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SWR3 Worte

Wie lange möchtest du leben?
Der Wise-Guys-Sänger Eddi Hüneke findet
„Ich hoffe natürlich immer,
dass ich noch viele Jahre habe.
Aber ich brauche eigentlich gar keine Jahre und keine Wochen.
Ich brauche eigentlich nur den Moment zum Leben.
Denn wenn man genauer auf den Moment schaut,
auch wenn er scheinbar banal ist,
dann kann man großartige Erfahrungen machen.
So wird uns die Tiefe des Lebens jederzeit zugänglich."
„Jetzt ist deine Zeit": Eddi Hüneke im Gespräch mit Markus Kowalski;

„Evangelische Kirchentages-Zeitung" vom 04.05.13,
hg. v. Deutschen Evangelischen Kirchentag, Fulda, S.25.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=15526

„Das letzte und umfassende Ziel eines heilen Lebens ist der Genuss.
Im Genuss verschafft sich der Sinn des Lebens
seinen deutlichsten Ausdruck.
Es mag ungewöhnlich klingen, aber Lebensgenuss ist das, was Religion will, zumindest die christliche Religion.
Der Lebensgenuss ist die pointierteste Zusammenfassung
der Idee des Christentums.
Der Genuss ist darum auch die beste Übersetzung
des leider etwas abgegriffenen Wortes 'Liebe'."
(Joachim Kunstmann, Professor für Theologie)

Joachim Kunstmann, „Leben eben - Religion für Sinnsucher",
Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2013, S.181.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=15525

Das Leben entschleunigen - warum ist das wichtig?
Der Philosoph Baltasar Gracián meint:
„Wir sollten nicht so hastig leben.
Wir sollten lieber in Ruhe genießen.
Denn sonst ist unser Genuss schneller vorbei
als unser Leben.
Wir haben mehr Tage als Freuden zu erleben.
Darum sollen wir langsam genießen,
um lange glücklich leben zu können."

Christian Leven, „Heute ist der Tag zum Glücklichsein",
Herder-Verlag, Freiburg im Breisgau 2007, S.232.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=15524

„Alle Menschen haben in sich drin
so etwas wie eine innere Kammer.
So einen Raum gibt es in jedem Menschen:
so einen ganz persönlichen und intimen Bereich,
den eigentlich niemand betreten darf.
Niemand außer ich selbst - und Gott.
Gott wartet auf uns in diesem innersten Bereich.
Aber er sitzt so tief unten in dieser inneren Kammer,
dass sogar wir ihn manchmal nicht sehen können."
(Ernesto Cardenal, Dichter und Politiker aus Lateinamerika)

„Werkstatt für Liturgie und Predigt",
Bergmoser&Höller-Verlag, Aachen, Heft 3/2013, S.121.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=15523

„Ich freue mich über Menschen,
die dem Lärm und dem Geschrei aus dem Wege gehen
und auch allein sein können
Und mir tun die Menschen leid,
die nach Zerstreuung suchen müssen,
um sich selbst einigermaßen aushalten zu können.
Diese armen Menschen, die so geschäftig und viel beschäftigt tun,
um sich selbst aus dem Weg zu gehen.
Sie fürchten sich, allein zu sein,
denn in der Stille würden sie sich selbst begegnen."
(Der Dichter Matthias Claudius)

Christian Leven, „Heute ist der Tag zum Glücklichsein",
Herder-Verlag, Freiburg im Breisgau 2007, S.205.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=15522

Was macht meine Seele heil?
Dazu Theologie-Professor Joachim Kunstmann:
„Heilung ist der Weg, das Leben zu akzeptieren.
Dass das Leben überhaupt akzeptiert und angenommen werden kann
mitsamt all seiner Ungerechtigkeit und seinem Schmerz,
das gehört zum tiefsten Wissen der Religion.
Die Bitte aus dem Vaterunser-Gebet von Jesus ´Dein Wille geschehe'
heißt ja nicht, dass man einem fremden Willen gehorchen muss,
sondern es ist der Wunsch nach dem großen ´Ja' zum Leben."

Joachim Kunstmann, „Leben eben - Religion für Sinnsucher",
Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2013, S.194f.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=15521

Was hilft, wenn in der Nacht die Angst kommt?
Die Schriftstellerin Friederike Mayröcker findet:
„Religion im herkömmlichen Sinn ist mir eigentlich fern.
Doch ich unterschiede da ein bisschen.
Ich glaube an den Heiligen Geist.
Aber ich bin alles andere als eine aufrechte Katholikin.
In der Nacht jedoch, da verzweifle ich manchmal darüber,
was alles auf mich zukommen könnte.
Und dann ist ein Gebet wichtig."

„Ich heule ja beim Schreiben":Friederike Mayröcker im Gespräch mit Paul Jandl;
„Die Welt (Literarische Welt)" vom 15.06.13, hg. v. Axel-Springer-Verlag, Berlin, S.3.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=15520