 

„Während Gott die Erde erschafft, ist die Weisheit auch dabei. Spielerisch erkundet sie, was da alles so entsteht. Offen, arglos und unvoreingenommen - waren wir nicht auch mal so? Und können wir das noch? Die Welt ist ein Spielraum. Treten wir ein.“

 

Aus: https://7wochenohne.evangelisch.de/woche-1-alles-auf-anfang.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32690