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SWR3 Worte

31OKT2020
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Der Schauspieler Ulrich Noethen wurde in einem Interview gefragt: Haben Sie eine Vorstellung von Gott? Noethen antwortet:


„ Im Laufe der Zeit hatte ich immer mehr Fragen und Zweifel. […] Übrig geblieben ist mir aber – und das ist durch nichts zu ersetzen – ein Sich-angenommen-Fühlen und ein starkes Gefühl der Geborgenheit. Ich fühle mich aufgehoben, im übertragenen und im wörtlichen Sinn. Ich denke dabei an eine Geste, wie sie Eltern machen, wenn sie ein kleines Kind in die Arme nehmen. […] Das Leben ist ein Geschenk.“

Quelle:https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2014/was-man-sich-so-sehr-gewuenscht-hat-faellt-einem-doch-oft-vor-die-fuesse-20792, Ausdruck vom 21.10.2020 20:28 Uhr.

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30OKT2020
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Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Gerd Müller arbeitet aktuell an einem Lieferkettengesetz. Es soll dafür sorgen, dass Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung vom Beginn der Lieferkette bis zum fertigen Produkt überprüft werden können. Dabei motiviert ihn sein christlicher Glaube:

„ […] wir können und müssen die Zustände in den globalen Lieferketten ändern. Es geht nicht an, dass in Textilfabriken, Kaffeeplantagen, Gold- und Coltanminen Kinder für unsere Produkte arbeiten […]„Wir müssen die Globalisierung der Gleichgültigkeit überwinden und eine neue Partnerschaft der Reichen mit den Armen, des Nordens mit dem Süden, Europas mit Afrikas umsetzen. Eine faire Partnerschaft statt Ausbeutung von Mensch und Natur […]. Als Christen stehen wir in der Verantwortung vor Gott und den kommenden Generationen, die Schöpfung zu bewahren. […] Die Botschaft muss lauten: Lass niemanden zurück!“

 

Quelle: Gerd Müller: Umdenken. Murmann Verlag, Hamburg 2020.,  S.10.188.190.

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29OKT2020
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Die Journalistin Nina Ruge ist davon überzeugt, dass sich Glaube und Wissenschaft nicht ausschließen. In ihrem Buch zitiert sie deshalb den Physik-Nobelpreisträger Albert Einstein, der gesagt hat:  „Es gibt nur zwei Arten zu leben. So, als wäre nichts ein Wunder. Oder so, als wäre alles eines. Ich glaube an Letzteres.“ * Nina Ruge fragt:

„Was heißt das nun konkret für uns, für unsere Suche und unser Leben? […] spüre die Kraft, die so viel größer ist als du. Daraus erwächst ein tiefer Respekt vor dem Leben. Es fällt uns Verantwortung zu, mit diesem einzigen Geschenk von Wert würdevoll umzugehen. Wie  man das macht? Mit Liebe. Mit der Dankbarkeit und Liebe zum Leben, die in jedem von uns mehr oder weniger tief vergraben ist.“*

*Quelle: Nina Ruge: Der unbesiegbare Sommer in uns, Goldmann Verlag, München 2016, S.107-108.

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28OKT2020
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Tima Kurdi hat das Buch „Der Junge am Strand geschrieben.“ Darin erzählt sie die Geschichte ihres Neffen Alan Kurdi, dem zweijährigen, syrischen Jungen der vor fünf Jahren tot an den Strand gespült wurde. Das Bild ging damals um die Welt. Sie unterhält sich in dem Buch mit ihrem Bruder Abdullah. Er ist Alans Vater und hat als Einziger in der Familie die Überfahrt über die Ägäis überlebt. Abdullah sagt:

»Schwester, ich habe gelernt, dass es unwichtig ist, ob du Geld hast oder in einer Hütte lebst und dich nur von Linsen ernährst. Wichtig ist allein, dass deine Familie bei dir ist und dass du Liebe empfindest. Liebe gibt dir die Kraft, das Leiden und den Schmerz zu vergessen. Das sag den Menschen. Sag ihnen, dass alles andere egal ist. Wir danken Gott nicht genug für alles, was wir haben. Wir sind gierig, wollen immer mehr. Ich würde alles geben, um wieder bei meiner Frau und den Kindern zu sein […].«

