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SWR3 Worte

09JAN2021
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Die Journalistin Valerie Schönian schreibt über Gott:

Wenn es Gott gibt – dann sind Worte das Mittel, das wir brauchen, um über ihn denken und reden zu können. Aber dann sind sie doch nie genug, weil sie begrenzt sind und Gott unendlich.

(Das Wort) „Gott“ ist eine Krücke, weil Ersieeswirihrsie sich nicht in vier Buchstaben einfangen lässt. Wenn es Gott gibt – dann verändert er sich nicht dadurch, dass einige ihn nicht sehen. Ein Brötchen bleibt das Backwarengemisch, ob man es nun „Semmel“ oder „Schrippe“ nennt. Gott bleibt Gott. Ob man an ihn glaubt oder nicht.

 

Quelle:

Valerie Schönian: Halleluja, Piper-Verlag München 2018, Pos 2956

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32368
08JAN2021
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Willi Weitzel von „Willi will´s wissen“ hat im Interview auf die Frage geantwortet, was für ihn ein Wunder ist. Er sagt: 

Ich bin Vater von drei Töchtern – da hab ich drei Geburten miterlebt. Und jeder, der eine Geburt miterlebt hat, der würde immer von einem Wunder sprechen. Und ich finde wir Menschen sollten uns diesen Blickwinkel auf das Leben auch so erhalten.

Am Anfang ist es ein Wunder – aber auch die Erwachsenen waren irgendwann mal diese wunderbaren Babys und deswegen gibt´s bei mir einfach eine große Ehrfurcht vor allen!

 

Quelle:

https://www.kirche-im-swr.de/?page=beitraege&id=30114

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32367
07JAN2021
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Der Pastor Matthias Lemme beschreibt einen so genannten „Trotzdem-Moment“: 

Als ich einmal am Ende der Welt war, verließ mich mein Freund, und ich wollte mich erschießen, tat es aber nicht. Stattdessen fing ich an, mein Leben auf den Augenblick zu reduzieren. Denn wenn es nur das Jetzt gibt, ist der Schmerz erträglich. Tatsächlich kann man dann einen Kaffee schmecken oder die Sonne fühlen. Das sind „Trotzdem-Momente“, sie nehmen den Schmerz nicht, aber sie siedeln sich an. (…)

 

Quelle:

Susanne Niemeyer und Matthias Lemme: Brot und Liebe. Wie man Gott nach Hause holt, Kreuz-Verlag Freiburg, 2013.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32366
06JAN2021
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Die Sternsinger müssen sich dieses Jahr ganz neue Lösungen ausdenken. Singend durch Wohnungen ziehen, das geht leider nicht. Und so sind viele kreativ geworden: Sternsingertüten, die kontaktlos überreicht werden, online singen oder „Segen to go“ - so heißt der Segensspruch, der heute in vielen Briefkästen landet. Und der heißt:

 

Der Segen kommt diesmal auf ganz neuem Weg,

und doch bleibt er bei euch dies Jahr.

Wir wünschen ein gutes, gesundes und keins,

das ist, wie das vorige war.

 

So helft uns zu helfen den Kindern der Welt;

nie war das so wichtig wie heut‘!

Bleibt in Gottes Liebe und in Seiner Hut!

Bis nächstes Jahr, Ihr lieben Leut!

 

Quelle:
Daniela Dicker auf der Homepage https://www.sternsinger.de/sternsingen/sternsingen-und-corona/ideen-tipps/

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32365
05JAN2021
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Der Theologe und Autor Thomas Knöller erzählt über sich: 

Ich kann nicht mehr. Schon beim Aufstehen habe ich das Gefühl, als würden mir meine Sorgen zentnerschwer an den Beinen hängen. Dabei sollte ich doch schon längst am Schreibtisch sitzen. (…) Aber die Kraft hab ich nicht mehr.

Was ich habe, das sind viele liebe Menschen (…), die zu mir sagen: (…) Mach ruhig weniger – Hauptsache du bist glücklich.“ Schön wär´s! Wenn ich nur machen würde, was mich glücklich macht, dann würde mein Leben anders aussehen. Dann würde ich nämlich (…) … Ja was eigentlich?

In so einem Augenblick stelle ich mir vor, wie Gott mich (…) rotzfrech angrinst und zu mir sagt: „Tja, (…)geh heim und denk über dein Leben nach! Aber dann komm wieder und sag mir, was du wirklich willst. Hauptsache, du bist glücklich.“

 

Quelle:
Thomas Knöller: Weil du groß bist, Patmos Verlag Mannheim, S. 8

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32364
04JAN2021
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Der österreichische Schriftsteller und Nobelpreisträger Peter Handke hat ein paar gute Ideen, was man sich vornehmen könnte: 

(…) Vermeide die Hintergedanken. Verschweige nichts. Sei weich und stark. Sei schlau, lass dich ein und verachte den Sieg. (…) Zeig deine Augen und wink die andern in die Tiefe. (…) Entscheide nur begeistert. Scheitere ruhig.

Vor allem hab Zeit und nimm Umwege. Lass dich ablenken. Vergiss die Angehörigen, bestärke die Unbekannten, bück dich nach Nebensachen. (…)

 

Quelle:

Peter Handke: Über die Dörfer – dramatisches Gedicht, Suhrkamp Verlag, Frankfurt 1981.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32363
03JAN2021
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Die Mutter von Goethe, Catharina Elisabeth Goethe, hat ein Rezept für das neue Jahr aufgeschrieben. Es geht so: 

Man nehme zwölf Monate, putze sie sauber von Neid, Bitterkeit, Geiz, Pedanterie (…).

Jeder Tag wird einzeln angerichtet aus

1 Teil Arbeit und

2 Teile Frohsinn und Humor.

 

Man füge 3 gehäufte Esslöffel Optimismus,

1 Teelöffel Toleranz,

1 Körnchen Ironie und

1 Prise Takt hinzu.

 

Dann wird die Masse mit sehr viel Liebe übergossen. Das fertige Gericht schmücke man mit Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten und serviere es täglich mit Heiterkeit.

 

Quelle:

Catharina Elisabeth Goethe (1731 - 1808) auf der Homepage http://www.pilger-weg.de/zitate/goethekelisabethrezeptfuerdasneuejahr.html

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32362