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SWR3 Worte

Warum die Hoffnung stets zuletzt stirbt, erklärt der Bibelwissenschaftler Daniele Garrone. Er sagt:

„Die Hoffnung ist zu verteidigen, und die einzige Verteidigung ist die Hoffnung selbst.

Die Hoffnung ist zu verteidigen – nicht die Unerlässlichkeit des Christentums.

Die Hoffnung – nicht die Lehre oder der Glaube oder die Moral.

Hoffnung ist das erste Wort der Christen, wenn andere von uns Rechenschaft verlangen.

Ja – gerade die Hoffnung, die wir nicht beweisen können!

Wenn die Hoffnung bei uns im Mittelpunkt steht, dann ist der Kern unseres Redens nicht mehr das, was wir haben und verstehen und wissen. Sondern einfach nur – Gott (…). Die Hoffnung hebt den Blick (…) weg von uns selber. Die Hoffnung, die uns treibt, die ‚in uns ist‘ (…) kommt von außen. (…) Sie ist Überraschung und Entdeckung, uns selber und der Welt zum Trotz.“

Quelle: Daniele Garrone in: Schorlemmer, Das soll Dir bleiben

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Der Philosoph Wilhelm Schmid ist nicht mehr der Jüngste. Dem Älterwerden kann er aber durchaus positive Seiten abgewinnen. Er sagt:

„Wer älter wird, erfährt, dass Möglichkeiten sich verschließen können. Das große Aufbäumen setzt ein: Das kann noch nicht alles gewesen sein. (…) Dringlicher als je stellen sich die Fragen: Woran will ich festhalten, was bleibt offen, was ist jetzt an der Zeit?  (…)

Gelassenheit heißt jetzt, sich mit dem unscheinbaren Wörtchen ‚noch‘ anzufreunden. Dessen Häufung verweist auf den fortschreitenden Prozess: ‚Sie sehen ja noch gut aus für Ihr Alter!“ „Sie sind ja noch fit!“ „Alles noch in Ordnung?“ Nicht böse sein darüber, es ist niemals böse gemeint. (…) Es ist schlicht wahr: noch ist es so, aber es wird nicht so bleiben. Es ist die Zeit des Noch in jeder Hinsicht: Noch kann ein Freund angerufen werden, um mit ihm zu plaudern. Noch bleibt Zeit für eine Entschuldigung, die angebracht erscheint. Noch ist es möglich ‚Etwas zurück zu geben‘ und Danke zu sagen, gegenüber wem und wofür auch immer. (…)

Wilhelm Schmid, Gelassenheit. Was wir gewinnen, wenn wir älter werden.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=26675

Glaube kann ganz schön tiefe Gräben schaffen. Aber das liegt nicht am Glauben, sondern an den Menschen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland Heinrich Bedford-Strohm sagt dazu:

„Wenn man Jesus wirklich ins Zentrum rückt, dann muss man anderen Menschen mit Wertschätzung begegnen. ‚Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst‘ bezieht sich nicht nur auf die Christen; es bezieht sich auf alle Menschen.

Ich kann einen Menschen nie immer nur dann lieben, wenn er sich zu Jesus bekennt. Die Nächstenliebe ist eine radikale Liebe. Wer wirklich mit Ernst Christ ist, der muss anderen Menschen, und dann eben auch ihrer Religion, mit Offenheit begegnen.“

H. & J. Bedford-Strohm, Wer’s glaubt wird selig. Ein Glaubensgespräch zwischen Vater und Sohn.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=26674

Warum lassen wir uns eigentlich so sehr von bad news, von negativen Nachrichten beeinflussen? Der Musiker David Byrne hat darüber nachgedacht. Er sagt:

„“Weil wir glauben, dass negative Nachrichten nicht nur bedeutsamer, sondern auch inhaltsschwerer und für uns persönlich relevanter sind.

Ich glaube, hier spielt die Evolution eine Rolle. Wir denken immer noch, es komme für unser Leben darauf an, mögliche Bedrohungen zu erkennen (…) wo lauert uns der Säbelzahntiger auf?

Dieses ständige Aufpassen lähmt uns. Und dagegen hilft nur, uns ganz bewusst dem Positiven zu widmen.“
„Ich glaube es geht im Kern darum, den negativen Blick auf die Welt zu verändern.“

Musikexpress 4/2018 Interview mit David Byrne

 

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Die Moderatorin Katie Piper hat als Model gearbeitet. Bis sie Opfer eines Säureangriffs wurde. Ihren Mut und ihr Vertrauen ins Leben hat sie trotzdem nicht verloren. Sie sagt:

„Die Hürden, die wir vor uns aufbauen, die gibt es in Wirklichkeit gar nicht.

Hindernisse, existieren nur in unseren Köpfen. Wir erschaffen sie, wir füttern sie, und wir entscheiden, sie am Leben zu erhalten. Wir können also auch beschließen, sie zu durchbrechen.

Vertrauen und Zufriedenheit sind keine Glückssache, (…) es sind die Entscheidungen, die du triffst und die harte Arbeit und Hingabe erfordern (…).

Wenn du, warum auch immer, irgendwann mal verzweifelst, dann denke daran, dass Gott uns nicht mehr zumutet, als wir tragen können.“

Richard Reed, Was im Leben wichtig ist.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=26677

Die Fernsehjournalistin Katrin Bauernfeind hat erzählt, wie sie neulich einen Hasszettel ans Auto geklebt bekam, weil sie es für 10 Minuten ungünstig abgestellt hatte. Die Beleidigung darauf hat weitergewirkt. Sie erzählt:

„Kurze Zeit später wurde ich selbst eingeparkt und schreibe auch so eine Hassnachricht. Es stellte sich raus, ich bin von ‚ner Mutter zugestellt worden, die nur schnell ihr fiebriges Kind aus der Kita holen musste. Dann stehst du da denkst, du hättest gern eine Rückspultaste für dein Leben.

(…) Dann ging mir auf: So kommt am Ende der Hass in die Welt. Und vielleicht sollten wir Zettel dabei haben, auf denen steht: ‚Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und Liebe und alles Gute‘. Wenn das mit Hass funktioniert, funktioniert es vielleicht auch andersrum.

Mir ist klar, dass das total naiv klingt, weil wir so die Welt nicht retten, aber vielleicht die Stimmung für ein paar Stunden, und es kann doch sein, dass das am Ende den Unterschied macht.“

Interview in BZ 24.3.2018

https://www.kirche-im-swr.de/?m=26672

Was verbindet eigentlich Fußball mit Kirche? Der Torwarttrainer des SC Freiburg Andreas Kronenberg hat eine Antwort darauf:

„Im Fußball gerät man leicht in die Situation, dass man bejubelt wird. Aber ganz schnell kann es auch in die andere Richtung gehen. Dann fragt man sich, was bleibt, wenn nichts mehr bleibt.

Ich denke da an unsern Herrn Jesus Christus, der mit seinem Gang ans Kreuz die Antwort darauf gegeben hat:  auch wenn in dieser Welt nichts mehr bleibt, der Glaube hilft mir zu verstehen: bei Gott ist Leben über alle Angst, alle Niederlagen, sogar über den Tod hinaus. Ich wünsche mir von der Kirche, dass sie sagt, was bleibt, wenn nichts mehr bleibt.“

Zitat aus dem Grußwort von Andreas Kronenberg am 31.10.2017 beim Empfang der Evangelischen Kirche Freiburg.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=26671