Quelle: Der Junge am Strand. Die Geschichte einer Familie auf der Flucht. Aus dem Englischen von Lilian-Astrid Geese, Verlag Assoziation – A, deutschsprachige Ausgabe Berlin/Hamburg 2020,  S.241

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27OKT2020
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Margot Käßmann hat ein Buch zur Corona-Krise geschrieben. Sie erklärt darin, wie wichtig für sie beten ist:

„Wie können wir zuversichtlich sein angesichts der Bedrohung? Wie können wir mit der Angst umgehen, die gerade vielen auf der Seele liegt?[…] Ich bin dankbar, dass ich beten kann. So trage ich meine Sorgen vor Gott. Das Gebet ist ein Gesprächsfaden, ein Sich-Anvertrauen, ein vertrautes Miteinander […] ich bete für Menschen, die ich liebe. Und […] besonders für diejenigen, die ich in Angst und Not weiß. Ich bete für die Obdachlosen, die nicht […]zu Hause bleiben können, weil sie gar kein Zuhause haben. Ich bete für Familien in denen Streit herrscht,[…] Für die Kinder, die sich angesichts von Gewalt nicht schützen können. Ich bete für Menschen, […] die ich in Ruanda, Brasilien, […]oder […] Indien kennengelernt habe. Sie sind bei Weitem nicht so […] abgesichert wie wir hier in Deutschland. […] Da entsteht eine Verbindung: […] Ihr seid uns nicht gleichgültig.

Quelle: Nur Mut! Die Kraft der Besonnenheit in Zeiten der Krise, bene! Verlag, München 2020, S. 21-23.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31939
26OKT2020
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Der Schauspieler Trystan Pütter, bekannt aus „Babylon Berlin“,  hat Anfang Oktober Lesbos besucht, um zu sehen, wie die Menschen nach dem Brand in Moria nun dort leben. In einem Interview für die Frankfurter Allgemeine Zeitung sagt er:

„ Das hat nichts mit Menschlichkeit zu tun. Allein der Ort: ein ehemaliges Militärgelände, auf dem Soldaten mit Metalldetektoren nach Munitionsresten suchen. […] Und da rennen überall Kinder rum. […] dem Wind, der reinpeitscht, ist man ausgeliefert. Es sind um die 11.000 Leute dort, inzwischen vielleicht mehr […] unterschiedliche Familien in einem Zelt ohne jegliche Privatsphäre. Sie hängen Decken auf, damit sie sich umziehen können. […] Es gibt keine Elektrizität. Kein fließend Wasser, nur Rohre mit Löchern drin. […] Es wird nur einmal am Tag ungenießbares Essen ausgegeben. Und das alles dreieinhalb Flugstunden entfernt von hier.[…]“

 

Quelle: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/trystan-puetter-ueber-seine-reise-nach-moria-16984156.html, Ausdruck vom 21.10.2020 20:24 Uhr.

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25OKT2020
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Der Historiker Rutger Bregman hat ein Buch geschrieben mit dem Titel: „Im Grunde gut“. Darin schreibt er, dass der Mensch zum Guten fähig ist. Vorbild ist für ihn das Verhalten von Jesus. Er schreibt:

„ Im Konfirmandenunterricht lasen wir aus der Bergpredigt Jesu: „ […] wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin!“ […] Natürlich, denkt man dann. Eine hübsche Idee, Jesus – wenn wir denn Heilige wären. […] Was mir jetzt erst klar wird: […] Meistens spiegeln Menschen einander. Man bekommt ein Kompliment und ist geneigt, es zu erwidern. Jemand sagt etwas Unfreundliches, und man hat sofort das Bedürfnis, mit etwas Gemeinem zu antworten. […] Es ist leicht Gutes zu tun, wenn man selbst auch gut behandelt wird. Leicht, aber nicht genug. Oder, wie Jesus sagte: „Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erhalten?“ […] Die Frage ist, ob wir noch einen Schritt weiter gehen können. Was wäre, wenn wir nicht nur das Gute in unsren Kindern, unseren Kollegen und Mitbürgern, sondern auch in unseren Feinden vermuten würden?“

Rutger Bregman: Im Grunde gut. Eine neue Geschichte der Menschheit, Rowohlt-Verlag, Hamburg 2020, S.354-355 .

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