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SWR3 Worte

06FEB2021
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Benjamin Ferencz ist 100 Jahre alt. Und der letzte noch lebende Chefankläger der Nürnberger Prozesse. Er hat ein Buch darüber geschrieben, was ihn sein Leben gelehrt hat. Er beendet es mit dem Gedanken an seine verstorbene Frau:

Ich schaue auf ein Foto von meiner Frau und mir, das auf meinem Schreibtisch steht. Es befindet sich in einem Rahmen, auf dem „Für immer“ steht. Dieses Bild habe ich den ganzen Krieg über in der Tasche getragen. Hab die Menschen, die du liebst immer bei dir, wo du auch bist, selbst wenn diese Menschen nicht mehr unter uns weilen. Liebe währt ewig.

 

Quelle: Benjamin Ferencz, „Sag immer Deine Wahrheit – Was mich 100 Jahre Leben gelehrt haben“, Heyne Verlag, München 2020, S. 158.

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05FEB2021
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Benjamin Ferencz ist 100 Jahre alt. Und der letzte noch lebende Chefankläger der Nürnberger Prozesse. In seinem langen Leben hat er viel Schönes und Schreckliches erlebt. Im Rückblick darauf sagt er:

Das Leben ist nicht perfekt, und vor allemdann, wenn wir furchtbare Dinge oder Not erlebt haben, ist es schwierig dauerhaft glücklich zu sein. Doch es gibt immer Anlass zur Zufriedenheit. Ich habe ein langes Leben gehabt, ich bin gesund, ich hatte eine wunderbare Frau, ich habe vier Kinder, die alle eine gute Bildung genossen und ein soziales Gewissen entwickelt haben. Sie sind weder im Krankenhaus noch im Gefängnis. Das sind die Tatsachen, die mich zu einem Glückspilz machen. Und solche Dinge gibt es auch in deinem Leben, wenn du danach Ausschau hältst.

 

Quelle: Benjamin Ferencz, „Sag immer Deine Wahrheit – Was mich 100 Jahre Leben gelehrt haben“, Heyne Verlag, München 2020, S. 151.

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04FEB2021
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Benjamin Ferencz ist 100 Jahre alt. Und der letzte noch lebende Chefankläger der Nürnberger Prozesse. In seinem langen Leben hat er viele gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Wozu auch das Scheitern gehört. Dazu sagt er:

Scheitern ist eine Frage der Einstellung. Behandle es wie eine Hürde auf dem Weg zum Erfolg statt wie eine Sackgasse. Wenn du einmal stürzt, steh wieder auf und laufe weiter, und tu dein Bestes, um sicherzustellen, dass du beim nächsten Mal nicht wieder über die gleiche Hürde stolperst.

 

 

Quelle: Benjamin Ferencz, „Sag immer Deine Wahrheit – Was mich 100 Jahre Leben gelehrt haben“, Heyne Verlag, München 2020, S. 153.

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03FEB2021
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Benjamin Ferencz ist 100 Jahre alt. Und der letzte noch lebende Chefankläger der Nürnberger Prozesse. Neben seinem lebenslangen Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit war ihm immer wichtig, auch ganz praktisch Gutes zu tun. Dazu sagt er:

Stirb nicht mit einem vollen Bankkonto.Was bringt das Geld dort?
Leg etwas für schlechte Zeiten beiseite, aber spende auch an Wohltätigkeitsorganisationen, wenn du dazu in der Lage bist, und sei großzügig zu deiner Familie.

 

 

Quelle: Benjamin Ferencz, „Sag immer Deine Wahrheit – Was mich 100 Jahre Leben gelehrt haben“, Heyne Verlag, München 2020, S. 153.

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02FEB2021
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Benjamin Ferencz ist 100 Jahre alt. Und der letzte noch lebende Chefankläger der Nürnberger Prozesse gegen die Kriegsverbrecher der Nazis. In seinem Eröffnungsplädoyer sagte er „Unser Ziel ist nicht Rache“ und begründet das heute so:

Ich weiß was Rache anrichten kann; ich habe es erlebt, und glaube mir, es ist furchtbar. Mein Ziel bestand darin, ein Rechtssystem zu erschaffen, das alle beschützt. Rachegelüste sind menschlich, aber wir müssen uns gegen sie wehren. Werde nicht zu dem, was du verabscheust. Wenn du das tust, wirst du zum Feind anderer Menschen und der Kreislauf hört niemals auf.  

 

 

Quelle: Benjamin Ferencz, „Sag immer Deine Wahrheit – Was mich 100 Jahre Leben gelehrt haben“, Heyne Verlag, München 2020, S. 86.

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01FEB2021
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Benjamin Ferencz ist 100 Jahre alt. Und der letzte noch lebende Chefankläger der Nürnberger Prozesse. Er kam aus ärmsten Verhältnissen in New York und hat es geschafft an der amerikanischen Elite-Universität Harvard zu studieren. Wie es dazu kam beschreibt er so:

Ich hatte keine Ahnung, wo man am besten Jura studieren konnte, aber ich wollte dorthin, aus dem einfachen Grund, dass ich mit meiner Körpergröße von nur knapp über einem Meter fünfzig oft von Leuten schikaniert wurde, die mich überragten. Ich glaubte, dass ich es nur dann mit ihnen aufnehmen könnte, wenn ich besser wäre als sie. Schwächen können zu Stärken werden, wenn man sie als Antrieb nutzt. Darum Beschwere dich nicht über Widrigkeiten; das wird das Problem nicht lösen und ist daher Zeitverschwendung, und außerdem lernt man unter Schwierigkeiten mehr, als wenn immer alles glatt läuft.  

 

 

Quelle: Benjamin Ferencz, „Sag immer Deine Wahrheit – Was mich 100 Jahre Leben gelehrt haben“, Heyne Verlag, München 2020, S. 137.

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31JAN2021
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Benjamin Ferencz ist 100 Jahre alt. Er war einer der Menschen, die dafür gesorgt haben, dass Kriegsverbrecher die Strafe bekommen, die sie verdienen. Am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, den er – nach einem langen Weg - mit begründet hat. Drei Erfahrungen daraus möchte er weitergeben:

Erstens: Manche Dinge sind es wert, dass man sich für sie einsetzt, auch wenn man das Ergebnis nicht selbst zu sehen bekommt oder den Lohn dafür nicht mehr einstreichen kann. Zweitens: Kein Mensch ist eine Insel. Man kann nicht alles allein schaffen. Teams, Gemeinschaften, Freunde sind der Schlüssel zu fortwährenden … Erfolgen ... Und drittens: Nicht alles was gut ist, lässt sich rasch erreichen, und Schnelligkeit ist keine Garantie für Erfolg

 

Quelle: Benjamin Ferencz, „Sag immer Deine Wahrheit – Was mich 100 Jahre Leben gelehrt haben“, Heyne Verlag, München 2020, S. 137.

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